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Ebola: Sieben deutsche Kliniken sind auf Seuchen spezialisiert

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Ebola-Behandlung  

Sieben deutsche Kliniken sind auf Seuchen spezialisiert

14.10.2014, 16:32 Uhr | AFP

Ebola: Sieben deutsche Kliniken sind auf Seuchen spezialisiert. Deutsche Schutzanzüge sind weitaus sicherer als die, die in Ebola-Regionen zum Einsatz kommen. (Quelle: dpa)

Deutsche Schutzanzüge sind weitaus sicherer als die, die in Ebola-Regionen zum Einsatz kommen. (Quelle: dpa)

Ebola - das Wort weckt bei vielen Menschen Ängste vor einer unkontrollierten Seuchenausbreitung. Mediziner und Behörden schätzen das Thema Ebola aber nüchtern ein und versichern: Aufgrund ausgeklügelter Sicherheitstechnik und hoher Standards werden Patienten in deutschen Krankenhäusern sehr sicher gepflegt.

In der Nacht zum Dienstag war erstmals ein Mensch in Deutschland an der Krankheit gestorben. Es handelte sich um einen zur Behandlung nach Leipzig eingeflogenen UN-Mitarbeiter aus Afrika. Eine Ansteckung in einem der deutschen Spezialzentren schließen die Experten jedoch aus.

Spezialstationen sind auf Seuchen vorbereitet

Die Bundesrepublik leistet sich ein ganzes Netzwerk an Behandlungszentren und Laboren, um auf das Auftreten hochgefährlicher ansteckender Krankheiten reagieren zu können. In sieben großen Kliniken gibt es aufwändig gesicherte Spezialstationen für Patienten, die sich zum Beispiel mit Ebola, Lassa, Pest oder anderen Erregern der Biostoff-Risikostufen 3 und 4 infiziert haben.

Hinzu kommen Beratungs- und Kompetenzzentren mit Seuchenexperten sowie zwei Hochsicherheitslabore für den Nachweis und die Erforschung der Erreger.

Sieben Kliniken üben regelmäßig den Ernstfall

Die sieben spezialisierten Kliniken befinden sich in Berlin, München, Hamburg, Düsseldorf, Leipzig, Stuttgart und Frankfurt am Main. Dort stehen speziell geschulte Ärzte und Pfleger bereit, um Erkrankte in hermetisch abgeriegelten Isolierstationen zu betreuen. Sie üben regelmäßig den Ernstfall. Die Kliniken sind eng mit Gesundheitsbehörden und Rettungsdiensten verzahnt, die im Notfall Patienten transportieren.

Zwar gibt es gegen Ebola und andere Krankheiten der höchsten Risikostufe 4 bisher keine wirkungsvollen Therapien, aber Patienten können in den Kliniken zumindest intensivmedizinisch stabilisiert werden. Im Fall von Ebola lässt sich die Sterblichkeit durch Beatmung und Dialyse, die Gabe von Elektrolyten per Tropf und ähnliche Schritte nach Einschätzung von Medizinern immerhin auf 40 bis 50 Prozent drücken.

Erreger können die Schleusen nicht passieren

Die Spezial-Abteilungen wie die "Station 59" an der Berliner Charité sind nur über Luft- und Dekontaminationsschleusen zu erreichen. Aufwändige Belüftungstechnik sorgt nach Angaben der Kliniken für einen permanenten Unterdruck im Inneren, so dass Luft selbst im Fall der Fälle stets von außen nach innen strömt und bei Lecks keine Erreger entweichen können.

Die Abluft wird durch spezielle mehrstufige, sogenannte HEPA-Filtersysteme geleitet, die selbst mikroskopisch kleine Keime zurückhalten. Auch das Abwasser wird gesondert behandelt. Benutztes Arbeitsmaterial wird sterilisiert oder in Spezialabfallanlagen verbrannt.

Deutsche Schutzanzüge sicherer als die der Ebola-Länder

Die Ärzte und Pfleger in den Stationen arbeiten in flüssigkeits- und luftdichten Ganzkörperschutzanzügen mit Atemluft-Filtern, die typischerweise ebenfalls einen leichten Überdruck erzeugen und so auch im Fall von Beschädigungen das Eindringen von Erregern verhindern.

Die hierzulande gebräuchlichen Anzüge unterscheiden sich von jenen, die von Helfern in den Ebola-Ländern in Westafrika getragen werden und im Wesentlichen aus Mund- und Gesichtsschutz sowie Überziehkitteln bestehen. Das deutsche Konzept unterscheidet sich zudem auch von dem bislang in den USA praktizierten, wo Ebola-Patienten zwar in Krankenhäusern isoliert, aber nicht zwingend in Spezial-Zentren verlegt wurden.

USA und Spanien: Patienten wurden nicht von Spezialisten betreut

In Dallas im US-Bundesstaat Texas hatte sich kürzlich eine Pflegerin angesteckt, die Kontakt zu einem dort behandelten Ebola-Patienten hatte. Die Klinik gehört nicht zu den spezialisierten Seuchen-Einrichtungen. Auch in einem Krankenhaus im spanischen Madrid infizierte sich eine Pflegekraft. Diskutiert wird, ob Fehler beim Ablegen der Schutzkleidung zur Infektion geführt haben könnten.

Deutsche Sonderisolierstationen sind verlässlich

Auf den deutschen Stationen erfolgt die Entkleidung in Dekontaminationsschleusen, in denen Anzüge zunächst mit Desinfektionsmittel abgeduscht werden. Dann wird die Schutzkleidung nach einem genau vorgeschriebenem Protokoll unter Aufsicht abgelegt, wie die Frankfurter Uniklinik erklärt, die derzeit ebenfalls einen Ebola-Patienten aus Afrika behandelt. "Unter den Bedingungen einer Sonderisolierstation kann aufgrund dieser Maßnahmen ausgeschlossen werden, dass Erreger in die Umgebung gelangen", erklärt die Klinik.

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