Sie sind hier: Home > Gesundheit >

Restless-Legs kann ernstzunehmende neurologische Erkrankung sein

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Restless-Legs-Syndrom  

Was hinter zuckenden Beinen stecken kann

15.01.2015, 13:18 Uhr | dpa/ag

Restless-Legs kann ernstzunehmende neurologische Erkrankung sein. "Restless legs", unruhige Beine, stören das Einschlafen und sind eine ernstzunehmende neurologische Erkrankung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Restless legs", unruhige Beine, stören das Einschlafen und sind eine ernstzunehmende neurologische Erkrankung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jeder hat das schon einmal erlebt: Kurz vor dem Einschlafen zuckt es plötzlich in den Beinen. In der Regel ist das kein Grund zur Beunruhigung. Kommt es jedoch öfter vor, dass die Beine auch während der Nacht unruhig werden, ziehen oder kribbeln, sollten Sie die Symptome besser vom Arzt abklären lassen. Es könnte sich um das so genannte Restless-Legs-Syndrom (RLS) handeln.

Sobald die Betroffenen im Bett liegen und versuchen auszuruhen, bekommen sie Gefühlsstörungen in den Beinen und spüren einen unnatürlichen Bewegungsdrang.

Rund zehn Prozent der Bevölkerung sind von dieser neurologischen Krankheit betroffen.

Restless-Legs-Syndrom tritt meist nachts auf

"Das Beschwerdebild, unter dem die Betroffenen leiden, nennt man Restless Legs Syndrom, was so viel wie Syndrom der unruhigen Beine heißt", erklärt Lilo Habersack. Die Münchnerin leidet selbst unter der Erkrankung, kurz RLS genannt, und ist Vorsitzende der Deutschen Restless Legs Vereinigung.

RLS ein relativ häufiges Krankheitsbild, das bereits vor über 300 Jahren erstmals beschrieben wurde, erklärt sie. Die Symptome sind recht prägnant. Die Betroffenen leiden unter Missempfindungen in den Beinen und selten auch in den Armen. Sie sind neurologischer Art, treten stets in körperlicher Ruhe und vor allem in den Abend- und Nachtstunden auf. "Meist ist von einem Unruhegefühl die Rede, wobei einige es als Kribbeln oder Zucken empfinden, während andere etwa von Ziehen, Jucken oder Brennen sprechen", weiß Habersack. Bewegungsdrang gehört auch zu den Symptomen, denn die Beschwerden lassen sich durch Bewegung lindern.

Unwillkürliche Zuckungen stören den Schlaf

Daneben seien bei Betroffenen oft Beinbewegungen in regelmäßigen Abständen zu beobachten, sagt Werner Cassel vom Schlafmedizinischen Zentrum Marburg. "Das sind unwillkürliche Zuckungen, die alle 20 bis 40 Sekunden auftreten. Da das vor allem im Schlaf passiert, wissen die Betroffenen oft gar nichts davon." Jede Zuckung führt aber zu einer kleinen Weckreaktion (Arousal), die den Schlaf stört.

Anfangs fallen die Symptome tendenziell leicht aus und treten in Schüben auf. Im Großteil der Fälle nehmen die Beschwerden dann im Laufe der Zeit an Intensität zu, erklärt Wolfgang Oertel von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Das bedeutet nicht nur einen hohen Leidensdruck, sondern kann auch gefährlich werden. Denn die unruhigen Beine verursachen oft starke Schlafstörungen. "Bei Schlafmangel kann der Organismus sich nicht ausreichend regenerieren, was zum Beispiel zu Depressionen führen und das Immunsystem schwächen kann", sagt Cassel.

Bei Verdacht einen Arzt aufsuchen

Die richtige Anlaufstelle beim Verdacht auf RLS ist ein Neurologe oder Schlafmediziner. Nach aktuellem Forschungsstand entsteht RLS durch eine Störung in der Übertragung gewisser Botenstoffe - insbesondere des sogenannten Dopamins - in Gehirn und Rückenmark. "Diese kann genetisch bedingt sein oder durch Faktoren wie einen Eisenmangel, Nierenfunktionsstörungen oder Medikamente wie Antidepressiva ausgelöst werden", erklärt Claudia Trenkwalder, Chefärztin der neurologischen Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel.

Wenn eine externe Ursache vorliegt, die unruhigen Beine zum Beispiel durch Medikamente ausgelöst wurden, verschwindet RLS wieder, sobald man den Faktor ausschaltet. Wo das nicht so ist, kann man nur symptomatisch behandeln. Möglich ist das etwa durch äußere Anwendungen wie Massagen oder kalte Fußbäder und bestimmte Bewegungsübungen. Manchmal müssen Betroffene auch eine Medikamententherapie erwägen. Mitunter bewirkt sie, dass der Körper schließlich wieder dann entspannt, wenn der Kopf das möchte.

Kaffee, Alkohol und Stress vermeiden

Entspannungstechniken wie Progressive Muskelrelaxation oder Autogenes Training können die Symptome sogar verschlimmern. Betroffene sollten zudem auf Kaffee, Alkohol, Stress oder schwere körperliche Arbeit verzichten. Denn dies verstärkt die Symptome. Die Ursachen für die Beschwerden sind dem Verband zufolge bislang nicht eindeutig geklärt. Nach Schätzungen sind fünf bis zehn Prozent der Bundesbürger betroffen, etwa ein Prozent braucht eine Behandlung. 60 Prozent der Patienten sind Frauen.

Liebe Leserinnen und Leser, leider können wir bei bestimmten Themen und bei erhöhtem Aufkommen die Kommentarfunktion nicht zur Verfügung stellen. Warum das so ist, erfahren Sie in einer Stellungnahme der Chefredaktion.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige

Shopping
Shopping
Trendige Sofas und Couches für jeden Geschmack
reduzierte Angebote entdecken bei ROLLER.de
Shopping
Vom Fleck weg gekauft: Hoover Haushaltsgeräte
OTTO.de
Meistgesuchte Themen A bis Z

Anzeige
shopping-portal
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017