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Gruseliges Leichen-Syndrom  

Es gibt Menschen, die halten sich für tot

13.03.2015, 17:38 Uhr | akl

Cotard Syndrom. Cotard-Syndrom: Betroffene fühlen sich wie tot.  (Quelle: Symbolbild: Thinkstock by Getty-Images)

Cotard-Syndrom: Betroffene fühlen sich wie tot. (Quelle: Symbolbild: Thinkstock by Getty-Images)

Sie sind davon überzeugt, tot zu sein: Patienten, die unter dem Cotard-Syndrom leiden. Vor kurzem wurde der Fall von Haley Smith bekannt. Der damals 14-jährigen Amerikanerin kam der Gedanke mitten im Unterricht: „Ich bin tot“, war sie sich sicher. Doch sie ist nicht die einzige, die an dem gruseligen Syndrom erkrankte.

Weltweit gibt es nur wenige bekannte Fälle, bei denen das Cotard-Syndrom diagnostiziert wurde. Was sich für Außenstehende unglaublich anhört, ist für die Betroffenen eine große Belastung.  Doch woher kommt das Gefühl, tot zu sein? Experten zufolge gibt es verschiedene Auslöser für die Wahnvorstellung.

Das können einschneidende Erlebnisse sein, die von der Psyche nicht richtig verarbeitet werden. Auch Störungen im Gehirn kommen in Frage, bevorzugt in den Arealen, die für die Selbstwahrnehmung und das Bewusstsein zuständig sind.

Depressive haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko

Das Risiko zu erkranken, steigt Medizinern zufolge besonders bei Menschen mit schweren Depressionen. Auch Demenz, Schlaganfälle und Hirntumore können Auslöser sein. Doch die Forschungslage ist aufgrund der Seltenheit der Erkrankung recht dünn.

Das Gefühl, nicht mehr zu existieren

Das Gute ist, dass die Kombination aus Psychotherapie und der Gabe von Antidepressiva oder Neuroleptika in vielen Fällen hilft. So auch bei Haley Smith. Die junge Frau suchte zwei Jahre nach Beginn der Erkrankung einen Psychiater auf, der das Leichen-Syndrom bei ihr diagnostizierte. Mit Hilfe des Experten und der Unterstützung von Familie und ihrem Partner schaffte sie den Weg zurück in ein normales Leben.

Persönlichkeitsveränderungen sind typisch

Doch es war ein langer Weg: Sie litt an Wahnvorstellungen nach denen sie glaubte, einfach nicht mehr zu existieren. Ihr Körper fühlte sich seltsam taub an, sie ging nicht mehr zur Schule, blieb nachts wach, begann Horrorfilme zu schauen und auf Friedhöfe zu gehen, wie die britische Zeitung "Daily Mail" schreibt. (Mehr zum Fall Haley Smith)

Ein altes Phänomen neu entdeckt

Der erste bekannte Fall das Cotard-Syndroms stammt bereits aus dem 19. Jahrhundert. Der französische Neurologe Dr. Jules Cotard beschrieb das psychopathologische  Phänomen 1880 zum ersten Mal. Eine seiner Patientinnen erklärte ihm, dass sie auf ewig verdammt sei und bereits verwese. Im weiteren Verlauf der Erkrankung war sie zudem sicher, dass auch die Welt nicht mehr existiert.

Viele Betroffene drohen zu verhungern

Berichten zufolge verweigerte die Patientin die Nahrungsaufnahme. Als Untote brauche sie keine Nahrung mehr, so ihre Erklärung. Dieses Phänomen ist auch bei anderen Betroffenen beschrieben worden. Das Risiko: Sie drohen zu verhungern.

Erkrankt nach missglücktem Suizidversuch

Auch der Patient Graham Harrison hörte auf zu essen und zu schlafen, nachdem er versucht hatte, sich mit einem Stromschlag in der Badewanne das Leben zu nehmen. Sein Fall wurde 2013 bekannt. Der damals 48-Jährige aus dem südenglischen Exeter war stark depressiv. Er überlebte den Suizidversuch und erklärte seinen behandelnden Ärzten anschließend, dass er keine Medikamente gegen die Depression brauche, da er sein Gehirn in der Badewanne „frittiert“ habe.

Von nichts anderem ließ er sich überzeugen. "Ich wusste nicht, wie ich ohne Gehirn sprechen oder irgendwelche Dinge tun konnte, aber ich war überzeugt, das ist keines mehr hatte", wird Graham ihn der Wissenschaftszeitung „New Scientist“ zitiert.

Betroffene stellen eigene Existenz in Frage

Was alle Betroffenen gemeinsam haben: Sie stellen ihre Existenz – und manchmal sogar die der Welt – in Frage. Das heißt, dass sie der wahnhaften Überzeugung sind, ihren Verstand, ihre Gefühle, Kräfte oder gar bestimmte Organe beziehungsweise Körperteile verloren zu haben.

Das Gefühl tot zu sein, wie es bei Smith der Fall war, gehört zu der schwersten Form der Erkrankung. Suizidversuche sind für die Betroffenen oft der letzte Ausweg aus dem Wirrwarr von wahnhaften Gefühlen und Gedanken.

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