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Darmerkrankungen kommen häufiger vor

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Statistisches Bundesamt informiert  

Zahl der ansteckenden Darmerkrankungen hat sich verdoppelt

07.04.2015, 16:58 Uhr | t-online.de, dpa

Darmerkrankungen kommen häufiger vor. Darmerkrankungen können von alleine verschwinden, sind bei Komplikationen aber äußerst gefährlich. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Darmerkrankungen können von alleine verschwinden, sind bei Komplikationen aber äußerst gefährlich. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Erbrechen, Durchfall und Übelkeit plagen nicht nur nach falschem Essen: Auch gefährliche Keime können hinter den Beschwerden stecken. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hat sich die Zahl der ansteckenden Darmerkrankungen seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt.

Im Jahr 2013 mussten rund 266.000 Menschen wegen ansteckender Darmerkrankungen stationär im Krankenhaus behandelt werden. Besonders sehr junge und alte Menschen infizieren sich mit den Keimen in großen Einrichtungen wie Kindergärten und Altenheimen rasch. Drei Arten von Erregern sind die Hauptverursacher: die Keime Clostridium difficile und Campylobacter sowie Noroviren.

Massentierhaltung macht Bakterien robuster

Der Anstieg hat nach Einschätzung von Christian Trautwein, dem Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, verschiedene Gründe. In den vergangenen Jahren seien etwa vom Bakterium Clostridium difficile vermehrt Stämme entstanden, die aggressivere Giftstoffe gebildet und zu schwereren Infektionen geführt haben. Weil Antibiotika in der Geflügelmast vermutlich zu häufig und nicht zielgenau verabreicht werden, können derartige Erreger den Angaben zufolge Resistenzen bilden. Dadurch werden Antibiotika-empfindliche Bakterien abgetötet, während die Antibiotika-resistenten sich umso konkurrenzloser vermehren können.

Hohe Sterberate bei Clostridium difficile

Der Erreger Clostridium difficile findet sich auch im Körper von gesunden Menschen. Die Einnahme von Antibiotika kann die Darmflora jedoch stark angreifen, was die Clostridien fördert. Diese scheiden dann Giftstoffe aus, die zu einer Darmerkrankung führen können. Das Bakterium hat im Jahr 2013 in 31.738 Fällen einen Darminfekt ausgelöst.

In weniger schweren Fällen verschwinden die wässrigen Durchfälle, Bauchschmerzen, Übelkeit und Fieber von selbst. Nicht selten allerdings verschlimmert sich die Darmentzündung, was zu unstillbaren Blutungen und zum Versagen der Darmtätigkeit führen kann. Die schwere Form einer Infektion mit Clostridium difficile ist mit einer Sterberate von rund 50 Prozent sehr gefährlich und deshalb meldepflichtig.

Noroviren entwässern den Körper rasch

Noroviren haben im Jahr 2013 in 25.529 Fällen Krankheiten im Darm ausgelöst. Heftige Brechdurchfälle führen dabei schnell zu einem großen Flüssigkeitsverlust, der den Körper schwächt. Besonders alten Menschen und Säuglingen setzen Noroviren daher stark zu. Auch Bauch- und Muskelschmerzen sind häufige Begleitsymptome. Meistens verschwinden die Beschwerden nach ein bis zwei Tagen.

Campylobacter werden durch Fleisch und Tiere übertragen

11.265 Fälle gingen 2013 auf das Konto des Bakteriums Campylobacter. Der Keim lebt vor allem im Verdauungstrakt von Tieren, ohne dass diese erkranken. Haustierbesitzer sind deshalb besonders gefährdet, sich anzustecken. Auch im Fleisch - besonders Geflügel - landen die Bakterien häufig unbemerkt. Eine Erkrankung äußert sich durch Fieber-, Kopf- und Muskelschmerzen. Häufig folgen heftige Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfälle. Nicht selten klingen Campylobacter-Infektionen von alleine ab. Treten allerdings Komplikationen auf, drohen rheumatische Gelenkentzündungen oder sogar Hirnhautentzündungen.

Schmierinfektionen sind häufiger Übertragungsweg

Besonders die Erreger Campylobacter und Clostridium difficile sind tückisch, denn nicht immer leiden Betroffene sofort oder überhaupt unter Beschwerden. Die Erreger werden so auch unerkannt weitergetragen. Aber auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind, befinden sich oft noch Rückstände der ansteckenden Bakterien im Stuhl. Schon der geringste Kontakt mit kleinsten Spuren von Stuhlresten reicht aus, um sich mit Campylobacter, Clostridium difficile oder dem Norovirus anzustecken. Häufig passiert das über eine Schmierinfektion, bei der die Erreger über einen Händedruck weitergetragen werden und anschließend an die Schleimhäute gelangen. Auch an manchen Gegenständen und Flächen bleiben die Keime haften. Häufige Stellen sind Toiletten, Türklinken und Handläufe.

An Orten, wo sich viele Menschen tummeln, gilt daher: regelmäßig Händewaschen. Vor allem nach jedem Toilettengang sollten die Hände gründlich mit Seife gereinigt werden. Ist kein Waschbecken in der Nähe, gilt es, den Kontakt mit den eigenen Schleimhäuten grundsätzlich zu vermeiden.

Vorsicht bei mangelnder Küchen-Hygiene

Noroviren und Campylobacter werden zudem über Lebensmittel und verunreinigte Küchenutensilien weitergetragen. Daher sollte man auch in der heimischen Küche auf Hygiene achten. Das Auftauwasser von gefrorenem Geflügel landet besser direkt im Abfluss, damit Campylobacter keine Chance hat. Schneidebrettchen und Messer müssen heiß abgespült werden, um mögliche Keime zu entfernen. Außerdem empfiehlt es sich, das Spülschwämmchen regelmäßig zu wechseln.

Bei rohem Fleisch, Salat, Obst oder Meeresfrüchten ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verzehrt daher nur völlig durchgegartes Fleisch. Selbst in verunreinigtem Wasser können die Bakterien vorkommen. Campylobacter kommt stellenweise zum Beispiel in Badeseen vor.

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