Sie sind hier: Home > Gesundheit >

Adipositas-Studie: Übergewicht fördert Krankheit und Depression

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Adipositas-Studie  

Fett macht auch depressiv

08.04.2015, 16:45 Uhr | JL

Adipositas-Studie: Übergewicht fördert Krankheit und Depression. Depressionen und Fettleibigkeit hängen offenbar zusammen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Depressionen und Fettleibigkeit hängen offenbar zusammen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Dass Übergewicht nicht gesund ist, ist bekannt. Jetzt fanden Adipositas-Forscher der Universität Leipzig in einer Studie heraus, dass Fettleibigkeit nicht nur körperlich krank macht, sondern auch Depressionen verursachen kann. Die gute Nachricht: Übergewichtige können etwas dagegen tun.

Grund für diese Anfälligkeit ist, dass das Fettgewebe adipöser Menschen mehr Signalstoffe, sogenannte Zytokine, ausschüttet, die Entzündungen im gesamten Körper fördern. Das ergab ein Vergleich von 200 adipösen und normalgewichtigen Studienteilnehmern.

Menschen mit viel Bauchfett besonders gefährdet

Die Forscher haben anhand von Blutuntersuchungen erstmalig erkannt, dass hoch konzentrierte, entzündungsfördernde Zytokine Folgeerkrankungen von Adipositas - wie Diabetes oder Bluthochdruck - begünstigen können. Besonders bei den Probanden mit viel Bauchfett war der Zytokinspiegel im Vergleich zu Normalgewichtigen erhöht.

Fettgewebe fördert Krankheit und Depression

Menschen mit viel Fettgewebe neigen verstärkt zu Stoffwechselstörungen, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck und Gelenkleiden. Das ist bereits vor der Studie bekannt gewesen, nicht aber die genauen Gründe: "Jetzt können wir uns besser erklären, warum solche Krankheiten häufiger bei adipösen Patienten auftreten", sagt Psychiater und Adipositasforscher Professor Dr. Hubertus Himmerich.

Doch nicht nur körperliche Leiden plagen Adiposita-Patienten häufiger als diejenigen mit Normalgewicht. Die Studie ergab auch, dass die erhöhte Zytokinproduktion Depressionen verursachen kann: Zytokine senken den Nervenbotenstoff Serotonin, der für heitere Stimmung und Motivation sorgt. Die Forscher halten es deshalb für wahrscheinlich, dass die steigenden Zahlen von Depressionen und Adipositas in der Bevölkerung zusammenhängen.

Bewegung senkt den Zytokinspiegel

Allerdings wurde auch ein Unterschied zwischen den adipösen Studienteilnehmern festgestellt: Bei denjenigen, die sich trotz ihres Übergewichts regelmäßig bewegten, war der entzündungsfördernde Zytokin-Wert geringer als bei den teilnehmenden Bewegungsmuffeln. Die Wissenschaftler leiten davon ab, dass sich Übergewichtige ausreichend bewegen sollten, um schlimme Folgeerkrankungen zu verhindern. Auch Medikamente, die die Zytokinproduktion blockieren, könnten den Betroffenen helfen, so das Studienergebnis.

Bei der Untersuchung handelt es sich um eine interdisziplinäre Studie des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen der Universität Leipzig.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige

Shopping
Shopping
congstar „Allnet Flat“ mit bis zu 2 GB Daten
zu congstar.de
Meistgesuchte Themen A bis Z

Anzeige
shopping-portal
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017