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WHO sieht "Übergewichts-Krise" kommen  

Europa wird zum Moppel-Kontinent

06.05.2015, 18:26 Uhr | Julia Wäschenbach, dpa

WHO sieht "Übergewichts-Krise" in Europa kommen. Übergewicht: Sieht so künftig der Durschnitts-Europäer aus? (Quelle: t-online.de)

Sieht so künftig der Durschnitts-Europäer aus? (Quelle: t-online.de)

Die Europäer platzen bald aus den Nähten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer "Übergewichts-Krise enormer Ausmaße". Demnach werden im Jahr 2030 in manchen Ländern nur noch wenige Menschen normalgewichtig sein. Besonders dramatisch könnte es Irland treffen, aber auch die Deutschen werden immer dicker.

Der Maßstab für die Gewichtsklassen ist der Body-Mass-Index (BMI), der die Relation zwischen Gewicht und Körpergröße beziffert. In der Untersuchung verglichen die Forscher Daten zu Übergewicht (BMI ab 25) und Fettleibigkeit (BMI ab 30) von europäischen Männern und Frauen von 2010 mit Projektionen für 2030. Die Zahlen aus allen 53 Ländern der Europäischen Region präsentierte die WHO jetzt anlässlich des Europäischen Kongresses zu Übergewicht in Prag.

So dick werden die Deutschen

Auch den Deutschen sagen die Forscher zunehmende Gewichtsprobleme voraus, vor allem den Männern. Fast die Hälfte aller Frauen (2010: 44 Prozent / 2030: 47 Prozent) und knapp zwei Drittel der Männer (2010: 62 Prozent / 2030: 65 Prozent) werden demnach im Jahr 2030 Übergewicht haben. Fast jedem vierten Mann (2010: 21 Prozent / 2030: 47 Prozent) und etwas mehr als jeder fünften Frau (2010: 15 Prozent / 2030: 2030: 47 Prozent) droht Fettleibigkeit.

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Iren werden die Schwergewichte Europas

In anderen Ländern fällt die Entwicklung den Prognosen zufolge noch extremer aus: 2030 sind fast alle erwachsenen Iren übergewichtig. Nahezu die Hälfte der Männer (48 Prozent) und mehr als die Hälfte der Frauen (57 Prozent) in dem Land wird sogar fettleibig sein. In Großbritannien trifft dies auf ein Drittel aller Frauen zu.

Auch Griechenland, Spanien, Schweden, Österreich oder Tschechien müssen sich auf viel mehr Übergewichtige einstellen. Im Jahr 2030 könnten doppelt so viele Griechen fettleibig sein wie 2010. Die Schweden werden kräftig aufholen: Während 2010 nur 14 Prozent aller schwedischen Männer als fettleibig galten, sollen es 2030 mehr als ein Viertel sein. Der Trend laut WHO kaum ein Land.

Dicke werden diskriminiert

"Regierungen müssen mehr tun, um das Marketing für ungesundes Essen zu begrenzen und gesundes Essen erschwinglicher zu machen", forderte Laura Webber vom britischen Gesundheitsforum, das das Projekt gemeinsam mit der WHO in Europa geleitet hatte.

Nicht nur gesundheitliche Probleme belasten die Betroffenen. Stark fettleibige Menschen (BMI ab 35) sind oft Vorurteilen und Diskriminierung ausgesetzt - etwa doppelt so häufig wie andere Übergewichtige, wie eine Untersuchung von Forschern der Universitätsklinik Leipzig zeigt. Dafür werteten die Autoren mehr als zwei Dutzend internationale Studien aus, auch aus Deutschland. "Die Ergebnisse beweisen, dass die Diskriminierung wegen Fettleibigkeit und ihre negativen Folgen höchst relevante Probleme in der Gesellschaft sind", erklärte Hauptautorin Jenny Spahlholz.

Nur eine Nation wird schlanker

In den Daten der WHO steckt aber zumindest auch eine gute Nachricht: In den Niederlanden werden die Menschen den Annahmen zufolge schlanker. Weniger als die Hälfte der Männer dort soll in 15 Jahren noch übergewichtig sein (2010: 54 Prozent), nur noch acht Prozent adipös (2010: zehn Prozent). Bei den niederländischen Frauen soll der Anteil der Fettleibigen von 13 auf neun Prozent sinken.

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