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Brustimplantate-Skandal: TÜV Rheinland wird entlastet

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Brustimplantate-Skandal: TÜV gewinnt vor Gericht

02.07.2015, 10:10 Uhr | AFP

Brustimplantate-Skandal: TÜV Rheinland wird entlastet. Brustimplantat der Firma PIP (Quelle: dpa)

Brustimplantat der Firma PIP (Quelle: dpa)

Der TÜV Rheinland hat im Skandal um minderwertige Brustimplantate der französischen Firma Poly Implant Prothèse (PIP) einen wichtigen juristischen Erfolg erzielt.

Das Berufungsgericht der südfranzösischen Stadt Aix-en-Provence urteilte, dass der TÜV seine Kontrollpflichten erfüllt und "keinen Fehler" begangen habe.

Keine Ansprüche auf Schadenersatz 

Damit kassierten die Richter ein Urteil eines anderen französischen Gerichts vom November 2013, das den TÜV zur Zahlung von Schadenersatz an betroffene Frauen verurteilt hatte.

6000 Frauen allein in Deutschland betroffen 

Poly Implant Prothèse hatte seine Brustimplantate statt mit Spezial-Silikon mit billigerem Industrie-Silikon befüllt, die Kissen reißen leichter und können Entzündungen auslösen.

Weltweit wurden zehntausenden Frauen PIP-Implantate eingesetzt, in Deutschland sind Schätzungen zufolge rund 6000 Frauen betroffen. Der TÜV hatte das Herstellungsverfahren bei PIP zertifiziert, nicht aber die Silikonkissen selbst kontrolliert.

Vorwurf: Verstoß gegen "Kontroll- und Aufsichtpflichten" 

Im November 2013 verurteilte das Handelsgericht der südfranzösischen Stadt Toulon den TÜV dazu, 1700 betroffenen Frauen Schadenersatz von zunächst je 3000 Euro zu zahlen. Das Gericht hielt dem TÜV vor, gegen seine "Kontroll- und Aufsichtspflichten" verstoßen zu haben.

Berufungsurteil spricht TÜV von Schuld frei

Der TÜV, der sich selbst als Opfer des PIP-Betrugs sieht, legte dagegen Berufung ein und bekam nun Recht.

Das Berufungsgericht von Aix-en-Provence erklärte in seinem Urteil, der TÜV und sein Frankreich-Ableger hätten "ihre Verpflichtungen als Zertifizierungs-Organe respektiert". Sie hätten "keinen Fehler begangen", für den sie haftbar gemacht werden könnten.

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