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Alzheimer: Biologisches Alter offenbart das Risiko

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Unabhängig vom Lebensstil  

Neuer Test verrät, wie alt der Körper wirklich ist

08.09.2015, 15:10 Uhr | JL

Alzheimer: Biologisches Alter offenbart das Risiko. Ob Alzheimer oder Demenz drohen, lässt sich möglicherweise bald mit einem Bluttest klären. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ob Alzheimer oder Demenz drohen, lässt sich möglicherweise bald mit einem Bluttest klären. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer auf seine Gesundheit achtet, lebt länger - so glauben viele. Doch das ist offenbar nur die halbe Miete: Britische Forscher haben jetzt Gene entschlüsselt, die verraten, wie schnell unsere Zellen altern. Dadurch soll auch ein Bluttest, der Alzheimer vorhersagt, möglich werden.

Die Forscher untersuchten Blut, Gehirn- und Muskelgewebe von mehreren Tausend Probanden. Dabei ermittelten sie rund 150 Gene, an denen sie ablesen konnten, wie alt die Zellen biologisch sind und wie schnell ihr Alterungsprozess voranschreitet.

Bluttest könnte Alzheimer voraussagen

Die Wissenschaftler leiten daraus eine wichtige Erkenntnis ab: Je mehr Jahre zwischen biologischem und tatsächlichem Alter liegen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es im Alter zu Demenz oder Alzheimer kommt.

Mit einem simplen Bluttest könnten Ärzte die Gene untersuchen und damit die Lebensdauer und den geistigen Abbau ihrer Patienten vorhersagen - und das bevor es zu Symptomen oder einer Krankheit kommt, wie der leitende Autor Professor James Timmons gegenüber BBC erklärt.

Alter der Zellen kann um Jahrzehnte abweichen

An 700 gesunden 70-Jährigen wurde der Test anschließend überprüft. Obwohl zu etwa derselben Zeit geboren, waren die Probanden biologisch gesehen unterschiedlich alt: Manche waren bereits auf dem Stand von 80-Jährigen, andere hingegen hätten medizinisch gesehen rund zwanzig Jahre jünger sein können.

Das Ergebnis zeigt, dass sich das biologische Alter nicht am Geburtstag ablesen lässt. "Es sieht so aus, als lasse sich der Test ab einem Alter von 40 Jahren dazu verwenden, Aussagen darüber zu treffen, wie gut ein Mensch altert," sagt Timmons.

Biologisches Alter wird nicht vom Lebensstil beeinflusst

Das biologische Alter hat laut den Forschern nichts mit dem individuellen Lebensstil zu tun. Zwar schaden schlechte Angewohnheiten wie Rauchen oder Bewegungsmangel der Gesundheit. Doch das allein beeinflusst offenbar nicht, wie schnell der Körper altert. Um Aussagen darüber treffen zu können, wie lange ein Mensch noch gesund zu leben hat, müsste deshalb auch die genetische Komponente berücksichtigt werden.

Vorsorgeuntersuchungen könnten sich an Test orientieren

Die Erkenntnisse könnten vor allem der Präventivmedizin nützen: Haben Ärzte per Test herausgefunden, dass ihr Patient zu einer bestimmten Krankheit neigt, können Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungsmethoden gezielter angewendet werden. Außerdem kommen ältere Menschen, die biologisch gesehen jünger sind, wieder als Organspender in Frage.

"Wir müssen jetzt mehr darüber herausfinden, warum diese großen Unterschiede beim Altern auftreten," so Timmons. Dann lasse sich der Test möglicherweise dazu verwenden, das Risiko von altersbedingten Krankheiten zu reduzieren. Die Studie konnte jedoch nicht herausfinden, ob Betroffene etwas gegen ihren schnell alternden Körper tun können.

Test wirft gesellschaftliche Debatten auf

Der Test dürfte nicht nur die Medizin voranbringen, sondern auch kritische Diskussionen entfachen: Wie verändert sich das Leben eines Menschen, der mit dem Test erfährt, dass er kürzer zu leben oder mit Alzheimer zu rechnen hat? Sollten Patienten den Test ablehnen dürfen? "Das wirft zweifelsohne viele Fragen und Debatten auf. Da wir aber ohnehin bereits aufgrund unseres Alters bewertet werden, könnten wir es damit cleverer anstellen," findet Timmons. Und er geht noch einen Schritt weiter: All diejenigen, die nicht auf ein langes Leben hoffen können, wollen ihr Geld womöglich nicht unnötig in Rentenbeiträge stecken. Stattdessen könnten sie ihr Leben im Moment genießen.

Die Studie des King's College in London wurde in der Fachzeitschrift "Genome Biology" veröffentlicht.

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