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Richtige Antibiotika-Einnahme: WHO-Studie zeigt Wissenslücken

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Gewaltige Wissenslücken  

Gefährliches Unwissen über den richtigen Umgang mit Antibiotika

17.11.2015, 18:36 Uhr | dpa, AFP

Richtige Antibiotika-Einnahme: WHO-Studie zeigt Wissenslücken. WHO: Anitbiotikaresistenzen fordern jedes Jahr 700.000 Todenopfer. (Quelle: imago/Science Photo Library)

WHO: Anitbiotikaresistenzen fordern jedes Jahr 700.000 Todenopfer. (Quelle: Science Photo Library/imago)

Immer öfter bleiben Antibiotika wirkungslos. Die Bakterien sprechen nicht mehr auf die Wirkstoffe an. Sie werden resistent. Therapien werden dadurch schwieriger, Kosten steigen und mehr Patienten sterben. Eine Ursache ist das mangelhafte Wissen über den richtigen Umgang mit Antibiotika. 

Eine Umfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in zwölf Ländern offenbarte erschreckend große Wissenslücken. Zwar gaben 64 Prozent der Befragten an, sich der Gefahren durch die Resistenz von Antibiotika bewusst zu sein, doch die Ergebnisse sprechen eine andere Sprache.  

Große Unkenntnis über den richtigen Umgang mit Antibiotika

So glaubten 44 Prozent der Befragten, dass das Resistenz-Problem nur diejenigen betreffe, die Antibiotika falsch einnehmen. Drei Viertel denken gar, dass der Körper resistent werde, nicht die Bakterien. Und zwei Drittel seien der Meinung, dass ein sachgemäßer Gebrauch von Antibiotika einen vollen Schutz biete. Tatsächlich könne sich aber "jeder zu jeder Zeit in jedem Land" mit resistenten Bakterien infizieren, heißt es in der Studie.

64 Prozent der Studienteilnehmer glaubten fälschlicherweise, man könne von Viren ausgelöste Erkältungskrankheiten mit Antibiotika behandeln. 32 Prozent der Befragten erklärten, man könne die Einnahme von Antibiotika beenden, sobald man sich besser fühle, anstatt die verschriebene Dosis vollständig einzunehmen. Dabei gilt die zu frühe Absetzung dieser Medikamente als eine von vielen Ursachen dafür, dass sich resistente Bakterien ausbreiten.

Antibiotika richtig einnehmen

"Die Erkenntnisse dieser Studie zeigen, dass es dringend erforderlich ist, das Wissen über Antibiotika-Resistenzen zu verbessern", sagte der WHO-Sonderbeauftragte für solche Resistenzen, Keiji Fukuda. Die entsprechende Veränderung von Verhaltensweisen sei "eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts".

Die WHO empfiehlt, Antibiotika nur nach ärztlicher Verschreibung und streng nach Vorschrift bis zum Ende der Behandlung einzunehmen, selbst wenn die Symptome schon abklingen. Außerdem dürften Patienten nicht zu Antibiotika greifen, die ihnen bereits früher einmal verschrieben worden seien und niemals Antibiotika anderen zur Einnahme überlassen.

"Antibiotika-Resistenz ist eine globale Gesundheitskrise"

Jedes Jahr sterben laut WHO rund 700.000 Menschen, weil Antibiotika gegen bestimmte Bakterien nicht mehr wirken - allein in Deutschland seien es mindestens 10.000. "Die zunehmende Antibiotika-Resistenz ist eine globale Gesundheitskrise", so WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. "Sie erreicht in allen Teilen der Welt ein gefährliches Ausmaß."

Lage in Deutschland vergleichsweise gut

Resistenzen gegen Antibiotika sind in Deutschland allerdings seltener als in manch anderen europäischen Ländern. Das geht aus Daten des Robert Koch-Institus (RKI) hervor. Demnach ist der Anteil Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus, einem der wichtigsten Erreger von Krankenhausinfektionen, hierzulande mit 11,8 Prozent rückläufig. Der europäische Mittelwert stagniere hingegen bei 18 Prozent.

"Dennoch gibt es in Deutschland deutlichen Verbesserungsbedarf und auch negative Trends, die unbedingt gestoppt werden müssen", so RKI-Präsident Lothar Wieler. Beispielsweise sei die Resistenz von Escherichia coli, die Harnwegsinfektionen verursachen können, gegenüber einer wichtigen Gruppe breit wirksamer Antibiotika in Deutschland inzwischen auf mehr als zehn Prozent gestiegen.

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