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Fastenzeit beginnt: Das sollten Sie zum gesunden Fasten wissen

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Diese Methoden in der Fastenzeit gibt es  

Sanftes Fasten statt harter Verzicht

23.02.2017, 13:35 Uhr | Sabine Meuter, dpa-tmn

Fastenzeit beginnt: Das sollten Sie zum gesunden Fasten wissen. Beim Fasten ist es wichtig, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen - am besten in Form von Wasser oder Kräutertees.  (Quelle: dpa)

Beim Fasten ist es wichtig, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen - am besten in Form von Wasser oder Kräutertees. (Quelle: dpa)

Nach Tagen und Wochen voller Gebäck, Alkohol und fettigem Essen beginnt im Februar die Fastenzeit. Viele nutzen diese Zeit, um bewusst auf bestimmte Nahrungsmittel oder alkoholische Getränke zu verzichten. Andere entscheiden sich für eine radikale Fastenkur, um den Körper zu reinigen und neue Energie zu tanken. Dafür muss man nicht radikal auf Nahrung verzichten - man darf sehr wohl essen, nur eben bewusst und richtig.

Am Anfang kann es hart sein, aber der Aufwand lohnt sich: Denn eine Fastenkur ist eine Wohltat für den Körper. Mit ihr lassen sich vermutlich Krankheiten vorbeugen, das Wohlbefinden steigern und ungünstige Ernährungsgewohnheiten ändern.

Dass dabei auch noch die Fettpölsterchen am Körper schmelzen, ist ein beliebter Nebeneffekt. "Letztendlich spielt es beim therapeutischen Fasten keine Rolle, wie man fastet, sondern dass man überhaupt mindestens einmal im Jahr fastet", sagt Professor Andreas Michalsen. Er ist Chefarzt für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus in Berlin.

Fasten sollte maximal zehn Tage dauern

Vor dem Fasten sollte der Körper mit zwei Entlastungstagen, in denen vegetarisch, leicht verdaulich und weniger als sonst gegessen wird, auf die Fastenkur vorbereitet werden. "Das eigentliche Fasten sollte, je nach Fastenart, nicht länger als maximal zehn Tage dauern", erklärt die Ökotrophologin Gabriele Graf von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf. Wer länger fasten will, sollte dies unter ärztlicher Aufsicht tun oder sich in eine Fastenklinik begeben. Zunächst jedoch ist es wichtig, sich für eine bestimmte Fastenmethode zu entscheiden.

Heilfasten: Gründliche Darmreinigung und Flüssignahrung 

Beim Heilfasten nach dem Mediziner Otto Buchinger (1878-1966) steht zunächst eine gründliche Darmreinigung mit Glauber- oder Bittersalz sowie gelegentlichen Einläufen an. Dann wird in der Regel fünf bis sieben Tage keine feste Nahrung zu sich genommen - es gibt nur Flüssiges mit maximal 500 Kalorien pro Tag, erläutert Michalsen. Über Gemüsebrühe am Mittag bekommt der Körper Mineralstoffe, über verdünnte Obst- und Gemüsesäfte Vitamine.

Erlaubt sind außerdem mit etwas Honig gesüßte Tees sowie Wasser. Leberwickel und Entspannungsübungen gehören ebenfalls zu der Kur. "Ihr Vorteil ist, dass sich damit tatsächlich medizinische Effekte etwa bei Rheuma oder Bluthochdruck erzielen lassen", so Michalsen. Einer der Nachteile: Fastende können diese Kur nicht ohne weiteres in den Alltag integrieren. Arbeitnehmer sollten Urlaub nehmen.

Suppenfasten: Dreimal am Tag sind ein bis zwei Teller warme Suppe

Zum Frühstück gibt es eine Haferflocken-Suppe. Haferflocken enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe. Sie regen die Fettverbrennung und die Tätigkeit des Darms an. Außerdem machen sie satt. "Wichtig ist, mindestens zwei Liter am Tag zusätzlich zu trinken", rät Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn.

Mittags und abends steht eine warme Gemüsesuppe auf dem Speiseplan. Sie sollte aus Kohl oder Brokkoli gekocht werden - wegen ihres hohen Ballaststoff-Gehalts. Ein Vorteil: Die Suppe für mittags lässt sich gut auf Vorrat zubereiten und man kann sie in der Thermoskanne mit zur Arbeit nehmen. Der Nachteil: Es wird kaum für die Muskelmasse wichtiges Eiweiß aufgenommen. "Um dem Muskelabbau entgegenzuwirken, sollten sich Fastende grundsätzlich während der Kur viel bewegen", sagt Gahl.

Fasten mit Obst und Gemüse: Fünf große Portionen am Tag

Bei der Wahl der Früchte und Gemüsesorten gibt es kaum Vorschriften. Das können je nach Geschmack und Saison Äpfel, Erdbeeren, Trauben, Karotten, Fenchel oder Kräuter wie Petersilie sein. "Bei dieser Form des Fastens verzichtet der Fastende auf sämtliche tierische Lebensmittel", erläutert Gahl. Das sind neben Wurst und Fleisch beispielsweise auch Eier. Alkohol und Kaffee sind ebenfalls tabu, stattdessen gibt es Wasser und Kräutertees.

Der Vorteil: Über das Obst und Gemüse erhält der Körper Vitamine und Ballaststoffe, die den Stoffwechsel aktivieren. Der Nachteil dieser Art des Fastens ist auch hier, dass dem Körper zu wenig Eiweiß für die Muskeln zugeführt wird.

Fastenkuren mit Milch und Semmeln

Diese Fastenkur geht auf den Arzt Franz Xaver Mayr (1875-1965) zurück. Täglich gibt es drei Semmeln mit bis zu einem halben Liter Milch. Vor dem Frühstück und vor dem Abendessen löst der Fastende Bittersalz in Wasser auf und trinkt dieses Gemisch. Es sorgt dafür, dass der Darm entleert wird. Zum Frühstück sowie Mittag- und Abendessen wird jeweils ein altes Brötchen in kleine Stücke geschnitten und jedes einzelne Teil so lange gekaut, bis es fast flüssig ist. Heruntergeschluckt wird es erst, wenn der Fastende einen Löffel frischer Milch zu sich genommen hat.

Die Milch versorgt den Körper mit wichtigen Nährstoffen. Zusätzlich werden täglich drei Liter Wasser oder Kräutertee getrunken. Der Vorteil dieser Kur: Mit ihr können sich Fastende eine zu hastige Essensweise abgewöhnen und gleichzeitig Pfunde verlieren. Der Nachteil: "Diese Kur ist angesichts der weit verbreiteten Unverträglichkeit von Laktose in der Milch bei weitem nicht für jeden geeignet", erklärt Michalsen.


Wichtiger Grundsatz: Lassen Sie es langsam ausklingen

"Wichtig für einen anhaltenden Erfolg sind die Aufbautage nach dem Fasten", sagt Graf. Der Organismus muss sich langsam einem normalen Mahlzeitrhythmus annähern. "Für den Aufbau sollte man sich mindestens drei Tage Zeit nehmen", rät Michalsen. Dabei sollte maßvoll und langsam gegessen und vor allem gründlich gekaut werden. "Längerfristig haben von einer Fastenkur aber nur diejenigen etwas, die ungünstige Essgewohnheiten im Alltag verändern", betont Gahl.

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