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Zika-Virus kann Guillain-Barré-Syndrom (GBS) auslösen

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Neue Erkenntnisse  

Forscher finden Verbindung zwischen Zika und neurologischer Krankheit

02.03.2016, 14:29 Uhr | AFP

Zika-Virus kann Guillain-Barré-Syndrom (GBS) auslösen. Das durch Mücken übertragene Zika-Virus steht unter dem Verdacht, bei Babys Mikrozephalie auszulösen.  (Quelle: dpa)

Das durch Mücken übertragene Zika-Virus steht unter dem Verdacht, bei Babys Mikrozephalie auszulösen. (Quelle: dpa)

Das Zika-Virus führt nicht nur zur gleichnamigen Infektion, sondern kann auch eine entzündliche Nervenkrankheit, das Guillain-Barré-Syndrom auslösen. Das melden französische Forscher.

Das Team vom Institut Pasteur in Paris veröffentlichte die Ergebnisse seiner Studie in der britischen Fachzeitschrift "The Lancet". Grundlage der Untersuchung waren Daten von Erkrankten in Französisch-Polynesien. Das Zika-Virus steht auch im Verdacht, Fehlbildungen bei Babys hervorzurufen, was derzeit aber noch wissenschaftlich untersucht wird.

Auf die Zika-Epidemie folgte das Guillain-Barré-Syndrom

In dem Überseegebiet Französisch-Polynesien waren zwischen Oktober 2013 und April 2014 rund 200.000 Bewohner von einer Zika-Epidemie betroffen. Die Forscher machten davon 42 Fälle des Guillain-Barré-Syndroms (GBS) aus, in denen die Nervenkrankheit durch das Virus ausgelöst worden sein muss. Das ergaben unter anderem Bluttests.

Vergleichbar mit der Annahme, "dass Tabak Lungenkrebs auslöst"

Die Autoren sprachen von dem "ersten Beweis" eines Zusammenhangs zwischen dem Zika-Virus und der Nervenkrankheit GBS. Arnaud Fontanet, einer der Autoren der Studie, sagte, der Effekt sei vergleichbar mit der Annahme, "dass Tabak Lungenkrebs auslöst". Mehrere Hinweise machten die Forscher sicher, die Verbindung entdeckt zu haben, führte Fontanet aus.

Zum einen stiegen während der Zika-Epidemie die Fälle des Guillain-Barré-Syndroms um das 20-Fache an. Zum anderen hatten sich 90 Prozent der an dem Syndrom erkrankten Menschen eine Woche zuvor mit Zika infiziert. Bei ausnahmslos allen Patienten wurden demnach außerdem Spuren des Virus mitsamt Antikörpern entdeckt.

Nicht zuletzt gehen die Forscher davon aus, andere Ursachen für eine GBS-Erkrankung, etwa Dengue-Fieber, ausschließen zu können. Unklar ist aber zunächst noch, wie das Zika-Virus das Guillain-Barré-Syndrom auslöst.

Guillain-Barré-Syndrom führt zu Lähmungen

Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine seltene entzündliche Erkrankung, bei der das Immunsystem des Körpers einen Teil des Nervensystems angreift. Dabei können Empfindungsstörungen und Lähmungen in den Gliedmaßen auftreten. Auch schwere Atembeschwerden sind möglich. Den Forschern zufolge sind in entwickelten Ländern etwa fünf Prozent der Fälle tödlich.

Zusammenhang zwischen Zika und Mikrozephalie fehlt noch

Das von Mücken übertragene Zika-Virus grassiert derzeit vor allem in Südamerika. Besonders betroffen ist Brasilien: Die Zahl der Zika-Infektionen wird dort auf 1,5 Millionen geschätzt. Das Virus steht auch im Verdacht, Mikrozephalie bei Babys auszulösen, eine Missbildung des Kopfes, und gilt damit für Schwangere als besonders gefährlich. Zum Zusammenhang zwischen Zika und Mikrozephalie laufen derzeit ebenfalls wissenschaftliche Untersuchungen.

In Südamerika auf Intensivbehandlung vorbereiten

Ob die Ergebnisse der Studie in Französisch-Polynesien auf die Regionen in Südamerika übertragbar sind, ist noch offen. Fontanet sprach sich indes bereits dafür aus, dort die Gesundheitssysteme zu stärken und sie auf die Intensivbehandlung zahlreicher Patienten mit GBS vorzubereiten.

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