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Zika-Virus kann möglicherweise auch Hirne Erwachsener schädigen

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81-Jähriger schwer erkrankt  

Zika-Virus kann offenbar auch Hirne Erwachsener schädigen

12.03.2016, 15:11 Uhr | AFP

Zika-Virus kann möglicherweise auch Hirne Erwachsener schädigen. Das durch Mücken übertragene Zika-Virus ist möglicherweise auch für Erwachsene gefährlich.  (Quelle: Reuters)

Das durch Mücken übertragene Zika-Virus ist möglicherweise auch für Erwachsene gefährlich. (Quelle: Reuters)

Bislang galt das in Lateinamerika grassierende Zika-Virus vor allem als gefährlich für Ungeborene. Doch nun warnen französische Forscher auch vor Schäden bei Erwachsenen. Sie schildern den Fall eines 81-jährigen Mannes, der offenbar durch Zika eine Hirnhautentzündung bekommen hat.  

Wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" berichten, war der Mann nach einer Kreuzfahrt im Januar mit hohem Fieber und Lähmungserscheinungen in ein Krankenhaus in Créteil nahe Paris eingeliefert worden. In seiner Rückenmarksflüssigkeit sei das Zika-Virus gefunden worden.

Zika-Virus löste offenbar Hirnhautentzündung aus

Der vor seiner Kreuzfahrt im Pazifik völlig gesunde Patient sei zwischenzeitlich ins Koma gefallen, schrieb das Forscherteam. Bei ihm sei eine Meningoenzephalitis, eine Hirn- und Hirnhautentzündung, diagnostiziert worden. Mittlerweile gehe es ihm etwas besser.

"Das ist der erste Fall dieser Art, über den nach unserer Kenntnis berichtet wurde", sagte der Ko-Autor der Studie, Guillaume Carteaux. Als möglicher Auslöser sei außer dem Zika-Virus kein anderer Infektionserreger festgestellt worden. Ein Beweis, dass Zika die Entzündung auslöste, ist dies noch nicht. Ärzte sollten sich aber der Möglichkeit bewusst sein, dass "Zika mit Meningoenzephalitis im Zusammenhang stehen" könnte, rieten die Forscher.

Ursache für Rückenmarksentzündung?

Erst vor wenigen Tagen hatte ein anderes französisches Forscherteam über einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Zika-Virus und schweren Rückenmarksentzündungen berichtet. Das Virus wurde demnach im Rückmark einer 15-Jährigen nachgewiesen, die Mitte Januar in die Universitätsklinik der Stadt Pointe-à-Pitre im französischen Überseegebiet Guadeloupe mit einer halbseitigen Lähmung eingeliefert worden war.

Diagnostiziert wurde eine schwere Rückenmarksentzündung, die zu einer Lähmung der Gliedmaßen führen kann. Als Auslöser wurde das Zika-Virus identifiziert. Andere mögliche Auslöser der seltenen Krankheit konnten durch Bluttests ausgeschlossen werden.

Zusammenhang mit Guillain-Barré-Syndrom vermutet

Es gibt überdies deutliche Hinweise, dass Zika das Guillain-Barré-Syndrom, eine schwere Nervenkrankheit, auslöst. Zika steht zudem im Verdacht, bei ungeborenen Kindern Mikrozephalie, also einen abnorm kleinen Kopf und neurologische Schäden auslösen. US-Forscher fanden nach eigenen Angaben inzwischen den ersten Beweis für einen kausalen Zusammenhang.

Das unter anderem von der Ägyptischen Tigermücke übertragene Zika-Virus grassiert derzeit vor allem in Lateinamerika. Besonders betroffen ist Brasilien: Die Zahl der Zika-Infektionen wird dort auf 1,5 Millionen geschätzt.

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