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Behandlungsfehler: Gelenkerkrankungen am häufigsten betroffen

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Bericht der Ärztekammer  

Die meisten Behandlungsfehler betreffen Gelenkerkrankungen

16.03.2016, 17:12 Uhr | AFP, dpa

Behandlungsfehler: Gelenkerkrankungen am häufigsten betroffen. Patienten beschweren sich häufig über Fehler bei Gelenksbehandlungen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Patienten beschweren sich häufig über Fehler bei Gelenksbehandlungen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ob Knie, Hüfte oder Sprunggelenk: Die meisten Beschwerden über Behandlungsfehler gibt es bei Gelenkschäden. Vor allem bei Knie- und Hüftgelenkarthrosen sowie Unterschenkel- und Sprunggelenkbrüchen reichen Patienten Beschwerden ein. Dies geht aus einer Statistik der Bundesärztekammer hervor.

Insgesamt gingen bei den Ärztekammern im vergangenen Jahr mehr als 11.800 Patientenbeschwerden wegen vermuteter Behandlungsfehler ein. Rund 7200 der Beschwerden wurden weiterbearbeitet - in 2132 Fällen wurde ein ärztlicher Fehler bestätigt. 2014 waren noch rund 2250 Behandlungsfehler registriert worden.

Schlichtungsstelle: "Zahl der Fehler im Promillebereich"

In 1774 der bestätigten Fälle wurden ein Behandlungsfehler oder eine mangelnde Risikoaufklärung als Ursache für einen Gesundheitsschaden ermittelt, der laut Bundesärztekammer einen Anspruch des Patienten auf Entschädigung begründete.

Dennoch liege die Zahl der festgestellten Fehler gemessen an den gesamten Behandlungsfällen im Promillebereich, erklärte Kerstin Kols. Sie ist Geschäftsführerin der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern. Peter Hinz, Leitender Oberarzt für Unfall-, Wiederherstellungschirurgie der Universitätsmedizin Greifswald, betonte zugleich: "Auch wenn selten etwas passiert, ist jeder Fehler einer zu viel."

Die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern dienen bei Arzthaftungsstreitigkeiten als eine unabhängige, außergerichtliche Anlaufstelle für Patienten. Sie bewerten laut BÄK gut ein Viertel aller vermuteten Arzthaftungsfälle in Deutschland. In rund 90 Prozent der bearbeiteten Fälle konnten die Streitigkeiten beigelegt werden.

BÄK: Steigende Arbeitsbelastung in Kliniken und Praxen

Für Fehler und Komplikationen machen Ärztevertreter die steigende Arbeitsbelastung in Kliniken und Praxen mitverantwortlich. So habe sich die Zahl der ambulanten Behandlungsfälle zwischen 2004 und 2014 um 152 Millionen auf 688 Millionen Fälle erhöht. Im stationären Bereich seien 2014 mehr als 19 Millionen Patienten behandelt worden.

"Da nützt es wenig, dass die Politik eine Qualitätsoffensive für das Gesundheitswesen ausgerufen hat", erklärte Andreas Crusius, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der BÄK. Nötig sei vor alle eine ausreichende Finanzierung der Personalkosten.

Grünen fordern Härtefallfonds

Die Grünen forderten erneut einen Härtefallfonds für Patienten. Die Behandlungsfehler-Statistik der Ärzteschaft sei "nur die Spitze des Eisbergs", erklärte Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik der grünen Bundestagsfraktion. Wenn Patienten einen schwerwiegenden Schaden erleiden, aber nicht eindeutig festgestellt werden könne, ob ein Behandlungsfehler dafür ursächlich ist, müsse ein Härtefallfonds greifen.

Auch die Haftpflichtversicherer, Gerichte und Krankenkassen befassen sich mit Vorwürfen zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern. Die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) prüften 2014 rund 14.600 solcher Beschwerden. In jedem vierten Fall bestätigten die Gutachter den Verdacht der Patienten.

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