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Mückenplage droht: Bürger sollen Stechmücken einschicken

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Stechmücken-Plage droht  

Bürger sind zur Mückenjagd aufgerufen

06.07.2016, 11:32 Uhr | Anja Sokolow, dpa

Mückenplage droht: Bürger sollen Stechmücken einschicken. Das schwülwarme Wetter trägt dazu bei, dass besonders viele Mücken zustechen.  (Quelle: dpa)

Das schwülwarme Wetter trägt dazu bei, dass besonders viele Mücken zustechen. (Quelle: dpa)

In diesem Jahr droht eine Mückenplage. Zudem siedeln sich neue Arten an, die womöglich Krankheiten übertragen. Deshalb rufen Forscher die Menschen nun dazu auf, ihnen die stechenden Insekten zuzusenden. Sie wollen die Verbreitungsgebiete in einem Mückenatlas kartieren. "Wir sind dankbar für jede Mücke", betont Biologin Doreen Walther.

Die Kombination aus starken Regenfällen und sommerlichen Temperaturen bietet Mücken ein ideales Brutklima. Bei den derzeitigen Bedingungen benötige die neue Mückengeneration nur rund zwei Wochen bis zum Schlupf, erklären Forscher vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg. 

Zika-Virus zeigt: Kleine Mücke - große Gefahr

In Europa häuften sich Ausbrüche von Krankheiten, die von Stechmücken übertragen werden. Denguefieber, West-Nil-Fieber und Chikungunya-Fieber sowie der jüngsten Zika-Virus-Ausbruch in Südamerika seien der aktuelle Beweis für die Bedeutung von Stechmücken als Krankheitsüberträger. "Zur Risikoabschätzung benötigen wir dringend Daten zur Verbreitung der in Deutschland vorkommenden invasiven und einheimischen Arten", erklärt die Biologin Doreen Walther.

Mückenatlas soll Risikogebiete zeigen

An der Kartierung der in Deutschland vorkommenden Mückenarten arbeitet das ZALF gemeinsam mit dem Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit in Greifswald seit 2012. In diesem Jahr haben Sammler bisher rund 600 Mücken eingeschickt. Der Mückenatlas soll helfen, das Risiko für durch Stechmücken übertragene Krankheiten abzuschätzen. 

Asiatische Tigermücke überwintert in Deutschland

Als besonders gefährlich gilt die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus). Dank der Einsendungen für den Mückenatlas wurde sie bereits in Baden-Württemberg und Thüringen nachgewiesen. Es sei davon auszugehen, das diese in Deutschland erfolgreich überwintert habe, sagte Helge Kampen, Leiter der Arbeitsgruppe Medizinische Entomologie am FLI. "Es wurden Eier im Frühjahr und erste Larven im Mai entdeckt." 

Das Insekt gelangt schon seit einigen Jahren vereinzelt mit Reisenden aus Südeuropa nach Deutschland, seine Eier sind jedoch nicht sehr kältetolerant. Von einer anderen Art, der Asiatischen Buschmücke, sind inzwischen vier etablierte Populationen in insgesamt sechs Bundesländern bekannt. Insgesamt wurden in Deutschland seit 2007 vier invasive Arten nachgewiesen.

Mücken möglichst unversehrt einsenden

Die Forscher benötigen intakte Exemplare, zerquetschte oder platt geschlagene Tiere sind unbrauchbar. Zum Abtöten gefangener Mücken empfehlen die Forscher, sie für einen Tag ins Gefrierfach zu legen. Um zur Bestimmung wichtige Schuppen und Borsten an bestimmten Körperstellen zu erhalten, sollten die Tiere zudem nicht direkt in einen Briefumschlag gesteckt, sondern in eine kleine Schachtel, eine flache Dose oder ein Röhrchen gelegt werden.

Mit in den Brief kommt ein Formular mit Fundangaben. "Insgesamt können Sie so viele Mücken fangen, wie es Ihrer Motivation und dem Mückenaufkommen entspricht", heißt es auf Internetseite mückenatlas.de. Mückenjäger senden ihre Ausbeute an diese Adresse: 

Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung
"Mückenatlas"
Eberswalder Straße 84
15374 Müncheberg

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