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Notstand in der Notaufnahme: Zu viele Bagatell-Fälle in Ambulanzen

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Notstand in Ambulanzen  

Mit Schnupfen in die Notaufnahme

07.09.2016, 09:40 Uhr | dpa

Notstand in der Notaufnahme: Zu viele Bagatell-Fälle in Ambulanzen. Ein Pfleger im Wartebereich der Notaufnahme-Station eines Krankenhauses. (Quelle: dpa)

Ein Pfleger im Wartebereich der Notaufnahme-Station eines Krankenhauses. (Quelle: dpa)

Wer in die Notaufnahme muss, hat in der Regel ein dringendes gesundheitliches Problem. Doch immer Patienten suchen die Ambulanz wegen Bagatell-Krankheiten auf. Zum Teil aus Bequemlichkeit, teils aus Unwissenheit. Schwer kranke Patienten müssen darunter leiden.

Die Notaufnahmen in Deutschlands Krankenhäusern werden nach einer neuen Studie durch Millionen Patienten mit leichteren Erkrankungen verstopft. Lebensbedrohlich erkrankte Patienten drohen so oft zu spät behandelt zu werden. "Viele Patienten wissen heute nicht, an wen sie sich im Notfall wenden sollen", sagte die Vorsitzende des Ersatzkassenverbands vdek, Ulrike Elsner, bei der Vorstellung der Studie. Durchgeführt wurde die Studie vom AQUA-Institut (Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen).

Mit Notfall-Schnupfen ins Krankenhaus

Viele Patienten kommen auch in die Notaufnahme, weil sie es für praktischer halten. "Der eine will seinen Impfschutz auffrischen lassen, der andere hat Notfall-Schnupfen", sagt Pfleger Martin Arnold vom Klinikum Braunschweig. Über 31.000 Patienten kamen dort im vergangenen Jahr in die Notaufnahme - rund tausend mehr als 2014.

Auffallend ist, dass unter den Notfall-Patienten überproportional viele Menschen mittleren Alters sind. Und die kommen nicht etwa dann zum Krankenhaus, wenn die Arztpraxen geschlossen haben. Den höchsten Zulauf haben die Kliniken tagsüber. Die Erwartungshaltung habe sich verändert, meint Pfleger Arnold: "Warum sollte jemand lange auf einen Facharzttermin warten, wenn er im Krankenhaus das Komplettprogramm bekommt?" Die Rundum-Diagnose in der Klinik werde teils auch von Hausärzten empfohlen, sagt Martin Möckel, der an der Berliner Charité drei Notaufnahmen in verschiedenen Bezirken vorsteht.

Ersatzkassen wollen neues System

Die Ersatzkassen fordern, dass an jeder der 1600 Kliniken mit Notfallversorgung Portalpraxen eingerichtet werden. Das sollen erste Anlaufstellen sein, in denen die Patienten eingeteilt werden - in akute Fälle für die Notaufnahme, akute Fälle für eine ambulante Behandlung und nicht akute Fälle für Arztpraxen.

Über 20 Millionen Menschen pro Jahr in der Notaufnahme

Insgesamt gehen Patienten laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) mehr als 20 Millionen mal jedes Jahr in die Notaufnahme - davon bleiben rund elf Millionen Fälle ambulant, also ohne dass die Patienten in der Klinik bleiben müssten. Mindestens jeder dritte dieser Patienten könnte genauso gut in die Praxis eines niedergelassenen Arztes gehen.

Notdienstpraxen zu versteckt

Zwar gibt es in Deutschland 600 Notdienstpraxen, um die Notaufnahmen zu entlasten. Die meisten dieser Praxen sind in Kliniken angesiedelt, doch viele seien dort schwer zu finden. Oft fehle es diesen Praxen zudem an Standards und klaren Regeln für die Zusammenarbeit mit den Notaufnahmen.

Notfallversorgung ist Minusgeschäft

Laut DKG ist die Notfallversorgung für die Kliniken ein milliardenteures Minusgeschäft. "Einem durchschnittlichen Erlös von rund 40 Euro pro ambulanten Notfall stehen Fallkosten von mehr als 100 Euro gegenüber", sagte DKG-Geschäftsführer Georg Baum. Ein neues Vergütungssystem sei nötig, doch Krankenkassen und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) würden hier auf der Bremse treten.

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