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Was Sie bei einem ärztlichen Behandlungsfehler tun können

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Mehr Ärztefehler 2016  

Was Sie bei einem Behandlungsfehler tun können

23.03.2017, 15:19 Uhr | dpa-tmn, AFP, cch

Was Sie bei einem ärztlichen Behandlungsfehler tun können. Ein Arzt untersucht eine Patientin. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Symbolbild/Comstock)

Nicht immer ist die Behandlung richtig, die ein Arzt wählt (Quelle: Symbolbild/Comstock/Thinkstock by Getty-Images)

Die Zahl der Behandlungsfehler ist nach Angaben der Ärztekammern im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen. Welche Diagnosen am häufigsten beanstandet wurden und was Sie bei einem vermeintlichen Behandlungsfehler tun können, erfahren Sie hier.

Die Gutachtenkommissionen und Schlichtungsstellen bestätigten 2016 in insgesamt 2245 Fällen Behandlungsfehler (2015 waren es 2132).

"Fehler passieren, auch in der Medizin", erklärte Andreas Crusius, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der BÄK. Die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, sei aber "extrem gering". Dennoch könnte es sich dann um schwere menschliche Schicksale handeln.

Deutlicher Anstieg an Behandlungsfälle zwischen 2004 und 2015

Crusius verwies allerdings auch darauf, dass zwischen 2004 und 2015 die Zahl der Behandlungen deutlich um 160 Millionen auf 696 Millionen gestiegen seien. Auch in den Krankenhäusern erhöhten sich die Behandlungsfälle im gleichen Zeitraum um mehr als zweieinhalb Millionen auf fast 19,8 Millionen. "Gemessen daran liegt die Zahl der festgestellten Fehler im Promillebereich", erklärte Crusius.

Insgesamt gingen bei den Ärztekammern 2016 demnach mehr als 11.500 Patientenbeschwerden wegen vermuteter Behandlungsfehler ein. Das waren etwa 260 Anträge weniger als im Jahr davor. Die häufigsten Diagnosen, die zu Behandlungsfehlervorwürfen führten, waren wie bereits 2015

  • Knie- und Hüftgelenkarthrosen
  • Unterschenkel- und Sprunggelenkfrakturen
  • Frakturen an Schultern und Armen
  • Bandscheibenschäden.

Rund 7600 dieser Beschwerden wurden weiterbearbeitet – in 2245 Fällen wurde ein ärztlicher Fehler bestätigt. In 1845 davon wurde im vergangenen Jahr ein Behandlungsfehler beziehungsweise eine mangelnde Risikoaufklärung als Ursache für einen Gesundheitsschaden ermittelt, der laut Bundesärztekammer einen Anspruch des Patienten auf Entschädigung begründete. Bei den meisten Beschwerden – 70 Prozent – wurde hingegen kein Behandlungsfehler festgestellt.

Was man tun kann, wenn man einen Behandlungsfehler vermutet

Wer das Gefühl hat, dass der eigene Arzt einen Fehler gemacht hat, sollte ihn direkt darauf ansprechen. Der Arzt ist verpflichtet, auf die Frage zu antworten. Darauf weist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hin. Am besten nimmt man einen Zeugen zu dem Gespräch mit.

Gibt es Anhaltspunkte für einen Behandlungsfehler, muss die Krankenkasse den Patienten kostenlos bei der Aufklärung unterstützen – jedenfalls dann, wenn die Behandlung von der Krankenkasse bezahlt worden ist. Die Kasse kann zum Beispiel ein Gutachten beim Medizinischen Dienst der Krankenkasse in Auftrag geben.

Verdacht auf Behandlungsfehler? An welche Stellen man sich wenden kann

Möglich ist auch, sich als Patient an die Gutachterkommission oder die Schlichtungsstellen der Bundesärztekammer zu wenden. Sie sind eine unabhängige Anlaufstelle und sollen bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Arzt und Patient objektiv klären, ob die gesundheitlichen Komplikationen auf einer ärztlichen Behandlung beruhen. Ziel ist eine außergerichtliche Einigung.

Schlichtungsstellen beurteilen Schadenersatzansprüche dem Grunde nach. Das heißt, sie versuchen, den Sachverhalt aufzuklären und geben einen Vorschlag zur Behebung der Streitigkeiten ab. Gutachterkommissionen hingegen beurteilen das ärztliche Handeln als solches. Sie erstellen ein schriftliches Gutachten, um zu klären, ob ein dem Arzt vorzuwerfender Behandlungsfehler festgestellt werden kann. In den beiden Gremien sitzen Ärzte und Volljuristen. Um einen Fall vorzulegen, genügt ein formloser Antrag. Das Gutachten sowie die abschließende Bewertung sind für Patienten kostenfrei.

Klärung eines Falles dauert oft fast ein Jahr

Die Klärung eines Falles dauert im Durchschnitt zehn bis zwölf Monate. Ist Patient oder Arzt mit der Entscheidung von Kommission oder Schlichtungsstelle nicht einverstanden, hat er immer noch die Möglichkeit, vor Gericht zu ziehen. Die Kosten für den Anwalt muss der Patient selbst tragen.

Laut Bundesärztkammer bewerten die zwei Gremien gut ein Viertel aller vermuteten Arzthaftungsfälle in Deutschland. In den meisten Fällen wurden demnach die Entscheidungen der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen von beiden Parteien akzeptiert und die Streitigkeiten beigelegt.

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