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Keine Angst bei Gedächtnisstörung – was zu tun ist

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Diagnose Konzentrationsstörung  

Wenn das Gedächtnis nachlässt – was Arzt und Patient tun können

12.06.2017, 11:32 Uhr | msc, t-online.de

Keine Angst bei Gedächtnisstörung – was zu tun ist. Strategische Spiele wie Schach fördern die kognitiven Fähigkeiten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/KatarzynaBialasiewicz)

Strategische Spiele wie Schach fördern die kognitiven Fähigkeiten (Quelle: KatarzynaBialasiewicz/Thinkstock by Getty-Images)

Gedächtnisstörungen treten nicht nur in Form von Altersdemenzen auf. Auch aus dem normalen Alltag kennen das viele Menschen:  wenn sie ihre Schlüssel nicht finden oder beim Einkaufen etwas vergessen haben. Wann liegt eigentlich eine Gedächtnisstörung vor? Wie wird eine Diagnose gestellt? Und welche Maßnahmen trainieren unser Gedächtnis am besten? 

Die Menschen werden immer älter. Als Folge steigt die Zahl der Gedächtnisstörungen in unterschiedlicher Form. Ob es eine vorübergehende Konzentrationsstörung ist oder ein allgemeines Gedächtnisproblem: Das Schwinden kognitiver Fähigkeiten oder der stellenweise Verlust von zeitlicher und örtlicher Orientierung beunruhigt uns. Es gibt jedoch viele unterschiedliche Arten von Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Eine Diagnose, um was es sich genau handelt, kann nur ein Arzt geben. 

Was genau macht der Arzt bei der Diagnostik?

Eine erste Einordnung und Einschätzung Ihrer Symptome kann Ihr Hausarzt vornehmen. Er führt einige allgemeine Tests zu den Gedächtnisstörungen durch. Eventuell kann er Entwarnung geben oder er stellt eine Überweisung an den Facharzt für Neurologie aus. Ein Neurologe behandelt etwas umfassender. Der Anfang der diagnostischen Kette ist in beiden Fällen die Anamnese, das Patientengespräch. Auf folgende Fragen sollten Sie sich dabei einstellen:

  • Leiden Sie an bestimmten Krankheiten?
  • Welche Medikamente nehmen Sie ein?
  • Wann haben Sie die Gedächtnislücken erstmals bemerkt?
  • Tritt die Gedächtnisschwäche wiederholt auf?
  • Steht der Verlust in Zusammenhang mit einem bestimmten Ereignis?
  • Was hat sich dadurch in Ihrem Alltag verändert?

Überprüfung mit Gedächtnistest und MRT

Die Untersuchung soll herausfinden, was die Ursache einer Gedächtnisstörung ist. Mit einem Demenz Screening, dem sogenannten “Minimal-Mental-Test“ werden in einer Art Interview die kognitiven Fähigkeiten überprüft. Bei dem Test des Kurzzeitgedächtnisses werden Sie zum Beispiel immer länger werdende Zahlenreihen nachsprechen. Dabei sollen Sie sich auch an bestimmte Wörter erinnern, rechnen, zeichnen und einfache Anweisungen befolgen. Das Ergebnis gibt den Ärzten Auskunft über die Beeinträchtigung des Gedächtnisses. 

Computertomographie und ein MRT (das bildgebende Verfahren Magnet-Resonanz-Tomographie) decken eventuell vorliegende Verletzungen oder Durchblutungsstörungen des Gehirns auf. Sie können zum Beispiel eine vaskuläre Demenz von einer Alzheimer Erkrankung abgrenzen.

Spezielles Verfahren SPECT gibt Hinweise auf Alzheimer

Mit einem speziellen Verfahren kann heutzutage untersucht werden, ob alle Gehirnbereiche ausreichend mit Blut versorgt werden. Die Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT) ist eine Technik, mit der sich der Stoffwechsel unterschiedlicher Organe und der Funktionszustand von Gewebe grafisch darstellen lässt. Es zählt zu den nuklearmedizinischen Verfahren und ist für den Patienten schmerzfrei.

Ärzte spritzen dabei ein radioaktives Kontrastmittel (Tracer), das sich im Körper der Patienten an der Stelle verteilt, die man untersuchen will. Eine Spezialkamera misst die Strahlung, die vom Gewebe ausgeht. Die Ergebnisse werden dann zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt. Das Verfahren liefert Rückschlüsse über die Funktionalität des Organs und gibt Hinweise zum Beispiel auf Alzheimer.

Oft stellt sich nach diesen Tests aber heraus, dass hinter der Gedächtnis- oder Konzentrationsstörung harmlosere Ursachen wie Stress, Müdigkeit oder Schlafstörungen stecken.

Systematisches Gedächtnistraining unterstützt die geistige Leistungsfähigkeit

Das Gehirn mit regelmäßigen Übungen zu trainieren, kann präventiv helfen. Damit ist nicht unbedingt das Lösen eines Kreuzworträtsels oder eines Sudokus gemeint – schädlich ist dieses “Gehirnjogging“ aber nicht. Mehr unterstützen das Gehirn aber strategische Spiele wie Schach oder Scrabble. Außerdem können intensive soziale Interaktionen wie regelmäßige Gespräche mit Freunden oder der Familie dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen. Eine ungesunde Lebensweise mit wenig Bewegung und falscher Ernährung wirkt sich dagegen negativ auf das Gedächtnis aus.

Kontinuierliche körperliche Bewegung steigert die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung des Gehirns und auch die Konzentrationsfähigkeit. Als besonders positiv haben sich Sportarten erwiesen, die die Psychomotorik fördern, also körperliche Bewegung mit geistiger Herausforderung verbinden (z.B. Tanzen). Achten Sie auch auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung mit Obst und Gemüse, die hilft, einer Arterienverkalkung im Gehirn vorzubeugen. Wer Anregungen für Übungen zu Hause sucht, kann auch Kurse für Ganzheitliches Gedächtnistraining besuchen. Sie sind inzwischen festes Angebot von Volkshochschulen und Familienbildungsstätten.

Tipps für das Gedächtnistraining
- Achten Sie auf regelmäßige körperliche Bewegung
- Trainieren Sie Ihr Gehirn mit Lesen, Schach oder Scrabble
- Ernähren Sie sich gesund mit Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren
- Geben Sie Ihrem Körper genug Ruhe: Schlaf schützt die kognitiven Funktionen
- Vermeiden Sie Stress! Er erhöht den Cortisolspiegel, der das Gedächtnis beeinträchtigt 

PS: Etwas Vergesslichkeit ist normal

Auch psychische Erkrankungen, allen voran die Depression, können in den Symptomen einer Gedächtnisstörung ähneln. Im Verlauf einer Behandlung sind diese dann aber wieder rückläufig. Bei vielen Patienten kann nach den Tests Entwarnung gegeben werden. Es ist auch ganz normal, dass mit den Jahren das Gedächtnis etwas nachlässt und der Mensch insgesamt langsamer wird. Sie müssen sich also nicht gleich Sorgen machen, wenn sie sich Dinge nicht mehr so schnell merken können wie mit 20. Ein bisschen Vergesslichkeit ist im Alter ganz normal.

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