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Medizinforschung: Impfung gegen Rota-Viren senkt Kosten

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Impfung gegen Rota-Viren senkt Kosten

17.11.2008, 15:33 Uhr | Spiegel Online; hei/rtr , Spiegel Online

Medizinforschung: Impfung gegen Rota-Viren senkt Kosten . Impfung gegen Rota-Viren kann die Verbreitung der Krankheit eindämmen und Kosten sparen

Impfung gegen Rota-Viren kann die Verbreitung der Krankheit eindämmen und Kosten sparen. (Foto: dpa)

Durchfall, Übelkeit, Erbrechen: Eine Infektion mit Rota-Viren ist ansteckend und kann für Kleinkinder gefährlich werden. Eine Impfung verhindert viele Krankenhaustage und spart Kosten, berichten Forscher. In Deutschland ist man noch vorsichtig.

Hoher Flüssigkeitsverlust

Wer älter als fünf Jahre ist, hat sie bereits hinter sich: eine Infektion mit Rota-Viren. Die Erreger lösen Durchfall, Erbrechen und Fieber aus, sie befallen vor allem Säuglinge und kleine Kinder und hinterlassen keine Immunität - mehrere Infektionen innerhalb weniger Jahre sind nicht ungewöhnlich. Gefährlich können die Erreger dadurch werden, dass die Kinder schnell viel Flüssigkeit verlieren.

Impfung verhindert Ausbreitung der Krankheit

US-Forscher berichten jetzt, dass eine Impfung gegen die Viren die Zahl der Krankenhausaufenthalte von Kindern deutlich reduziert, Kosten spart und die Ausbreitung der Krankheit eindämmt. In den USA gibt es seit 2006 Impfungen gegen die Erreger, derzeit sind zwei Vakzine zugelassen. Seitdem wurden im Norden des US-Bundesstaates Philadelphia offenbar 70 Prozent weniger Kinder aufgrund einer Infektion mit Rota-Viren ins Krankenhaus eingeliefert. Das berichten Ärzte vom Drexel University College of Medicine auf einer Tagung der American Society for Microbiology und der Infectious Diseases Society of America.

Sparpotential in Millionenhöhe

Vor Einführung der Impfung wurden jährlich rund 410.000 Kinder aufgrund einer Rota-Viren-Infektion pro Jahr von einem Arzt behandelt, 200.000 von ihnen mussten in eine Notfall-Ambulanz geschickt werden. In den USA sterben jedes Jahr bis zu 60 Kinder an der Infektion, weltweit sind es 1600. Wissenschaftler vom Children's Mercy Hospital in Kansas City (US-Bundesstaat Missouri) zählten im Jahr 2008 bislang nur 62 Rota-Viren-Fälle von Kindern im Vergleich zu 300 im Jahr 2007. Hochgerechnet habe das rund drei Millionen Dollar gespart.

Zurückhaltung in Deutschland

Auch in Deutschland sind bereits zwei Impfstoffe auf dem Markt, die allerdings nur für Säuglinge bis zur 24. bzw. 26. Lebenswoche zugelassen sind. Mit einer deutlichen Empfehlung ist die Ständige Impfkommission (Stiko) in Berlin jedoch zurückhaltend, obwohl die Wirksamkeit beider Vakzine hoch ist. "Es ist zu erwägen, Säuglinge unter Berücksichtigung ihrer individuellen sozialen und gesundheitlichen Situation durch eine Impfung vor einer Rota-Virus-Infektion zu schützen", schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin auf seiner Homepage. "Zum Beispiel können Säuglinge, die in Kindertagesstätten o.ä. versorgt werden, von einer Impfung gegen Rota-Viren profitieren."

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