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Schwangerschaftskonfliktgesetz: Zahl der Spätabtreibungen soll kleiner werden

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Abtreibung  

Spätabtreibung: "Sie gehen durch die Hölle"

08.01.2009, 01:00 Uhr | sca, dpa

Das Kinderzimmer wird schon Monate vor dem Geburtstermin eingerichtet, der Kinderwagen steht auch bereit. Viele Paare können die Geburt ihres Babys kaum erwarten. Auf die Frage, ob sie lieber einen Jungen oder ein Mädchen hätten, geben sie meist die Antwort: "Egal, Hauptsache gesund." Doch was ist, wenn Ärzte eine schwere Krankheit oder Behinderung des Kindes feststellen? #

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Eine furchtbare Phase

"Die Frauen erstarren, ihnen stockt der Atem", sagt die Frauenärztin Jette Brünig. "Dann weinen sie bitterlich". Als Therapeutin im Gesundheitsamt Berlin-Charlottenburg betreut Brünig seit 25 Jahren Frauen, die behinderte Kinder erwarten. "Es ist mehr als eine Beratung, es ist eine Begleitung, eine Seelsorge im positivsten Sinne", sagt sie. "Die Frauen wissen nicht, was sie tun sollen. Es ist eine furchtbare Phase, von der sie denken, dass sie niemals enden wird."

Die Entscheidung begleiten

Erst vor wenigen Wochen half Brünig einer Schwangeren, "sich so zu entscheiden, dass sie damit leben kann". Das ungeborene Kind hatte eine seltene Fehlbildung der Nieren und der Blase - und deshalb keine Überlebenschancen. Sieben Wochen lang traf sich Brünig mit der Frau, sprach mit ihr, hörte ihr zu. Schließlich wurde das Baby in der 24. Schwangerschaftswoche abgetrieben.

Spätabtreibungen nur bei Risiko für die Mutter

Juristisch sind in Deutschland Spätabtreibungen nur möglich, wenn eine medizinische Indikation besteht, also eine Gefahr für die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter. Dann kann die Schwangerschaft theoretisch bis zum Entbindungstermin abgebrochen werden. Eine Abtreibung nur wegen einer Behinderung des Kindes ist seit 1995 verboten, als das Gesetz zum Schwangerschaftsabbruch (§ 218 StGB) neu geregelt wurde. Dennoch werden nach Angaben von Brünig weit mehr als 80 Prozent der Schwangerschaften abgebrochen, wenn Ärzte schwere Erkrankungen beim Kind - etwa das Down-Syndrom (Trisomie 21) - feststellen.

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