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Schulen: Deutschland hat zu wenig Schulpsychologen

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Zu wenig Schulpsychologen

| rev, dpa

Das Personal reicht nur für die größten Problemfälle.Das Personal reicht nur für die größten Problemfälle. (Bild: Archiv)In Deutschland herrscht ein hoher Bedarf an schulpsychologischer Versorgung. Problematisch nur, dass ausgerechnet die Berufsgruppe der Schulpsychologen auszusterben scheint. Als Folge der ausbleibenden psychologischen Betreuung, werden Kindern vermehrt Medikamente verabreicht.

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12.500 Schüler auf einen Psychologen

Schon einige Wochen nach der Einschulung wollte Marie nicht mehr zur Schule gehen, konnte dem Unterricht nicht folgen, weinte, klagte über Bauchweh. "Ihre Klassenlehrerin hat früh auf eine mögliche Rechenschwäche hingewiesen und zu einem Besuch beim Schulpsychologen geraten", erzählt ihre Mutter Doris Wegner. "Das ist jetzt ein Jahr her, meine Tochter hat die erste Klasse inzwischen wiederholt - und erst vor ein paar Tagen hat sich der Schulpsychologe endlich mal bei mir gemeldet", sagt die verärgerte Mutter. "Er ist für ein Riesengebiet zuständig und meinte, dass er Kinder mit viel schlimmeren Problemen vorziehen musste." Schulpsychologen sind rar - im Durchschnitt versorgt ein Schulpsychologe 12.500 Schüler.

Steigender Bedarf an psychologischer Betreuung bei geringerem Personal

"Da droht eine Berufsgruppe auszusterben", klagt Christa Schaffmann, Sprecherin des Bundesverbandes Deutscher Psychologen (BDP). Während Psychologen etwa als Berater in Unternehmen immer mehr gefragt sind, nimmt die Zahl der Schulpsychologen wegen Kürzungen im Schuletat seit Jahren ab. Zugleich steigt aber laut BDP die Zahl der Schüler mit Auffälligkeiten: Konzentrations- und Motivationsprobleme, Leistungs- und Prüfungsangst, Klassenwiederholungen, Schulabbruch, aber auch Aggression und wachsende Gewalt. Eine Studie des Robert- Koch-Instituts zufolge entwickeln 22 Prozent der Kinder und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten.

Europäischer Vergleich: Deutschland ist Schlusslicht

Der Bedarf an Beratung ist groß, sagt Klaus Seifried, im BDP stellvertretender Bundesvorsitzender der Sektion Schulpsychologie. "In Deutschland können wir uns aber fast nur noch um die Problemfälle kümmern." Dabei bräuchte nach seiner Einschätzung eigentlich jeder Schüler Unterstützung - und auch die Lehrer, die oft schwierige Erziehungsarbeit leisteten. Deutschland ist in Europa Schlusslicht bei der Versorgung mit Schulpsychologen - und das geht zulasten von Nachwuchs und Pädagogen.

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