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Alkoholkonsum von Jugendlichen: Koma-Saufen noch immer weit verbreitet

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Alkoholkonsum  

Koma-Saufen immer noch weit verbreitet

16.12.2008, 16:32 Uhr | rev, dapd

Alkoholkonsum von Jugendlichen: Koma-Saufen noch immer weit verbreitet. Koma-Saufen ist bei Jugendlichen weiterhin sehr beliebt.

Koma-Saufen ist bei Jugendlichen weiterhin sehr beliebt. (Bild: Imago)

Das so genannte Koma-Saufen ist bei Kindern und Jugendlichen trotz aller Mahnungen weiter äußerst beliebt. "Der Trend zum exzessiven Trinken bei Jugendlichen ist ungebrochen", sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, am Dienstag in Berlin. Zuletzt seien pro Jahr in Deutschland 19.500 Kinder und Jugendliche - oft bewusstlos - in Notaufnahmen eingeliefert worden. In Berlin seien 2008 allein 1.012 betrunkene Minderjährige aufgegriffen worden.

Es mangelt an Vollzug

"Wir haben keinen Mangel an Gesetzen und Sanktionen, wir haben einen Mangel an Vollzug", monierte die SPD-Politikerin. Es müsse analysiert werden, warum Alkohol an Kinder und Jugendliche verkauft werde. Sie wies darauf hin, es gebe nicht einen Sündenbock. Vielmehr müssten die verschiedenen Teile der Gesellschaft gemeinsam für einen besseren Jugendschutz arbeiten. Die Drogenbeauftragte begrüßte die "Schulungsinitiative Jugendschutz" (SchuJu), die im Oktober 2007 von verschiedenen Wirtschaftsverbänden initiiert worden war. SchuJu soll die praxisnahe Einbindung des Themas Jugendschutz in der Ausbildung fördern.

Knapp 10.000 Mitarbeiter geschult

Der Bundesverband der Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI) erklärte, insgesamt hätten in den vergangenen zwölf Monaten fast 10.000 Mitarbeiter und Auszubildende aus Handel, Gastronomie und Tankstellen das Internet-basierte Training absolviert. Den anschließenden rund 15-minütigen Test bestanden den Angaben zufolge mehr als 7.000 Teilnehmer. Sie erlangten so ein personalisiertes Zertifikat zur Vorlage beim Arbeitgeber. BSI-Geschäftsführerin Angelika Wiesgen-Pick sagte, ethische Ziele stünden vor wirtschaftlichen Zielen. Auf Umsätze, die durch die gesetzeswidrige Abgabe von Spirituosen erzielt worden seien, "wollen wir ausdrücklich verzichten". Die Industrie sei auch gegen Flatrate-Partys. "Der Jugendschutz muss an allen betroffenen Schank- und Ausschankstellen konsequent eingehalten werden", sagte sie.

Tödliche Gefahr häufig unterschätzt

Bätzing sagte, die Initiative sei ein gutes Beispiel dafür, wie sich Wirtschaftsverbände ihrer Verantwortung stellten. Sie forderte, Alkohol dürfe nicht mehr an Kinder und Jugendliche verkauft werden. Kooperationspartner der Initiative sind unter anderem der Bundesverband der Lehrer an beruflichen Schulen, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels, der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels, die Deutsche Barkeeper-Union, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sowie der Bundesverband Freier Tankstellen. Die tödliche Gefahr durch "Koma-Saufen" wird Medizinern zufolge stark unterschätzt. Allein eine alkoholbedingte starke Unterzuckerung des Körpers kann nach Expertenangaben zum Tod führen. Schnelles Trinken von sehr viel Alkohol kann außerdem das Atemzentrum im Gehirn lahmlegen und so ebenfalls tödliche Folgen haben.

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