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Drogenkonsum: Kiffen erhöht das Risiko einer Schizophrenie II

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Drogenkonsum  

Kiffen erhöht das Risiko einer Schizophrenie

17.12.2008, 13:11 Uhr | rev, dpa

Stimmen, die nicht da sind

Irgendwann kommt es dann zu psychotischen Phasen. Die Betroffenen sehen Dinge, die nicht existieren, und hören Stimmen, die gar nicht da sind. "Die Kranken stehen irgendwo und fühlen, wie sie jemand berührt, aber da ist niemand", schildert Ehrenreich. Die Erfahrung sagt aber: Wenn man eine Berührung fühlt, muss auch jemand da sein. "Deshalb glauben die Leute, dass der andere unsichtbar ist und Böses plant, sonst würde er sich ja zeigen." So entwickelten sich Wahnvorstellungen.

Schnellstmöglich zum Arzt

Treten diese Wahnvorstellungen über ein halbes Jahr hinweg auf, kommt es zu Konzentrationsstörungen - und zieht sich die Person zurück, sprechen Ärzte von einer Schizophrenie, erklärt Ehrenreich. "Wenn man irgendwas davon merkt, sollte man schnellstmöglich zu einem Arzt gehen", rät Häfner. Und man sollte vor allem sofort mit dem Cannabis-Konsum aufhören. Dies klingt naheliegend, ist aber längst nicht selbstverständlich. Viele schizophren Erkrankte litten an einem Gefühl von Leere und spürten wenig Freude. Wenn sie kiffen, fühlten sich einige von ihnen erst einmal besser. Das Kiffen fördere aber die Halluzinationen und Wahnvorstellungen.

Die Krankheit lässt sich behandeln

Nur bei 20 Prozent der Betroffenen bleibe die Schizophrenie eine Episode, die sich wieder verläuft, sagt Ehrenreich. 80 Prozent hätten dauerhaft damit zu tun. Über Medikamente lasse sich die Krankheit aber gut behandeln, wenn die Betroffenen von Anfang an zuverlässig mitmachen. Wer früher gekifft, schon vor Jahren aber damit aufgehört hat, muss sich keine Sorgen machen. "Es gibt kein schlafendes Risiko", sagt Falkai. Und wer schon viele Jahre kifft und nie Probleme mit einer Psychose hatte, der werde sie wahrscheinlich auch nicht mehr bekommen. Was aber kein Argument dafür ist, immer weiter zu kiffen - nicht nur, weil der Besitz illegal ist. "Regelmäßiger Cannabiskonsum ist einfach Mist", sagt Falkai. "Das macht das Hirn kaputt."

Info: THC-Konzentration in Cannabis deutlich gestiegen

Die Cannabispflanze enthält mehr als 60 sogenannte Cannabinoide. Delta-9-Tetrahydrocannabinol - kurz THC - gilt als die stärkste Wirksubstanz. Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) schwankt der THC-Gehalt meistens zwischen ein und 14 Prozent. Insgesamt sei die THC-Dosis im verkauften Haschisch oder Marihuana im Vergleich zu den frühen 70er Jahren aber deutlich gestiegen, sagt Professor Heinz Häfner vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit. Deswegen sei auch mit schlimmeren gesundheitlichen Folgen zu rechnen.

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