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Kinder müssen bei Haustieren auf Hygiene achten

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Haustiere  

Hygieneregeln bei Haustieren

20.05.2009, 10:53 Uhr | rev; Simone Blass, dpa

Kinder müssen bei Haustieren auf Hygiene achten. Junge und Hundewelpe gucken sich an.

Das Missachten von Hygieneregeln bei Haustieren kann gesundheitliche Folgen haben. (Bild: Archiv)

Leben im Haushalt einer Familie auch Haustiere, müssen Kinder von Anfang an wichtige Hygieneregeln lernen. Dazu gehört zum Beispiel, dass sie sich regelmäßig nach dem Streicheln die Hände waschen und dass Esstisch und Bett für das Haustier tabu sind. So lasse sich verhindern, dass vom Tier Krankheiten übertragen werden, erläutert Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln. Kinder dürften ihre Lieblinge auch nicht küssen oder sich von ihnen ablecken lassen. Die Käfigreinigung und das Füttern sollte darüber hinaus nur älteren Kindern vorbehalten sein, die die Hygieneregeln sicher beherrschen.

Gesundheitliche Gefahren

Fegeler empfiehlt, kleine Kinder unter fünf Jahren wegen des Ansteckungsrisikos von Reptilien wie Schildkröten, Jungvögeln, jungen Katzen und Hunden sowie Tieren mit Durchfall fernzuhalten. "Junge Hunde oder Katzen können schon von ihrer Mutter her mit ToxoKara-Würmern infiziert sein und deren Eier mit dem Kot ausscheiden", erklärt Fegeler. Toxokarose verursache beim Kind Fieber, Lebervergrößerungen und Augenbeschwerden. "Reptilien und Küken können auf ihrer Körperoberfläche Salmonellen tragen", ergänzt er. Diese erregen schwere Durchfallerkrankungen vor allem bei kleinen Kindern.

Regelmäßige Tierarzt-Besuche notwendig

Haustiere müssen regelmäßig zum Tierarzt, um Wurmkuren zu erhalten und vorschriftsmäßig geimpft zu werden. "Besonders vorsichtig sollten Eltern mit zugelaufenen, exotischen oder vorher wildlebenden Tieren sein, da sie unbekannte Krankheiten in sich bergen können", warnt der Kinderarzt. Wildmäuse könnten beispielsweise mit Hantaviren infiziert sein, die eine Störung der Nierenfunktion bewirken können. Alle Biss- und größere Kratzwunden müssen vom Arzt behandelt werden.

Ein Haustier lohnt sich

Beachtet man allerdings diese Gefahren, hält sich an die Hygieneregeln und ist bereit die Zeit, Arbeit und auch das nötige Geld zu investieren, das ein Haustier kostet, dann kann sich die Anschaffung eines Tieres in mehrfacher Hinsicht auszahlen. Nicht nur der Wunsch des Kindes etwas zu umsorgen und streicheln zu können, wird befriedigt, laut Expertenmeinung fördern Haustiere auch die schulischen Leistungen und das Sozialverhalten.

Besser in der Schule

Professor Reinhold Bergler vom Institut für Psychologie der Universität Bonn hat herausgefunden, dass zum Beispiel Hunde erwiesenermaßen einen Einfluss auf die Entwicklung von schulrelevanten Kompetenzen haben. "Die Voraussetzung dafür ist natürlich, dass sich die Kinder aktiv mit dem Tier beschäftigen und eine konstante Beziehung zu ihm entwickeln. Dann kann man nachweisen, dass diese Kinder in der Schule hohe Kompetenzen zur Entwicklung sozialer Beziehungen haben. Sie sind unter anderem viel geübter darin, auch die zahlreichen Nuancen nichtsprachlicher Kommunikation zu erkennen und sind in der Lage, diese dann auch im Alltag anzuwenden. Diese Kinder sind stabiler, haben weniger Schulprobleme, agieren bei Streitereien eher schlichtend und zeigen eine große Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung. Sie verfügen über eine größere emotionale Stabilität und das wirkt sich natürlich auch auf die Schulleistungen aus."

Haustiere bieten Geborgenheit

Auch im Zusammenhang mit Scheidungskindern ist es Professor Bergler und seinem Team gelungen, nachzuweisen, dass diese, wenn sie bereits vorher einen Hund besessen haben, weniger stark unter Verlustängsten leiden. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Tier dem Kind Geborgenheit vermittelt und einen Gesprächspartner für alle Probleme darstellt. Es hört zu, ihm kann man alles erzählen und es petzt auch nicht. Das Tier übernimmt damit eine Kompensationsfunktion für bestehende Defizite und lindert den Kummer. Untersucht wurde das erste Jahr nach der Scheidung, in dem die emotionalen Belastungen am stärksten sind. "Bei Kindern ohne Hund kommt es in dieser schwierigen Situation oft zu aggressivem Verhalten, wie zum Beispiel Zerstörungswut oder extremer Reizbarkeit, kombiniert mit starken psychosomatischen Beschwerden und Albträumen“, erklärt Professor Bergler. "Natürlich leiden auch die Kinder mit Haustier unter Stimmungsschwankungen, aber nicht in solch extremen Ausprägungen. Und das Wichtigste“, betont er, "der Verlust ist für das Kind leichter zu ertragen. Denn es besitzt zumindest eine konfliktfreie Beziehung. Eine Beziehung ohne Antipathie und ohne Affekte, einen Raum, in dem Harmonie herrscht und in dem das Kind sich geliebt und angenommen fühlt.“

Gut für die persönliche Entwicklung

Kinder, die mit einem Haustier aufwachsen und dieses intensiv betreuen, entwickeln sich oft in ihrer ganzen Persönlichkeit positiver. Sie sind aktiver, leiden weniger unter Einsamkeit und übernehmen mehr Verantwortung. Auf hyperaktive Kinder wirkt ein Tier sogar beruhigend und ausgleichend. Ab welchem Alter man einem Kind ein Tier anvertrauen kann, lässt sich nicht so einfach beantworten, denn es hängt stark von der persönlichen Reife des Kindes und seinem Charakter ab. Ein Grundschüler kann durchaus bereits ein Tier mit ein bisschen Unterstützung selbstständig betreuen, Kindergartenkinder brauchen die Hilfe der Eltern noch in größerem Maße, sind aber in der Lage, einige Aufgaben ebenfalls bereits zuverlässig zu übernehmen.

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