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Genforschung: Gestresste Kinder anfälliger für Depressionen

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Genforschung  

Als Kind traumatisiert - als Erwachsener depressiv

09.11.2009, 14:18 Uhr | Spiegel Online

Genforschung: Gestresste Kinder anfälliger für Depressionen. Kleiner Junge schaut über Tischkante.

Depressionen: Stress in der Kindheit erhöht das Risiko auf psychische Erkrankungen im späteren Leben. (Bild: Imago)

Wer als Kind traumatisiert wurde, ist als Erwachsener anfälliger für Depressionen und Angsterkrankungen. Forscher haben jetzt im Tierversuch nachvollzogen, warum Stresssituationen die Aktivität der Gene ein Leben lang beeinflussen können.

Gestresste Kinder später anfälliger für Depressionen

Es gibt viele Gründe, warum Erwachsene unter Depressionen oder Angstzuständen leiden. Psychische Faktoren spielen dabei eine große Rolle, und oft hinterlassen Erfahrungen aus der Kindheit Spuren, die ein Leben lang zu spüren sind. Jetzt haben Forscher vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München auch einen genetischen Beweis dafür erbracht: Traumatische Erlebnisse oder extremer Stress in der Kindheit können die Genaktivität dauerhaft verändern. Die Folgen: Als Erwachsene sind sie deutlich anfälliger für Depressionen und Angsterkrankungen.

Erbgut reagiert auf psychischen Stress

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass auch das Erbgut auf schweren psychischen Stress reagiert, indem es seine Genaktivität verändert. Das geschieht durch Anlagerung sogenannter Methylgruppen, einfachen chemischen Markierungen, an die Bausteine der DNA. Diese Änderungen können dann zum Beispiel dazu führen, dass mehr Stresshormone produziert werden, schreiben die Forscher um Dietmar Spengler in der Zeitschrift "Nature Neuroscience" vor.

Traumatisierte Mäuse geben Aufschluss

Grundlage für die Ergebnisse ist ein Versuch mit neugeborenen Mäusen, die für kurze Zeit von ihren Müttern getrennt wurden. Die traumatisierten Nager konnten sich später nur schlecht an Stresssituationen anpassen - und zwar ein Leben lang. Ihr Gedächtnis, ihr Antrieb und ihre Emotionen waren gestört, weil in ihren Gehirnen das Eiweißmolekül Vasopressin überproduziert wurde. Als Ursache stellte sich heraus, dass den Mäusen eine Methylgruppen-Anlagerung am Erbgutstrang fehlte, die bei gesunden Tieren die Überproduktion stoppt.

Wirksame Therapien verlangen weiterer Forschung

Um wirksame Therapien gegen psychische Krankheiten zu entwickeln, müsse in Zukunft noch intensiver erforscht werden, wie Umwelteinflüsse die Erbsubstanz eines Menschen verändern, sagte Institutsdirektor Florian Holsboer. Klar sei, dass Informationen von außen die Art beeinflussen, wie das Erbgut benutzt wird: Die Methylgruppen würden wie Signalflaggen auf den DNA-Strängen angebracht und legten somit fest, wie häufig ein Gen abgelesen wird. Die noch junge Forschungsdisziplin der Epigenetik spürt diesem Phänomen nach. "Das Verständnis dieser epigenetischen Kodierung wird zum zukünftigen Schlüssel neuer Behandlungsstrategien", sagte Holsboer.

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