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Bei einstelligen Temperaturen drohen Kindern Kälteschäden

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Erfrierungen  

Bei einstelligen Temperaturen drohen Kälteschäden

02.02.2012, 11:11 Uhr | dpa

Bei einstelligen Temperaturen drohen Kindern Kälteschäden. Junge mit Schneeanzug und Mütze.

Ohne die richtige Kleidung drohen Kindern Kälteschäden an der Haut. (Bild: Imago)

Draußen spielende Kinder merken häufig nicht, wenn es zu kalt wird. Deswegen müssen ihre Eltern sie rechtzeitig ins Warme holen, sagt Kersten Enke, Schulleiter der Johanniter-Akademie in Hannover, einer Einrichtung der Johanniter-Unfall-Hilfe. Sonst könne es passieren, dass sich die Kinder bei Kälte schnell unterkühlen. Zeichen dafür seien Zittern, Gänsehaut, eine blasse, kalte Haut und bläuliche Lippen. Dann sollten sich die Kinder in einem warmen, aber nicht überhitzten Raum aufwärmen - am besten in eine Decke gehüllt. Heiße, gezuckerte Getränke helfen ebenfalls.

Kinder sind empfindlicher als Erwachsene

Mit der falschen Kleidung können schon Temperaturen unter zehn Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit und starkem Wind Kindern schaden. "Kinder sind stärker kälteempfindlich als Erwachsene, denn sie besitzen eine dünnere Haut und verlieren dadurch schneller Körperwärme", erklärt Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln. Kälteschäden sind heutzutage zwar selten. Dennoch sollten Eltern Warnzeichen wie weiße, undurchblutete Flecken erkennen. Kinder klagen dann, dass die Haut brennt oder gefühllos ist.

Kälteschock droht

Gefahr droht, wenn ein Kind apathisch wird oder das Bewusstsein verliert. Dann gehört es in die stabile Seitenlage und sollte nur noch mit einer Decke gewärmt werden, sagte Enke. Wichtig sei es dann, sofort den Rettungsdienst über die Notrufnummer 112 zu rufen. Bei einer Unterkühlung ist der gesamte Körper betroffen. Es bestehe die Gefahr, dass die Körpertemperatur so stark absinkt, dass es zu einem Kälteschock kommt.

Bei Erfrierungen den Notarzt rufen

Bei Erfrierungen sind nur einzelne Körperteile betroffen. Doch hier könne es passieren, dass Zellen absterben. Richtige Erfrierungen seien aber extrem selten, sagte Enke. Solange Füße oder Hände noch wehtun, liege keine Erfrierung vor. Die Körperteile könnten warmgerieben oder von außen erwärmt werden. Anders bei einer Erfrierung: Dann sind die betroffenen Körperteile kalt, weiß und gefühllos. Sie dürften weder massiert, noch mit Schnee abgerieben oder mit anderen Quellen erwärmt werden, warnte Enke. Stattdessen sollte der Körper mit Decken warmgehalten und der Notarzt gerufen werden.

Durchblutung ist entscheidend

Die Durchblutung des Körpers entscheidet neben Faktoren wie Lufttemperatur oder anliegender Feuchtigkeit - etwa nasse Kleidung - darüber, ob alle Körperteile ausreichend Wärme bekommen oder "entwärmt" werden. "Wenn ein Kind zum Beispiel zu wenig trinkt, kann das Blut eindicken", erklärt Fegeler. Ohren, Hände und Füße sind dann schlechter durchblutet, und die Gefahr von Erfrierungen steigt.

Die Haut kann austrocknen

Darüber hinaus kann kalte Luft die ungeschützte Haut schnell austrocknen. Tobt ein Kind im Schnee herum, kühlen über die vermehrte Atemarbeit die Schleimhäute aus und geben viel Feuchtigkeit ab. "Im Vergleich zu Erwachsenen haben Kinder geringere Wasserreserven", warnt der BVKJ-Sprecher.

Mehrere Kleiderlagen tragen

Eine zu eng anliegende Kleidung und zu kleine Schuhe können die Durchblutung ebenso behindern. Mehrere lockere lufthaltige Lagen Kleidung - innen Funktionswäsche und außen Nässeschutz - sind die ideale Winterausstattung. Auch Kopf, Nacken und Hände müssen warm bleiben. Eine fette Hautcreme schützt das Gesicht vor Feuchtigkeitsverlust. Metallteile wie Reißverschlüsse sollten nicht direkt Kontakt mit der Haut haben - denn Metall ist ein guter Temperaturleiter und wird schnell kalt.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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