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ADHS: Immer mehr Kinder bekommen Psychopharmaka

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ADHS  

Immer mehr Kinder bekommen Psychopharmaka

17.03.2010, 14:57 Uhr

ADHS: Immer mehr Kinder bekommen Psychopharmaka. Immer mehr Kinder in Deutschland bekommen Psychopharmaka.

Immer mehr Kinder in Deutschland bekommen Psychopharmaka. (Quelle: imago)

Nach einer aktuellen Auswertung der KKH-Allianz wurden im vergangenen Jahr bundesweit 3,8 Prozent der Kinder zwischen sechs und 18 Jahren mit Psychostimulanzien mit dem Wirkstoff Metylphenidat und Atmoxetin gegen ADHS behandelt. Im Vergleich zu 2005 (2,5 Prozent) entspricht dies einer Steigerung von 52 Prozent. Regionaler Spitzenreiter im Jahr 2009 war Rheinland-Pfalz mit einem Anteil behandelter Kinder von 5,6 Prozent. Der Anteil der betroffenen Kinder stieg hier gegenüber 2005 um 28,2 Prozent. „Es liegt die Vermutung nahe, dass zu viele Kinder mit den Wirkstoffen regelrecht ruhig gestellt werden sollen und dies über immer längere Zeiträume“, sagt Gabriela Rojs, Leiterin des KKH-Allianz Servicezentrums in Landau.

Kranke Kinder nehmen mehr Medikamente

Auch der Jahresverbrauch jedes einzelnen gegen ADHS behandelten Kindes ist im gleichen Zeitraum um 23,6 Prozent gestiegen. Während 2005 noch durchschnittlich 157 Tagesdosen der häufig verschriebenen Stimulanzien je Kind verabreicht wurden, waren es im Jahr 2009 bereits 194 Tagesdosen pro Jahr. „Die Zahlen zeigen, dass kranke Kinder länger beziehungsweise mit höheren Dosen behandelt werden. Der gestiegene Jahresverbrauch pro Kind könnte auf einen sorgloseren Umgang mit den Psychostimulanzien hindeuten“, so Rojs.

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Ärzte sollten sich genügend Zeit nehmen

Betroffenen Eltern rät die Gesundheitsexpertin, die Therapie ihrer Kinder ausführlich mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. „Eine seriöse Diagnose erfordert detaillierte Untersuchungen. Hierfür sollte sich der Arzt genügend Zeit nehmen und gegebenenfalls Experten anderer Fachrichtungen hinzuziehen.“ Nicht jedes unaufmerksame, zappelige Kind habe gleich ADHS, so Rojs. „Eine medikamentöse Behandlung sollte in jedem Fall gut überlegt sein. Denn über langfristige Nebenwirkungen von Psychostimulanzien ist noch zu wenig bekannt.“

Über das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS)

ADHS beziehungsweise ADS wird eine schon im Kindesalter beginnende psychische Störung genannt. Die auch als Zappelphilipp-Syndrom bekannte Erkrankung äußert sich durch hyperaktives Verhalten. Betroffene haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, sind ständig unruhig und fallen zum Beispiel in der Schule durch Störverhalten auf. Ursache ist eine fehlerhafte Informationsverarbeitung zwischen verschiedenen Hirnabschnitten. Die Krankheit kann genetisch bedingt sein.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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