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Wie viel Homöopathie ist gut für ein Kind?

14.04.2015, 15:50 Uhr | Dorothee Schulte

Wie viel Homöopathie ist gut für ein Kind?. Viele Eltern behandeln ihre kranken Kinder mit homöopathischen Mitteln.  (Quelle: imago)

Viele Eltern behandeln ihre kranken Kinder mit homöopathischen Mitteln. (Quelle: imago)

Darf es noch ein Kügelchen mehr sein? Oder vielleicht eine Potenz weniger? Homöopathische Mittel liegen voll im Trend. In den vergangenen Jahrzehnten ist ihr Image stetig gestiegen. Auch viele Eltern behandeln ihre Kinder mit homöopathischen Zuckerkügelchen: Egal ob die Nase läuft, eine Beule wächst oder das Kind einfach nicht durchschlafen will. Doch wie viel Homöopathie ist eigentlich gut für ein Kind?

Die Idee, Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen, ist schon uralt. Schon Schriften von Hippokrates von rund 400 vor Christus beschreiben diese Theorie. Die eigentliche Homöopathie geht aber zurück auf  den Arzt Samuel Hahnemann, der Ende des 18. Jahrhunderts in einer Zeit von Aderlässen und Schröpfens die sanfte Lehre der Homöopathie begründete. Das Prinzip dabei ist: Arzneien wirken gegen Krankheiten, deren Symptome sie selbst auslösen. Und: Durch Verdünnen und Schütteln sollen sie sogar besser und länger als die ursprünglichen Substanzen wirken.

Hokuspokus oder Wirkung ohne Nebenwirkung?

Potenzieren nennen Homöopathen diese Verdünnung. Die Wirkstoffe werden dabei schrittweise zum Teil sogar so extrem verdünnt, dass der Ausgangsstoff nicht mehr nachweisbar ist.  Dazu verschüttelt man sie mit Wasser oder Alkohol oder verreibt sie mit Milchzucker. Auf diese Weise sollen unerwünschte Wirkungen quasi vollständig verschwinden - erwünschte aber erhalten bleiben. „Hokuspokus“ sagen Skeptiker, denn nach wissenschaftlicher Ansicht gibt es eben keine Wirkung ohne Nebenwirkung, und wo nichts mehr ist, kann auch nichts mehr wirken. Anhänger der Homöopathie argumentieren, dass die Substanzen eine Art Abdruck im Wasser hinterließen und dadurch heilen könnten.

Wirkstoffe aus der Natur

So geheimnisvoll die Wirkung homöopathischer Mittel - so geheimnisvoll klingen auch ihre Namen: "Ferrum Phosphorikum", "Belladonna" oder "Zincum Metallicum" heißen sie zum Beispiel. Wenn homöopathisch versierte Mütter darüber sprechen, welche Kügelchen, auch "Globuli" genannt, sie ihren Sprösslingen auf die Zunge legen, klingt das für Außenstehende manchmal, als ob mittelalterliche Kräuterweiber sich unterhielten. Doch vielleicht liegt gerade darin die große Bedeutung - Wissenschaftler versuchen immerhin ständig, Wirkstoffe aus der Natur besser zu erforschen und viele Menschen schreiben natürlichen Heilkräutern eine besonders günstige Wirkung zu. Doch auch die haben unter Umständen starke Nebenwirkungen. Natur gleich sanft ist also eine falsche Gleichung. Homöopathische Medikamente, die einen Wirkstoff noch nachweislich enthalten, können unerwünschte Wirkungen haben.

Arztbesuch sollte nicht versäumt werden

Aber auch bei extrem verdünnten Mitteln besteht die Gefahr, ein Kind damit falsch zu behandeln, indem eine notwendige andere Therapie versäumt wird. Wenn jemand schwer krank ist, sollten homöopathische Mittel niemals einen Arztbesuch ersetzen. Wer sich zu sehr auf sie verlässt, übersieht unter Umständen, dass eine andere Behandlung nötig wäre. Die Wahrscheinlichkeit, dass zunächst eine Besserung einsetzt, ist nämlich groß. Schließlich haben auch Placebos eine Wirkung, alleine dadurch, dass eine angebliche Arznei eingenommen wird. Der Glaube an homöopathische Zuckerkügelchen ist bei vielen immens. Das Vertrauen in die Therapie wird auch dadurch bestärkt, dass sich kleine wie große Patienten oft bei einem Homöopathen besser aufgehoben fühlen als bei einem herkömmlichen Mediziner. Denn hier finden sie jemanden, der sich Zeit für ihre Sorgen nimmt und ihnen zuhört.

Wer krank ist, gehört ins Bett

Trotzdem: Gegen jede körperliche oder geistige Beschwerde Kügelchen in den Mund zu nehmen, kann das Gefühl vermitteln, etwas einnehmen zu müssen, um sich besser zu fühlen - auch bei Kindern. Manchmal wäre es vielleicht besser, stattdessen zu erklären, dass der Körper sich selbst heilen kann, wenn man ihn nur lässt. Wer krank ist, gehört ins Bett. Viel Flüssigkeit und frisches Obst zu sich zu nehmen, hilft vielleicht ebenso gut, wieder gesund zu werden, wie die Einnahme diverser Globuli.

Homöopathie ist eine Frage des Glaubens

Wie viel Homöopathie ist also gut? Diese Frage entzweit die Menschheit. Die Frage scheint fast eine religiöse zu sein. Ähnlich der nach der Entstehungsgeschichte der Menschen: Im Biologieunterricht hören Kinder von Evolution und in Religion von Adam und Eva. Trotz moderner Wissenschaft gibt es eben verschiedene Sichtweisen auf die Welt. Homöopathische Mittel sind eine Möglichkeit, bestimmte Krankheiten zu behandeln, auch von Kindern. Eltern sollten den Heilerfolg aber genauso kritisch beobachten, wie den einer anderen medikamentösen Therapie. Homöopathie kann nützlich sein, wenn man an sie glaubt. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker - und vor allem Ihren gesunden Menschenverstand.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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