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Allergien: "Schmuddelkinder" sind seltener betroffen

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Experte: "Schmuddelkinder" sind seltener Allergiker

17.05.2011, 09:49 Uhr | dpa

Allergien: "Schmuddelkinder" sind seltener betroffen. Schützt Dreck vor Allergien? (Foto: dpa)

Schützt Dreck vor Allergien? (Foto: dpa)

Auch Kinder und Jugendliche leiden immer häufiger unter Allergien, Asthma und Neurodermitis: Die Nase läuft, die Augen jucken und ein Nieser jagt den Nächsten. Einige kommen bereits mit diesen Krankheiten auf die Welt. "Da geht es Schmuddelkindern eindeutig besser", sagt der Sozialmediziner Professor Ulrich Keil von der Universität Münster im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. 20 Jahre lang hat er Daten von zwei Millionen jungen Allergikern in 106 Ländern gesammelt und besonders auf deren Lebensumstände geachtet. Jetzt hat er die Ergebnisse veröffentlicht.

Herr Professor Keil, was sind "Schmuddelkinder"?

Keil: Das sind Kinder, die auch mal im Dreck spielen dürfen. Kinder, die nicht überwacht-steril aufwachsen. Im Rahmen unserer 20-jährigen weltweiten Studie ISAAC (Internationale Studie von Asthma und Allergien in der Kindheit) haben wir beobachtet, dass in den Entwicklungsländern die Asthma- und Allergieraten viel niedriger sind. Beispielsweise waren die Raten in Albanien viel geringer als in Australien. Das hat die Hygiene-Theorie bestätigt: Kinder, die nicht in so sterilen Verhältnissen aufwachsen, entwickeln ein ganz anderes Immunsystem. Kinder sollten eben auch mal im Dreck spielen dürfen.

Das heißt, unser Immunsystem braucht Dreck, um sich weiterzuentwickeln?

Wir Menschen sind über Jahrhunderte und Jahrtausende anders aufgewachsen, waren viel mehr Keimen in der Natur und Infektionen ausgesetzt und mussten entsprechende Abwehrmechanismen entwickeln. Heute sind wir ganz anderen Reizen ausgesetzt. Beispielsweise war die Sauberkeit der Lebensmittel früher so gar nicht gegeben. Heute leben wir in einem sehr sauberen, keimfreien Umfeld und unser Immunsystem ist deshalb ganz anders entwickelt.

Spielt die Ernährung auch eine Rolle?

Ja, ganz eindeutig. Die mediterrane Ernährung - also viel mehr Fisch, Gemüse und Hülsenfrüchte - schützt vor dem Risiko, Allergien zu entwickeln oder Asthma zu bekommen. Hingegen sind Trans-Fettsäuren in frittiertem Essen - wie Fast-Food - schädlich und fördern die Entwicklung von Allergien. Aber auch Kinder rauchender Eltern sind eher von Allergien und Asthma betroffen.

 

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