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Volkskrankheiten: Mediziner vermessen Leipziger Schulklassen

26.08.2011, 11:42 Uhr | dpa

Volkskrankheiten: Mediziner vermessen Leipziger Klassen. Der siebenjaehrige Fabian testet unter Beobachtung einer medizinisch-technischen Assistentin seine Lungenfunktion. (Quelle: dpa)

Der siebenjaehrige Fabian testet unter Beobachtung einer medizinisch-technischen Assistentin seine Lungenfunktion. (Quelle: dpa)

Auf der Suche nach den Auslösern von Zivilisationskrankheiten vermessen Leipziger Mediziner demnächst ganze Schulklassen. 15.000 Kinder und Jugendliche - gesunde und kranke - sollen im Rahmen des LIFE-Child-Projektes untersucht werden, wie Professor Wieland Kiess, Leiter der Uni-Kinderklinik erklärt. Die Forscher wollen herausfinden, wie Umwelt und Lebensgewohnheiten schon bei Kindern Volkskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes oder Allergien beeinflussen.

Forscher sammeln Daten von ganzen Schulklassen

Die Untersuchungen reichten von Blutdruckmessungen über einen 3D-Bodyscan bis hin zu Fragen zum Lebensumfeld. 150 verschiedene Methoden haben die Mediziner im Repertoire. "Wir sammeln einen Riesenwust an Daten", sagt Kiess. "Wir wollen nicht nur herausfinden, was Kinder krank macht, sondern auch, was Kinder schützt und sie gesund hält." Es sei wichtig, dass möglichst komplette Klassen untersucht werden, um die gesamte Gesellschaft abzubilden.

Studie geht über zehn Jahre

Die Studie ist langfristig angelegt, die Kinder und Jugendlichen sollen über zehn Jahre begleitet werden. Die Teilnahme ist freiwillig. Mit einem gewissen Schwund sei natürlich zu rechnen, so Kiess. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass in zehn Jahren noch 60 Prozent der Probanden mitmachen.

LIFE-Child ist ein Teilprojekt des groß angelegten Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationskrankheiten (LIFE). Dieses hatte sich bei einer Landesexzellenzinitiative des Freistaats Sachsen durchgesetzt und wird mit 38 Millionen Euro gefördert.

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