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Foodwatch kritisiert Nestlé-Werbung für ungesunde Kinderlebensmittel

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Foodwatch kritisiert Nestlé-Werbung für ungesunde Kinderlebensmittel

19.04.2012, 11:40 Uhr | AFP

Foodwatch kritisiert Nestlé-Werbung für ungesunde Kinderlebensmittel. Foodwatch übt scharfe Kritik an den Kinderlebensmitteln von Nestlé. (Quelle: dpa)

Um genug Punkte ein Fan-Trikot zu bekommen, müssten Kinder Unmengen von Schokoriegeln essen. (Quelle: dpa)

Beliebte Comicfiguren machen Kindern Appetit auf Eis. Bei Frühstücksflocken lockt Spielzeug die Kleinen und der Vollkornanteil beruhigt die Eltern, obwohl sie vor Zucker strotzen. Wegen derartiger Werbung für Kinderlebensmittel kritisiert die Verbraucherorganisation Foodwatch den weltgrößten Nahrungshersteller Nestlé in einem offenen Brief an Deutschland-Chef, Gerhard Berssenbrügge.

Welche Produkte sind für Kinder geeignet?

Nestlé verstoße mit der Vermarktung solcher Produkte gegen seine Selbstbeschränkungen, schreibt Foodwatch in dem am 18. April veröffentlichten Brief. Der Konzern habe sich selbst auferlegt, gegenüber Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren nur geeignete Produkte zu bewerben, kritisierte Foodwatch. Solche Lebensmittel müssten demnach "eine positive Rolle in einer ausgewogenen Ernährung dieser Altersgruppe spielen können". Süße Snacks jedoch, wie sie laut Foodwatch einen großen Teil des Produktangebotes Nestlés ausmachen, sollten nach Empfehlung von Nahrungsexperten "nur selten und in kleinen Mengen gegessen werden".

Nestlé weist Vorwürfe zurück

Der Konzern wies die Vorwürfe umgehend zurück. Die Vorwürfe entbehrten "jeder Tatsache", schrieb Berssenbrügge am 19. April in einem Antwortbrief an die Verbraucherorganisation. Es sei unverständlich, wie Foodwatch zu dem Schluss kommen können, Nestlé verstoße mit seiner Werbung und seinem Produktmarketing gegen selbstauferlegte Beschränkungen.

Selbst die Frühstücksflocken sind Süßigkeiten

Ungesunde Lebensmittel von Nestlé sind nach Auffassung von Foodwatch "einige Alete-Produkte für Kleinkinder", das Kindersortiment der Eiscrememarke Schöller und Smarties. Vor allem aber kritisierte die Verbraucherschutzorganisation Frühstücksflocken von Nestlé: "Ihre Kindercerealien bestehen alle zu mindestens 30 Prozent aus Zucker", schrieb die Verbraucherorganisation an Nestlé Deutschland. "Sie sind kein gesundes Frühstück, sondern Süßigkeiten."

Welche Kinderprodukte Foodwatch im Einzelnen bemängelt, können Sie dieser Liste zum aktuellen Foodwatch-Markencheck Kinderlebensmittel vom März 2012 entnehmen.

Kritik an getarnten Werbeaktionen in Grundschulen

Problematisch sei die Werbung für die genannten Produkte: Der Konzern werbe dafür im Kinderprogramm mit Comicfiguren und Trickfilmen. Daneben locke Nestlé Kinder mit Sammelaktionen und Gewinnspielen. Eltern gegenüber wiederum werde der Eindruck vermittelt, die Produkte seien gesund und ausgewogen, da sie Vollkorn enthielten, kritisiert Foodwatch. Auch an Grundschulen sei Nestlé präsent mit Wettbewerben und Informationsmaterialen für Schüler, Eltern und Lehrer. Dabei habe sich der Konzern selbst auferlegt, keine Werbung an Grundschulen zu machen.

Foodwatch: Nestlé soll Werbung für süße Kinderprodukte stoppen

Nestlé müsse endlich nach seinen eigenen Grundsätzen handeln, forderte Foodwatch. Als weltgrößter Konzern der Branche "sollte Nestlé Vorbild sein". Kindern müssten tatsächlich gesunde Nahrungsmittel und Getränke angeboten werden. An Kinder gerichtete Werbung "für Eiscreme, überzuckerte Frühstücksflocken und andere unausgewogene Produkte" solle gestoppt werden, forderte Foodwatch. Daneben müsse sich Nestlé von Schulen zurückziehen.

Nestlé: "Bildungsangebote" von unabhängigen Partnern organisiert

Auf die Vorwürfe entgegnete Deutschland-Chef Berssenbrügge in seinem Brief, dass Nestlé grundsätzlich keine Werbung an Kinder unter sechs Jahren richte. Für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren würden nur Produkte mit einem Nährwertprofil beworben, das "den Bedürfnissen dieser Altersgruppe entspricht". Zudem sei klar, dass bestimmte Lebensmittel "nicht dafür gedacht sind, ausschließlich oder in großen Mengen gegessen zu werden". Nestlé werbe nicht im schulischen Umfeld. "Bildungsangebote" und Programme des Konzerns an Schulen würden von unabhängigen Partner organisiert und seien "frei von jeglicher Produkt- oder Markenwerbung", schrieb Berssenbrügge.

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