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Kinderpsychologie  

Bettnässen überwinden: Die Kinder müssen mitmachen

10.08.2012, 17:26 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Bettnässen überwinden: Die Kinder müssen mitmachen. Bei Bettnässen gilt es, zu ergründen, ob es eine körperliche oder seelische Ursache gibt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei Bettnässen gilt es, zu ergründen, ob es eine körperliche oder seelische Ursache gibt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Betrachtet man die Windelregale der großen Supermarktketten, bemerkt man, dass der Markt auf ein Problem reagiert, das von den meisten Menschen unterschätzt wird: das nächtliche Bettnässen von Kindern, die älter als fünf Jahre sind. Man geht davon aus, dass nahezu 700.000 Kinder in Deutschland betroffen sind. Ein Problem, das spätestens ab dem Alter von sieben Jahren auch soziale Folgen hat.

Körperliche oder seelische Ursachen?

Mediziner unterscheiden zwischen einer primären und einer sekundären Enuresis, so der Fachausdruck für das Bettnässen. Bei der primären liegen die Ursachen im körperlichen Bereich, was dazu führt, dass das Kind noch nie nachts trocken gewesen ist. Bei der sekundären Enuresis spielen sehr viel häufiger psychische Probleme eine Rolle: Diese Kinder waren bereits trocken und reagieren oft auf starke Lebensveränderungen mit nächtlichem Einnässen. Aber auch hier darf man nicht vorschnell urteilen und muss zunächst andere Möglichkeiten wie Infektionen, Diabetes oder eine Fehlbildung ausschließen. Auch an das Einnässen als Nebenwirkung anderer Medikamente muss gedacht werden.

Kinder müssen verstehen, was im Körper passiert

Die Urologin Daniela Marschall-Kehrel ist Spezialistin auf dem Gebiet des Bettnässens und Präsidentin der Deutschen Enuresis Akademie. "Es gibt nicht wenige Kinder, die bettnässen, ohne dass dafür ein organischer oder psychischer Grund zu finden wäre. Diese Kinder müssen verstehen, dass sie selbst mitarbeiten müssen, um trocken zu werden," sagt sie.

Die Urologin erklärt daher zunächst einmal kindgerecht, was im Körper passiert: "Die Nieren haben sozusagen eine Waschmaschinenfunktion. Ihre Aufgabe ist es, das Blut sauber zu waschen. Das ist lebenswichtig und sollte am Tag geschehen. Was bedeutet, dass das Trinkverhalten auf die Aufgaben von Nieren und Blase abgestimmt sein sollte." Die Empfehlung: 75 Prozent der Gesamttrinkmenge vor 17 Uhr zu sich nehmen, 25 Prozent danach und möglichst eine Stunde vor dem Schlafengehen nichts mehr trinken.

Eltern leiden stärker als die Kinder unter Bettnässen

Bei manchen Kindern muss sich erst ein Leidensdruck entwickeln, zum Beispiel durch eine bevorstehende Klassenfahrt. "Denn nicht selten treibt das Bettnässen die Eltern regelrecht in den Wahnsinn, während es dem Achtjährigen egal ist. Wenn ich sehe, dass ein gesundes Kind keine Motivation hat, trocken zu werden, behandle ich es auch nicht und warte, bis sich ein Leidensdruck entwickelt", so Marschall-Kehrel.

Auch Machtspielchen spielen gelegentlich eine Rolle. "Es gibt Mütter, die machen sich völlig fertig, waschen täglich Unmengen und wissen nicht mehr, wie es weitergehen soll. Und die Kinder haben einfach keine Lust, an dieser Situation etwas zu ändern. Warum auch? Diese Kinder sollte man durchaus in die Eigenverantwortung nehmen und ihnen das Betten abziehen und Wäschewaschen selbst überlassen."

These: Wenn das Kind mitmacht, wird es auch trocken

Beim Bettnässen muss man ganz genau hinsehen, das Problem individuell betrachten und die Umstände exakt analysieren. "Wenn man das tut, lässt sich sagen, dass man jedes Kind, das mitmacht, trocken bekommt!" Davon ist die Urologin Marschall-Kehrel überzeugt. Und wissenschaftliche Studien geben ihr Recht.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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