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Immer mehr Kinder bekommen Antibiotika bei Diagnose Mittelohrentzündung

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Diagnose Mittelohrentzündung: immer mehr Kinder bekommen Antibiotika

24.08.2012, 09:35 Uhr | t-online.de

Immer mehr Kinder bekommen Antibiotika bei Diagnose Mittelohrentzündung.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kinder haben häufig Ohrenschmerzen. Was hilft dagegen? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sommerzeit - Badezeit - Ohrschmerzzeit: Im Sommer fühlen sich Keime im feuchtwarmen Ohr besonders wohl. Immer mehr Kinder bekommen heute bei Mittelohrentzündungen Antibiotika verordnet. Dieser Trend sei jedoch bedenklich, sagen Apotheker und Kinderärzte.

Antibiotika-Verordnungen steigen stark

Innerhalb von nur zwei Jahren ist die Zahl der bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherten Kinder zwischen drei und zwölf Jahren, die bei der Diagnose Mittelohrentzündung Antibiotika verordnet bekommen haben, um 26 Prozent gestiegen. Das zeigt eine Auswertung von Daten der TK für den Zeitraum von 2008 und 2010. "Gerade bei Mittelohrentzündungen sollten die Ärzte gründlich abwägen, ob Antibiotika wirklich nötig sind", sagt Tim Steimle, Apotheker und Fachbereichsleiter für Arzneimittel bei der TK. "Denn je häufiger schon Kinder Antibiotika nehmen, desto höher das Risiko einer Antibiotika-Resistenz."

Schmerzmittel und Nasentropfen im Frühstadium

Eine akute Mittelohrentzündung heilt meist folgenlos nach einigen Tagen. "In der Regel helfen entzündungshemmende Schmerzmittel wie zum Beispiel Ibuprofen oder Paracetamol, um die Schmerzen zu stillen", so Steimle. "Auch abschwellende Nasentropfen, Wärme durch Rotlicht oder ein Traubenkernkissen haben sich sehr bewährt."

Arztbesuch ist bei Ohrenschmerzen ratsam

Besonders jetzt im Sommer zur Badesaison häufen sich die Fälle von Entzündungen im Ohrbereich. Viele Keime werden durch das Badewasser in das Ohr transportiert. Dort können sie sich schnell durch das feuchtwarme Milieu vermehren. So kann aus einer eher harmlosen Gehörgangentzündung schnell eine Mittelohrentzündung werden.

Typische Symptome sind starke Ohrenschmerzen, Druckgefühl im Ohr, Ausfluss aus dem Gehörgang, Fieber oder Schüttelfrost. "In jedem Fall ist ein Arzt aufzusuchen", so Steimle. "Nur so ist sichergestellt, dass das Kind richtig behandelt wird und es nicht zu Komplikationen kommt."

Warum immer mehr Antibiotika verschrieben werden

Eine Erklärung dafür, dass häufiger Antibiotika verschrieben werden, ist der Mangel an Kinderärzten in weiten Regionen Deutschlands. Daher konsultieren viele Familien den Hausarzt als Familienarzt. Dieser ist jedoch kein Spezialist für Kinder und deshalb oft übervorsichtig, das heißt in diesem Fall: Lieber gleich ein Antibiotikum. Dass dies nicht immer notwendig und oft gar nicht zielführend ist, bleibt außer Acht. Hauptsache, die Eltern sind beruhigt, das Kind wird gesund - das würde es aber auch ohne Antibiotika und vor allem ohne deren Nebenwirkungen.

Unbedingt Präparat merken

Wenn Kinder Antibiotika einnehmen müssen, sollten die Eltern in jedem Fall die Packungen aufbewahren oder den Namen des Präparates notieren. Ein guter Ort hierfür ist das U-Heft. Denn nicht selten treten Unverträglichkeiten auf. So kann der Arzt beim nächsten Antibiotika-Bedarf sicherstellen, dass nicht die gleichen Wirkstoffe zum Einsatz kommen.

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