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Schmerztherapie: Kinderschmerzzentrum geht neue Wege beim chronischen Schmerz

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Kinderschmerzzentrum geht neue Wege beim chronischen Schmerz

04.10.2012, 15:23 Uhr | dpa

Schmerztherapie: Kinderschmerzzentrum geht neue Wege beim chronischen Schmerz. In der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln geht man neue Wege gegen die chronischen Schmerzen.  (Quelle: dpa/Marius Becker)

Schmerztherapie: In der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln geht man neue Wege gegen die chronischen Schmerzen. (Quelle: Marius Becker/dpa)

Schmerztherapie bei Kindern und Jugendliche mit chronischen Beschwerden bedeutet häufig eine Behandlung mit Medikamenten und viel Ruhe. Das Deutsche Kinderschmerzzentrum in Datteln (Nordrhein-Westfalen) geht den entgegengesetzten Weg und hat Erfolg. Bewegung und Ablenkung sollen den Patienten helfen. "Die Hälfte der Kinder kann geheilt werden, bei 30 Prozent sind Fortschritte erkennbar", sagt der Leiter des Zentrums, Professor Boris Zernikow.

Schmerztherapie: Schonung macht den Schmerz noch schlimmer

Rund 350.000 Kinder und Jugendliche sind nach seinen Angaben von chronischen Bauch-, Kopf-, Rücken- oder Gelenkschmerzen betroffen. Medikamente und Ruhe führten bei ihnen oft zu einer Verschlechterung. "Schonung hat zur Folge, dass sich Kinder auf den Schmerz fokussieren", erläutert Zernikow. Im Kinderschmerzzentrum treten Tabletten in den Hintergrund.

Eltern-Tipp: Bloß nicht in Watte packen

Häufig verschlimmerten auch die Eltern die Situation, wenn sie ihr Kind in Watte packten und nach seinen Schmerzen fragten. Mit der Zeit verändere sich das System zur Schmerzwahrnehmung und werde sensibler, erklärt der Spezialist. Eine biologische Veranlagung könne auch mitentscheidend sein. "Ein Faktor allein ist es meist nicht."

Das sind die neuen Techniken

Das Zentrum will Kinderärzte schulen, damit sie Risikopatienten frühzeitig erkennen. Außerdem werden Therapien für Betroffene entwickelt, die bislang erfolglos behandelt wurden. "Wir haben Techniken, die das Gehirn umprogrammieren", erläutert Zernikow. "Bei einer Methode wird zunächst der Schmerz verstärkt, um zu zeigen, dass sich doch etwas verändern kann."

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