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Verpackungen von Chemikalien und Medikamente nicht sicher

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Gefahr für Kinder  

Giftverpackungen aus Deutschland sind nicht sicher

22.01.2014, 13:10 Uhr | dpa, t-online.de

Verpackungen von Chemikalien und Medikamente nicht sicher. In einer Kita in Vienenburg testen Kinder die Verpackungen von Haushaltschemikalien und Medikamenten auf ihre Sicherheit. (Quelle: dpa)

In einer Kita in Vienenburg testen Kinder die Verpackungen von Haushaltschemikalien und Medikamenten auf ihre Sicherheit. (Quelle: dpa)

5000 Kinder im Vorschulalter reißen und beißen, schütteln und schlagen, drehen und ziehen - im Auftrag der Verpackungsindustrie versuchen sie, an den giftigen Inhalt verschiedener Behälter zu kommen. Ziel der Aktion ist ein besserer Schutz vor Vergiftungen. Denn bisher gilt noch häufig: Kindersicherung? Fehlanzeige!

Die kleinen Hände umschließen die Verpackung für einen Toilettenreiniger. Julian (3) und die beiden Vierjährigen Jaden und Justus drehen jeweils energisch an dem Verschluss. "Ich schaffe es nicht", sagt Julian frustriert. Aus einer Tablettenverpackung hat Justus hingegen in 45 Sekunden die erste Tablette herausgedrückt. Die Jungen aus einer Tagesstätte in Vienenburg im Vorharz testen an diesem Tag unter Aufsicht von Simone Bellger, wie kindersicher Verpackungen sind.

Nicht gesicherte Chemikalien und Medikamente verursachen Vergiftungen bei Kindern

In deutschen Haushalten gibt es jährlich rund 100.000 Verdachtsfälle auf Vergiftungen bei Kindern. Nach Schätzungen der Giftnotrufzentralen sind davon bis zu 90 Prozent Kleinkinder unter sechs Jahren betroffen. Haushaltschemikalien oder Medikamente, die in Wohnungen herumliegen und von den Eltern nicht sorgsam weggeschlossen werden, verursachen diese Vergiftungen.

"Einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung solcher Unfälle können kindersichere Verpackungen leisten", sagt Rolf Abelmann. Er ist Chef des Instituts Verpackungs-Marktforschung (IVM) in Braunschweig, das in Europa die einzige staatlich zugelassene Zertifizierungsstelle für kindergesicherte Verpackungen und Feuerzeuge ist.

Nur jede zehnte Medikamentenverpackung in Deutschland ist kindersicher

Für das Institut testen nach Abelmanns Angaben jedes Jahr rund 5000 Kindergartenkinder Verschlüsse und Verpackungen. Zunächst müssen sie es allein versuchen, anschließend gibt es vor einem neuen Versuch eine Demonstration. Der Kinderfantasie werden dabei kaum Grenzen gesetzt und so wird bei den Tests gerissen, geschüttelt, gekratzt, gezogen, draufgeschlagen oder draufgebissen. Als sicher gilt eine Verpackung, wenn in einer Gruppe von bis zu 200 Kindern mindestens 80 Prozent der Kinder es nicht schaffen, an den Inhalt zu gelangen.

Doch das trifft auf deutlich zu wenige Verpackungen zu: "In Deutschland sind bisher nur zehn Prozent aller zugelassenen Medikamente kindersicher verpackt", schätzt Abelmann. Andere Länder seien schon weiter. In den USA müssten beispielsweise alle verschreibungspflichtigen Medikamente kindersicher verpackt werden. Seit Inkrafttreten dieser Regelung seien dort nach Studienergebnissen die Vergiftungsunfälle bei Kindern deutlich zurückgegangen.

"Man kann alles sicher machen"

In Deutschland stellt Abelmann bei großen Herstellern von Arzneimitteln und Haushaltschemikalien inzwischen einen Trend fest, sich freiwillig mit diesem Thema zu befassen und sichere Verpackungen anzubieten. "Grundsätzlich kann man alles sicher machen", betont er.

In Deutschland müssen kindergesicherte Verpackungen allerdings zugleich auch seniorenfreundlich und damit von älteren Menschen leicht zu öffnen sein. Deshalb testet das Braunschweiger Institut Verpackungen auch mit Menschen, die zwischen 50 und 70 Jahre alt sind. Ältere Menschen hätten zwar oft weniger Kraft und weniger Geschick in Händen und Fingern, sagt Abelmann. Aber sie beherrschten in der Regel den Trick, den kleine Kinder nicht kennen: "Sie können koordiniert mit mehreren Bewegungen eine Verpackung öffnen."

Giftnotrufnummern griffbereit haben

So lange allerdings die Verpackungen nicht kindersicher sind, wird es immer wieder zu Vergiftungsfällen im Haushalt kommen. Beim Vergiftungsverdacht sollten Eltern deshalb unbedingt die Telefonnummern der Giftnotrufzentrale parat haben. Das sind die Nummer in der Übersicht:

Berlin

Institut für Toxikologie - Klinische Toxikologie und Giftnotruf Berlin

Tel. +49 - 30 -19240, E-Mail: mail@giftnotruf.de

Bonn

Informationszentrale gegen Vergiftungen

Tel. +49 - 228 - 19240, E-Mail: gizbn@ukb.uni-bonn.de

Erfurt

Gemeinsames Giftinformationszentrum Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Tel. +49 - 361 - 730 730, E-Mail: ggiz@ggiz-erfurt.de

Freiburg

Vergiftungs-Informations-Zentrale

Tel. +49 - 761 - 19240, E-Mail: giftinfo@uniklinik-freiburg.de

Göttingen

Giftinformationszentrum Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein (GIZ Nord)

Tel. +49 - 551 - 19240, E-Mail: giznord@giz-nord.de

Homburg/Saar

Informations- und Beratungszentrum für Vergiftungsfälle

Tel. +49 - 6841 - 19240, E-Mail: giftberatung@uniklinikum-saarland.de

Mainz

Klinische Toxikologie und Beratungsstelle bei Vergiftungen der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen

Tel. +49 - 6131 - 19240, E-Mail: mail@giftinfo.uni-mainz.de

München

Giftnotruf München

Tel. +49 - 89 - 19240, E-Mail: tox@lrz.tum.de

Nürnberg

Giftinformationszentrale

Tel. +49 - 911 - 398 2451, E-Mail: giftnotruf@klinikum-nuernberg.de

Wien

Vergiftungsinformationszentrale

Tel. +43 - 1 - 406 4343, E-Mail: viz@meduniwien.ac.at

Zürich

Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum

Tel. +41 - 44 - 2 51 51 51 (Inland 145), E-Mail: info@toxi.ch

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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