Sie sind hier: Home > Gesundheit > Kindergesundheit >

Rheuma bei Kindern: Keine Heilung, aber Linderung möglich

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Rheuma im Kindesalter  

Jede Bewegung war für Merve eine Qual

03.09.2015, 12:01 Uhr | Amelie Richter, dpa

Rheuma bei Kindern: Keine Heilung, aber Linderung möglich. Rheuma: Die junge Rheumapatientin Merve ist beim Spezialisten Hans-Iko Huppertz in Bremen in Behandlung.  (Quelle: dpa/Ingo Wagner)

Dank einer Infusionstherapie geht es der junge Rheumapatientin Merve inzwischen besser. Sie ist beim Spezialisten Hans-Iko Huppertz in Bremen in Behandlung. (Quelle: Ingo Wagner/dpa)

Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass nur alte Menschen Rheuma bekommen. In Deutschland leiden rund 20.000 Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren unter der Rheuma-Variante JIA. Eine der Betroffenen ist die 13-jährige Merve. Rennen, springen, toben - was für die meisten Kinder normal ist, bereitete ihr heftige Schmerzen.

Als sich das Rheuma bemerkbar machte, waren Merves Gelenke in den Ellenbogen, Knien und Fingern entzündet und stark angeschwollen. "An einem Morgen ist sie vor dem Bett zusammengebrochen und konnte nicht mehr aufstehen", beschreibt ihre Mutter Katja Engelbrecht das Ausmaß der Krankheit.

In der Fachsprache heißt diese Form von Rheuma juvenile idiopathische Arthritis, kurz JIA. "Idiopathisch bedeutet, dass wir die Ursache nicht kennen", erklärt Rheumatologe Hans-Iko Huppertz. Bei Rheuma seien zwar die verschiedenen Stadien der Krankheit bekannt und gut behandelbar. Warum die Krankheit entstehe, wisse man jedoch nicht. Huppertz leitet eines der deutschen Zentren für Kinder- und Jugendrheumatologie in der Professor-Hess-Kinderklinik in Bremen.

Dort wird auch Merve behandelt. Alle acht Wochen erhält sie intravenös ein Mittel, das Cortison ähnlich ist, aber weniger Nebenwirkungen hat.

Rheuma raubt Kindern viel Lebensfreude

Merve sitzt gut gelaunt auf einem Stuhl in der Klinik, von ihrer Behandlung sieht man nur noch einen Verband am rechten Arm. Er deckt die Armbeuge ab, wo sie die Infusion bekommt. Drei Tage muss Merve für eine solche Stoßtherapie in der Klinik bleiben. Früher verbrachte sie ganze Tage nur im Bett. "Man möchte einfach nur schlafen und ist erschöpft", erklärt sie. Es sei deprimierend gewesen. Sie habe jedoch Mut und Kraft von ihren Freunden und den Ärzten bekommen. "Und von meinem Pflegepferd und der Reitgemeinschaft daheim in Bonnhausen", betont Merve. Ohne die psychologische Stütze wäre die lange Therapie schwerer gewesen.

Häufigste Autoimmunerkrankung bei Kindern

Von 100.000 Kindern erkranken zwischen 20 bis 30 an kindlichem Rheuma. Damit ist JIA die häufigste chronische Autoimmunerkrankung im Kindesalter, bei der der Körper versucht, eigenes Gewebe zu bekämpfen. Dadurch entstehen Entzündungen, die von den Gelenken auch auf andere Organe übergehen können. "Auch die Augen oder das Herz können betroffen sein", sagt Huppertz, der seit über 30 Jahren Rheumapatienten betreut.

Eine häufige Form von Kleinkindrheuma trete beispielsweise in den Kniegelenken von Mädchen auf, die gerade das Laufen lernen. "Dass die Kinder humpeln, wird zu Beginn deshalb häufig übersehen", sagt Huppertz.

Auch bei Merve war der erste Verdacht für den Grund der Schmerzen ein anderer: "Manche haben gesagt, dass das Wachstumsschmerzen sind und dass ich mich nicht so anstellen soll", sagt sie. Ihr behandelnder Kinderarzt habe aber schnell reagiert und die 13-Jährige zu den Experten nach Bremen geschickt, berichtet Merves Mutter.

Keine Heilung, aber Linderung möglich

Rund 20 Zentren für Kinder- und Jugendrheumatologie gibt es bundesweit. Um das Rheuma einzudämmen, können verschiedene Medikamente wie Ibuprofen oder Steroide genutzt werden. Die Behandlungsdauer ist so individuell wie die Patienten. Auch wenn man bei der chronischen Krankheit nie von Heilung sprechen kann: Die meisten jungen Patienten können unter Behandlung fast beschwerdefrei leben.

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren!

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Meistgesuchte Themen A bis Z
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Gesundheit > Kindergesundheit

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017