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Große regionale Unterschiede bei Mandel-OPs

02.12.2015, 18:24 Uhr | dpa

Große regionale Unterschiede bei Mandel-OPs. Halsuntersuchung bei einem Kind (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Regionale Unterschiede bei Mandeloperationen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Anzahl der Mandel- und Blinddarm-Operationen bei Kindern und Jugendlichen ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Doch nach wie vor bestehen erhebliche regionale Unterschiede bei der Zahl der Eingriffe.

So gibt es etwa in der Region Magdeburg (Sachsen-Anhalt) viermal mehr Mandel-Operationen bei Kindern und Jugendlichen als in der Region Ingolstadt in Oberbayern. Zu diesem Ergebnis kommt der Versorgungsreport 2015 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Bei Blinddarm-OPs steht dagegen ausgerechnet Ingolstadt an der Spitze.

Diese Unterschiede nähren Zweifel, ob diese körperlich belastenden Operationen nötig sind. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) warnte vor unnötigen Eingriffen. "Patienten müssen sich darauf verlassen können, dass nur Operationen durchgeführt werden, die medizinisch notwendig sind – und das gilt unabhängig vom Wohnort", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Gröhe erinnerte daran, dass Patienten das Recht auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung haben.

Konservative Methode kann auch heilen

WIdO-Geschäftsführer Jürgen Klauber erläuterte, möglicherweise hätte die eine oder andere Mandelentzündung auch mit einer konservativen Methode wie einer Antibiotika-Therapie geheilt werden können. Die Unterschiede könnten nach seinen Worten unter anderem Hinweise auf regionale Über- oder Unterversorgung sein sowie auf einen fehlenden gemeinsamen Maßstab für Eingriffe. Sie zeigten jedenfalls die Notwendigkeit bundesweit einheitlicher Richtlinien. Diese gebe es seit Herbst für Mandel-OPs. Für Blinddarm-Behandlungen fehlten sie noch.

Der designierte AOK-Vorstandsvorsitzende Martin Litsch sagte, die Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen dürfe nicht von der Postleitzahl abhängen. Er mahnte zugleich zur Zurückhaltung bei der Vergabe von Arzneimitteln an Kinder. "Kinder sind keine kleinen Erwachsenen", sagte er. Sie bräuchten ihre eigenen Medikamente

DKG kritisiert den Report

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, kritisierte den Report. Regionale Unterschiede bei der Anzahl von Mandel- oder Blinddarmoperationen hätten vielfältige Gründe und seien kein Beweis für Über- oder Unterversorgung in Deutschland.

Nach dem Versorgungsreport ging die Zahl der Mandeloperationen bei Kindern und jungen Erwachsenen bis 24 Jahren von 2005 bis 2014 um ein Fünftel (19,3 Prozent) auf rund 108.000 Eingriffe zurück. 2012 habe sich eine Rate von 37 operierten Patienten je 10.000 Einwohnern bis 24 Jahre ergeben. In der Region Ingolstadt belaufe sie sich auf rund 17 je 10.000 Einwohner, in der Region Magdeburg auf rund 66, erläuterte das WIdO.

Zahl der Blinddarmentfernungen sinkt

Die Zahl der Blinddarmentfernungen bei Kindern und Jugendlichen unter 20 Jahren sank zwischen 2005 und 2014 um gut ein Viertel (25,6 Prozent). Für 2012 ergebe sich eine Operationsrate von 27,1 je 10.000 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Dabei belaufe sich die Rate im Osten Schleswig-Holsteins auf 13 und in Ingolstadt auf 52, teilte das Institut weiter mit.

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