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ADHS in Deutschland: Es gibt wieder mehr hyperaktive Kinder

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Häufigste psychische Diagnose  

Der Anteil hyperaktiver Kinder steigt leicht an

17.08.2016, 10:54 Uhr | dpa

ADHS in Deutschland: Es gibt wieder mehr hyperaktive Kinder. Die Diagnose ADHS bei Kindern steigt weiter leicht an. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Diagnose ADHS bei Kindern steigt weiter leicht an. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Studie zeigt, dass der Anteil der Kinder mit Defiziten in der Aufmerksamkeit und überstarkem Bewegungsdrang weiter leicht zunimmt.

Wurde 2006 noch bei 2,5 Prozent der bei der Krankenkasse AOK versicherten Kinder zwischen drei und 17 Jahren eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert, so waren es 2014 schon 4,4 Prozent. Dies geht aus einer Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. Zuletzt stieg der Anteil von ADHS-Kindern nach diesen Daten jedoch langsamer an.

ADHS betrifft Jungen häufiger als Mädchen

Damit sei ADHS, oft auch Zappelphilipp-Syndrom genannt, die häufigste psychische Diagnose im Kindesalter. In der Abrechnung der Ärzte bei AOK-versicherten Kindern wurde nach dieser Auswertung bei etwa 6,4 Prozent der Jungen ADHS dokumentiert, wesentlich häufiger als bei Mädchen mit einem Anteil von 2,2 Prozent.

Ritalin darf nur noch von Spezialisten verordnet werden

Laut der Auswertung, die der Leiter der Kinderpsychiatrie an der Uniklinik Köln, Manfred Döpfner, vorgenommen hat, werden den betroffenen Kindern heute weitaus weniger Medikamente wie Ritalin verabreicht als noch vor fünf bis zehn Jahren. Denn diese dürfen heute nur noch von Spezialisten verordnet werden.

Einschulalter spielt eine Rolle

Die Wahrscheinlichkeit für eine ADHS-Diagnose hängt den Angaben zufolge auch vom Einschulungsalter ab. Mehrere internationale Studien und Auswertungen des WIdO hätten gezeigt, dass die ADHS-Häufigkeit bei den jüngsten Kindern eines Jahrgangs höher liegt als bei den ältesten.

Experten vermuten den Angaben zufolge als Ursache, dass die Verhalten jüngerer Kinder in einer Klasse mit dem der Älteren verglichen wird. Höhere Impulsivität der Jüngeren und geringere Aufmerksamkeit würden dann möglicherweise als ADHS interpretiert.

Der AOK-Bundesverband bietet nun zum Beginn des neuen Schuljahres allen Interessierten einen "ADHS-Elterntrainer" im Internet an. Er soll ein Hilfsangebot für Eltern in schwierigen Erziehungssituationen sein.

Was ist ADHS?

Bockig, streitsüchtig, hyperaktiv – die Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bekommen in erster Linie Kinder und Jugendliche. Die Ursachen sind noch nicht ganz klar. Neben genetischen Faktoren können Umwelteinflüsse wie Nikotin-, Alkohol- und Medikamentenkonsum der Mutter in der Schwangerschaft eine Rolle spielen.

Offenbar kommt es zu gestörten Informationsverarbeitungen im Gehirn. Den Kindern gelingt es nur schwer, Aufmerksamkeit, Aktivität und Gefühle zu kontrollieren. Zur Therapie gehört die Aufklärung von Eltern, Kindergarten und Schule, die Therapie des Kindes - und falls erforderlich Pharmastimulanzien.

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