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Kampagne gegen Koma-Saufen startet in Deutschland

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Kampagne gegen Koma-Saufen  

Ekel-Fotos sollen Koma-Säufer abschrecken

05.12.2008, 15:29 Uhr | dpa

Gesundheit: Kampagne mit Ekelfotos sollen Jugendliche vom "Koma-Saufen" abhalten. (Foto: www.staygold.eu)Kampagne mit Ekelfotos sollen Jugendliche vom "Koma-Saufen" abhalten. (Foto: www.staygold.eu)Der Discotänzer zeigt am Anfang der Party stolz seinen Waschbrettbauch. Nach vielen Gläsern Schnaps liegt er bewusstlos mit eingenässter Jeans vor der Tür. Dem feiernden Fußballfan im Stadion ging es mit dem Bier kaum besser. Er sitzt in seinem Erbrochenen. Diese unappetitlichen Szenen werden Jugendliche ab kommender Woche in ganz Deutschland zu sehen bekommen. 1,5 Millionen Bierdeckel wurden gedruckt. Zudem laufen die Bilder als Spots auf beliebten Internetseiten. „Dont drink too much - stay gold“ (Trink nicht zu viel - bleib sauber) ist das Leitmotiv der Kampagne, mit der sich die Polizei ungewöhnlich drastisch gegen das Koma-Saufen wendet.


Nur für Hartgesottene Ekel-Fotos gegen Koma-Saufen
Rund um Alkohol Irrtümer und Wahrheiten

Alkoholkonsum fördert Gewaltbereitschaft

Fast 20.000 Jugendliche in Deutschland kommen nach den Zahlen der Drogenbeauftragten Sabine Bätzing inzwischen jedes Jahr mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. In den Kampagnen-Spots ist zu sehen, wie böse das enden kann. Der Puls schlägt nicht mehr, Exitus. Doch es geht nicht nur um Gesundheit. Es geht auch um Gewalt. Drei von zehn aufgeklärten Gewalttaten würden heute unter Alkoholeinfluss begangen, sagte Erwin Hetger, Polizeipräsident von Baden-Württemberg, am Freitag zum Start der Kampagne in Berlin.

Zahl von betrunkenen Gewalttätern steigt an

Und der Anteil von betrunkenen Jugendlichen unter den Gewalttätern steigt an. 2006 waren es 38,5 Prozent, 2007 bereits 39,3 Prozent. Dabei gibt es nicht nur betrunkene Täter, sondern auch Rausch-Opfer. Ein Bierdeckel-Foto zeigt ein halbnacktes Mädchen am frühen Morgen neben vielen Sektflaschen auf einer Parkbank. Hat sie nur einen Kater - oder ist sie im Delirium vergewaltigt worden?

Trend zum exzessiven Trinken bei Jugendlichen alarmierend

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz Jörg Schönbohm nennt den ungebrochenen Trend zum exzessiven Trinken bei Jugendlichen alarmierend. „Es wird einfach bis zur Bewusstlosigkeit gesoffen“, sagte das CDU-Mitglied. Selbst junge Mädchen würden unter Alkohol zunehmend zu Gewalttätern. Ihre Zahl sei in den vergangenen Jahren um vier Prozent gestiegen. „Auch ich trinke zur Weihnachtsgans gern Wein“, ergänzte der Brandenburger Innenminister. Es sei die Frage, wo die Grenze liege.

Grenzen klar definieren

Um genau diese Grenze geht es in der Kampagne. Die Bierdeckel, die bei jeder Polizeistation bestellt werden können, haben zwei Seiten. Die Vorderseiten zeigen fröhliche Feierszenen mit ein bisschen Alkohol. Auf den Rückseiten sind Folgen des Rauschtrinkens als Ekel-Motiv zu sehen. Auch in den Spots hat jeder die Wahl zwischen zwei Szenarien. „Ältere Erwachsene empfinden diese Botschaft vielleicht als zu hart“, sagte die Drogenbeauftragte Bätzing als Schirmherrin der Initiative. Die Kampagne richte sich aber an Jugendliche. Und Tests hätten gezeigt, dass sie sich auf diese drastische Art angesprochen fühlten. Die Machart nannte Bätzing einen „mutigen Schritt“.

Berlin erwägt Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen

Der Stadtbezirk Mitte in Berlin plant zurzeit ein Alkoholverbot auf Plätzen wie dem Alexanderplatz, um den Alk-Partys junger Leute Einhalt zu gebieten. Die Polizei-Kampagne zielt in eine andere Richtung. Sie will auf emotionaler Ebene verdeutlichen, wie „uncool“ ungebremstes Trinken ist - und Sprüche wie „Bin ich voll, bin ich toll“ nicht stimmen. Als Vorbilder hat die Polizei junge Sportler mit ins Boot geholt. Für ein „sauberes“ Leben wirbt neben Torschützenkönig Vedad Ibisevic auch die 22-jährige Olympia-Siegerin im Fünfkampf Lena Schöneborn. „Du hast eine eigene Persönlichkeit und bist stark genug. Du brauchst keinen Alkohol, um gehört zu werden“, gibt sie Jugendlichen mit auf den Weg.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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