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Wenn das Herz beim Sport versagt

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Plötzlicher Herztod  

Wenn das Herz beim Sport versagt

04.02.2009, 13:08 Uhr | cme

René Herms starb an einer Herzmuskelentzündung. (Foto: Imago)René Herms starb an einer Herzmuskelentzündung. (Foto: Imago)Der plötzliche Tod von René Herms erschütterte vor wenigen Wochen die Sportwelt. Die Diagnose: Plötzlicher Herztod durch eine unerkannte Herzmuskelentzündung. Der tragische Tod des 800-Meter-Läufers ist kein Einzelfall. Immer wieder hört man von Todesfällen hervorragend trainierter Leistungssportler. Dabei sind Untrainierte in Wirklichkeit stärker gefährdet. Doch kommt der Tod wirklich so plötzlich? Welche Warnzeichen gibt es? Wann sollte man zum Arzt gehen und wann besser auf Sport verzichten? Wir haben Prof. Hans-Joachim Trappe, Mediziner an der Ruhr-Universität Bochum und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, dazu befragt.


Herzstillstand Was Laien zur Wiederbelebung tun können

Angeborener Herzfehler oder Herzmuskelentzündung

Auch wenn Fälle wie der von René Herms erschüttern: Tatsächlich sind Todesfälle durch plötzlichen Herztod bei jungen Menschen selten, die Zahl wird auf ein bis zwei Todesfälle pro 100.000 Personen geschätzt. Erst jenseits des 35. Lebensjahres steigt das Risiko an, wenn die Herzkranzgefäße durch ungesunde Lebensweise geschädigt sein können. In der Folge kann dann ein Herzinfarkt auftreten. Anders bei jungen Menschen: "Bei jüngeren Menschen hat der plötzliche Herztod im Wesentlichen zwei Ursachen", sagt Professor Trappe. "Die so genannte Kardiomyopathie, also eine angeborene Herzerkrankung und die Herzmuskelentzündung." Als prominentes Beispiel für einen erkrankten Profisportler nennt Trappe den Fußballer Gerald Asamoah, der an einer angeborenen Herzerkrankung leidet und daher beim Sport permanent überwacht wird.

Gefahr für untrainierte Sportler

Bleibt die Herzerkrankung jedoch unentdeckt, kommt es zu einer fatalen Entwicklung: Unter Belastung beginnt das Herz mit einer Frequenz von 150 bis 300 Schlägen pro Minuten zu rasen. Schließlich geht das Herzrasen in eine völlig ungeordnete elektrische Erregung über und das Herz zuckt nur noch. Dieses so genannte Kammerflimmern führt bei Nichtbehandlung binnen weniger Minuten zum Tod. Die einzige Rettungsmöglichkeit besteht in einer sofortigen Defibrillation, bei der das Herz mittels Defibrillator wieder zum Schlagen gebracht wird. Herzspezialist Trappe zufolge sind Leistungssportler jedoch nicht stärker gefährdet als Freizeitsportler - im Gegenteil: "Untrainierte, die plötzlich einen Marathon laufen, haben ein besonders hohes Risiko", so der Mediziner.

Warnzeichen werden häufig ignoriert

Ganz ohne Vorwarnung tritt der plötzliche Herztod allerdings nicht ein. Die Warnzeichen werden jedoch häufig ignoriert. Dies sind insbesondere Luftnot, ein Druckgefühl in Brust oder Schultern sowie Herzstolpern oder Herzrasen. Da die Beschwerden zunächst nur unter Belastung auftreten und anschließend verschwinden, werden sie nicht ernst genommen. So kann es sein, dass bei der nächsten Belastung der plötzliche Herztod eintritt.

Nach einem Infekt auf Sport verzichten

Um das Risiko einer Herzmuskelentzündung zu verringern, rät Trappe, nach fieberhaften Infekten drei bis vier Wochen lang auf Sport zu verzichten. Ob das Herz der Belastung gewachsen ist, lässt sich am Ruhepuls feststellen. Dieser ist nach dem Infekt noch einige Zeit erhöht. Hat er wieder normale Werte erreicht, die etwa im Bereich 50 bis 80 Schläge pro Minute liegen, kann wieder mit dem Training begonnen werden.

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