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Ärzte warnen vor Engpässen bei Grippemitteln

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Schweinegrippe  

Ärzte warnen vor Engpässen bei Grippemitteln

29.04.2009, 14:44 Uhr | AP/dpa

Laut WHO wirkt das Mittel Tamiflu gegen die Schweinegrippe. (Foto: imago)Laut WHO wirkt das Mittel Tamiflu gegen die Schweinegrippe. (Foto: imago)Jetzt gibt es die ersten bestätigten Fälle von Schweinegrippe in Deutschland. Umso mehr geraten die Medikamenten-Vorräte der Bundesländer gegen eine mögliche großflächige Verbreitung der Krankheit in den Blick. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, dass Arzneimittel für 20 Prozent der Bevölkerung vorhanden sein sollen. Die Bundesländer sehen sich gut gerüstet. Ärzte kritisieren jedoch, dass die Vorräte nicht reichen.

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In sechs Bundesländern weniger Medikamente

Angesichts der Ausbreitung der Schweinegrippe kritisiert die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) die nach ihrer Ansicht nicht ausreichenden Vorräte an antiviralen Medikamenten. "Aufgrund der uns vorliegenden Daten haben 6 der 16 Bundesländer nur für 11 bis 14 Prozent ihrer Bevölkerung antivirale Medikamente eingelagert und erfüllen damit nicht die Vorgabe des nationalen Pandemie-Plans, der eine Bevorratung von mindestens 20 Prozent vorsieht", erklärte DGI-Vorstandsmitglied Bernhard Ruf. Bei den sechs Ländern handelt es sich um Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie Niedersachsen und Baden-Württemberg.

WHO empfiehlt Vorräte für 30 Prozent

Laut Ruf empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei einer angenommenen Erkrankungsrate von 30 Prozent einen Medikamentenvorrat für 30 Prozent der Bevölkerung. "Hier muss die Frage gestellt werden, wie es sein kann, dass diese Bundesländer ihrer Verantwortung zum Schutz der Bevölkerung offenbar nicht in vollem Umfang nachgekommen sind", meinte der Professor. Eine von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Medikamentenversorgung bei einer Pandemie sei völlig unverständlich und nicht akzeptabel, betonte Ruf. Er erinnerte daran, dass die Bundesbehörde Robert-Koch-Institut bereits im Herbst 2007 eine Umsetzung des Pandemie-Plans gefordert hatte.

Bundesländer sehen sich gut gerüstet

Trotz Vorräten unter 20 Prozent sehen sich die Bundesländer gut gerüstet für den Fall einer stärkeren Ausbreitung der Krankheit: Ein Sprecher der Gesundheitsbehörde Hamburg sagte, für eine Notversorgung reiche die Menge. Es gebe auch noch Medikamente auf dem Markt, um den Vorrat aufzustocken. Außerdem erkrankten nicht alle Menschen gleichzeitig. Laut dem Gesundheitsministerium Baden-Württemberg hätten Kommunen und Betriebe noch weitere Vorräte, sodass ein Viertel der Menschen versorgt sein dürfte.

Genug Vorräte in NRW

Eine aktuelle Umfrage der Redaktion "Lungenärzte-im-Netz" zeigt, dass folgende Bundesländer die Quote von 20 Prozent erfüllen: Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland, Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie inzwischen auch Berlin. Als einziges Land erreicht demnach Nordrhein-Westfalen sogar 30 Prozent.

Tamiflu allein könnte nicht reichen

Ein zusätzliches Problem sieht die DGI in der "relativ einseitigen Bevorratung". In Deutschland und in vielen anderen europäischen Ländern sei überwiegend Tamiflu mit dem Wirkstoff Oseltamivir beschafft worden. Zur Verfügung stehe aber auch das Medikament Relenza. Ruf warnte, dass es zu Resistenzen des Grippevirus' gegen den Tamiflu-Wirkstoff kommen und das Medikament damit wirkungslos werden könnte. "Deshalb ist die Mischbevorratung wichtig." Beide Mittel würden Labortests zufolge gegen den Schweinegrippe-Virus wirken.

Pandemiepläne werden überprüft

Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt zur Sicherheit noch einmal die nationalen Pläne gegen Grippeepidemien überprüfen. Die Kanzlerin sagte am Mittwoch in Berlin, sie habe im Kabinett Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gebeten, mit ihren Kollegen in den Bundesländern zu sprechen. So solle sichergestellt werden, dass die notwendigen Medikamente durch die Länder bereitgestellt werden könnten und dass man in allen Bereichen gut vorbereitet sei. Die Bundesbürger müssten sich darauf verlassen können, "dass die Regierung das Mögliche und Notwendige tut", sagte Merkel.

Pharmakonzern Roche verbreitet Optimismus

Der Schweizer Pharmakonzern Roche ist nach eigenen Angaben für die erweiterte Produktion seines Antigrippemittels Tamiflu gut gerüstet. Das Unternehmen arbeite eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und den Regierungen auf der ganzen Welt zusammen. Damit werde sichergestellt, dass Tamiflu bei einem möglichen weltweiten Ausbruch der Schweinegrippe ausreichend zur Verfügung steht. Das teilte das Unternehmen in Basel mit. Der Pharmakonzern geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Welt besser denn je auf eine mögliche Grippepandemie vorbereitet ist. Bis heute habe das Unternehmen im Rahmen der Pandemievorsorge Bestellungen von Regierungen über insgesamt 220 Millionen Packungen Tamiflu entgegengenommen und ausgeführt.

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