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Schweinegrippe: Wie sicher ist der Impfstoff?

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Schweinegrippe  

Wie sicher ist die Schweinegrippe-Impfung?

20.10.2009, 15:57 Uhr | dpa/AFP

Im Umgang mit der Schweinegrippe-Impfung sind sich die Deutschen uneinig. (Foto: ddp)Im Umgang mit der Schweinegrippe-Impfung sind sich die Deutschen uneinig. (Foto: ddp)Ab 26. Oktober können in Deutschland die ersten Menschen gegen Schweinegrippe geimpft werden. Dafür hatte die Bundesregierung bei dem Pharmakonzern GlaxoSmithKline 50 Millionen Impfdosen bestellt. Sie sollen für mehr als ein Drittel der Bevölkerung reichen. Dieser Impfstoff ist aber verstärkt in die Kritik geraten. Für weitere Verunsicherung sorgt, dass es für die Mitglieder der Bundeswehr einen anderen Impfstoff geben soll. Hier bekommen Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Impfstoff.

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Was wird an den Impfstoffen kritisiert?

Einige Mediziner haben vor angeblich unkalkulierbaren Nebenwirkungen bei den Impfstoffen Pandremix vom Pharmahersteller GlaxoSmithKline und Focetria von Novartis gewarnt. Beide Impfstoffe sind von der EU zugelassenen. Sie enthalten Wirkstoffverstärker - sogenannte Adjuvanssysteme. Gegner kritisieren, dass die Wirkung dieser Adjuvanzien nicht ausreichend erforscht sei. Das "Arznei-Telegramm" beispielsweise kritisiert, dass Impfstoffe mit Adjuvanzien schlechter vertragen werden als Impfstoffe ohne. Außerdem seien die Nebenwirkungen nicht ausreichend geklärt. Der Virologe Alexander Kekulé aus Halle hatte die Impfstoffe mit Verstärkerstoffen als "übertrieben" kritisiert.

Ist das Misstrauen berechtigt?

Es stimmt, dass bei Tests an Erwachsenen einige von ihnen nach der Impfung Beschwerden hatten. Ein Großteil klagte über Rötungen, Schwellungen und Druckschmerz an der Einstichstelle. Außerdem bekamen einige Kopfschmerzen, Fieber oder Gelenkschmerzen. Ansonsten verliefen diese Tests ohne schwerwiegende Nebenwirkungen. Daher wurden die Mittel auch von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) zugelassen. Auch Kekulé weist ausdrücklich darauf hin, dass alle Nebenwirkungen vorübergehend seien.

Können unerwartete Nebenwirkungen auftreten?

Ein minimales Restrisiko besteht dennoch. Schließlich wurde beispielsweise der Impfstoff Pandremix bisher nur an mehreren tausend Probanden getestet. Laut GlaxoSmithKline wurden mehr als 39.000 Probanden mit dem Adjuvans-verstärkten Impfstoff geimpft. Das sind im Vergleich zur Gesamtbevölkerung nicht sehr viele. Daher könnten seltene Nebenwirkungen unerkannt bleiben, die erst bei der Impfung von Millionen Patienten sichtbar werden.

Wozu sind Wirkstoffverstärker nötig?

Adjuvanzien sind Hilfsstoffe, die die Wirkung des Impfstoffes verstärken. Die Technik ist nicht neu, sondern wird auch bei vielen anderen Impfstoffen verwendet. Sie hat mehrere Effekte: Adjuvanzien sorgen dafür, dass der Impfstoff im Körper besser und länger wirkt. Weil sie die Wirkung verstärken, kann außerdem die Menge des Impfstoffes pro Dosis verringert werden. Das kann besonders bei Impfungen gegen drohende Pandemien wichtig sein. Schließlich können die Pharmahersteller innerhalb kurzer Zeit nur eine bestimmte Menge des Impfstoffes herstellen. Damit könnte nur eine bestimmte Anzahl von Menschen geimpft werden. Mit Hilfe von Adjuvanzien kann die Impfstoffmenge jedoch so "gestreckt" werden, dass sie für deutlich mehr Menschen reicht. Hersteller von Pandremix erklärt, dass ohne Adjuvanzien nur ein Siebtel der bisher geplanten Impfdosen zur Verfügung stünde.

Was ist am Impfstoff für die Bundeswehr anders?

Die Bundeswehr hat allerdings den Impfstoff Celvapan ohne Adjuvantien bestellt. Warum kommt dieser Impfstoff ohne Adjuvanssystem aus? Celvapan enthält ganze Viren, im Gegensatz zu den anderen Impfstoffen, die nur aus Virenteilen bestehen. Die Viren wurden aber abgetötet, damit sie keine Erkrankung verursachen können. Um im Körper eine Immunantwort auszulösen, braucht der Impfstoff keine Adjuvanzien. Ohne Nebenwirkungen geht es aber auch bei Celvapan nicht: Bei mehr als einem von zehn geimpften Menschen wurden beispielsweise ebenfalls Schmerzen an der Injektionsstelle beobachtet.

Gibt es ein Risiko für Kinder und Schwangere?

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte gibt zu bedenken, dass Celvapan bislang weder an Kindern noch an Schwangeren getestet worden sei. Auch für Erwachsene lägen erst relativ wenige Daten vor. Ein weiterer Unterschied: Pandremix und Focetria werden wie für Grippe-Impfstoffe seit langem üblich mit Hilfe von Hühnereiern hergestellt, Celvapan aber wird auf Säugetierzellen (Vero-Zellen) gezüchtet.

Infos vom Bundesgesundheitsministerium www.neuegrippe.bund.de

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