Blutfette senken

Diese Lebensmittel sind wahre Cholesterin-Killer

16.09.2017, 10:10 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Diese Lebensmittel sind wahre Cholesterin-Killer. (Screenshot: t-online.de)

Gutes Cholesterin – böses Cholesterin: Beim Thema Blutfette kann man leicht den Überblick verlieren. Wir erklären Ihnen, wofür der Körper Cholesterin braucht und was es mit HDL und LDL auf sich hat.

Der Körper braucht Cholesterin

Cholesterin ist für den Körper lebensnotwendig. So ist der Begleitstoff von Fettsäuren wie Triglyceride unter anderem sowohl für den Aufbau der Zellmembranen und Zellwände wichtig, als auch für die Bildung bestimmter Hormone, darunter Sexualhormone, Gallensäuren und Vitamine, etwa Vitamin D. Es gibt zwei Arten von Cholesterin: das LDL-Cholesterin (Low Density Lipoproteins) und das HDL-Cholesterin (High Density Lipoproteins).

Der Körper versorgt sich größtenteils selbst mit Cholesterin

Der Körper produziert seine eigene notwendige Portion an Cholesterin in der Leber und im Darm. Dabei versucht ein gesunder Körper den Cholesteringehalt in Balance zu halten: Wird zu wenig Cholesterin durch Nahrung aufgenommen, wird mehr davon in der Leber produziert; ist die Cholesterinzufuhr jedoch zu hoch, reduziert die Leber die Cholesterinproduktion. Insgesamt produziert der Körper bis zu 90 Prozent des Cholesterins selbst und nur circa zehn Prozent an Cholesterin werden dem Körper durch Nahrung zugeführt.

HDL und LDL: "Gutes" und "schlechtes" Cholesterin

Bedeutend für die Gesundheit ist das Verhältnis der beiden Cholesterinarten LDL und HDL. Das LDL-Cholesterin bringt den Fettbegleitstoff zu den Körperzellen. Sind diese bereits versorgt, schwimmt das überschüssige Cholesterin weiter im Blut und setzt sich an den Gefäßwänden ab. Langfristig droht dadurch Arteriosklerose, eine Verengung der Blutgefäße. Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, steigt. Deshalb nennt man LDL auch "schlechtes Cholesterin".

Die Aufgabe des "guten Cholesterins" HDL hingegen ist, das überschüssige LDL-Cholesterin aufzunehmen und zur Leber zu schleusen, damit es abgebaut und über den Stuhl ausgeschieden werden kann.

Ausführlich: Was bedeuten die Blutfettwerte HDL und LDL? 

Ab wann ist der Cholesterinwert zu hoch?

Steigt der Gesamtcholesterinwert über 200 mg/dl, wird er allgemein als zu hoch erachtet. Man spricht dann von einer Hypercholesterinämie. Für einen gesunden Körper ist es wichtig, den LDL und HDL-Wert in Balance zu bringen.

Welchen Cholesterinwert jeder Einzelne anstreben sollte, ist individuell und kann nicht pauschal gesagt werden. Dabei spielen Risikofaktoren wie Vorerkrankungen, Nikotin- oder Alkoholkonsum eine Rolle.

Allgemeine Richtlinien der Cholesterinwerte sind jedoch:

LDL Werte:

Risikogruppe

Idealer Wert LDL
(Milligramm pro Deziliter Blut)

mit niedrigem Risiko

unter 160 mg/dl

mit mittlerem Risiko

unter 115 mg/dl

mit hohem Risiko

unter 110 mg/dl

mit sehr hohem Risiko

unter 70 mg/dl

HDL Werte:

Geschlecht

Idealer Wert HDL
(Milligramm pro Deziliter Blut)

Männer

über 40 mg/dl

Frauen

über 45 mg/dl


Ausführlich: Wie Sie Cholesterinwerte richtig deuten 

Ursachen der Hypercholesterinämie

Mediziner unterscheiden zwischen einer primären und einer sekundären Hypercholesterinämie. Für die primäre Hypercholesterinämie macht man eine genetische Veranlagung für Fettstoffwechselstörungen verantwortlich. In diesem Fall besitzt der Körper nicht genug Rezeptoren für die Fettstoffe, um das LDL-Cholesterin aus dem Blut zu filtern.

Von einer sekundären Hypercholesterinämie spricht man, wenn die hohen Cholesterinwerte nicht genetisch bedingt, sondern im Verlauf des Lebens aufgrund verschiedener Krankheiten erworben worden sind. Krankheiten, die zu den Ursachen zählen, sind zum Beispiel eine Magersucht oder eine Schilddrüsenunterfunktion. 

Zusätzliche Risikofaktoren, die den Cholesterinspiegel erhöhen können, sind:

  • Übergewicht
  • Diabetes
  • fettreiche Ernährung, vor allem durch übermäßige Zufuhr an gesättigten Fettsäuren

Cholesterin senken durch Nüsse, Knoblauch, Olivenöl

Eine fettreduzierte Ernährungsweise hilft, den Cholesterinspiegel zu senken. Dabei sollte die Zufuhr von tierischen Fetten durch ungesättigte Fettsäuren ersetzt werden. Cholesterinarme, beziehungsweise cholesterinfreie Lebensmittel sind unter anderem:

  • Ballaststoffe, zum Beispiel Vollkornprodukte und Nüsse: Sie können das LDL-Cholesterin senken und das HDL-Cholesterin erhöhen. Davon profitiert das Herz, denn ein regelmäßiger Verzehr kann sich günstig auf die Vorbeugung von Herzkrankheiten auswirken. Ihre positive Wirkung erhalten sie zum einen durch die sekundären Pflanzenstoffe (Polyphenole), die unter anderem antithrombotisch wirken, das heißt, sie können Thrombosen verhindern, also Blutgerinnsel.
  • Rohe Zwiebeln und Knoblauch haben ebenfalls cholesterinsenkende Eigenschaften, denn sie sind reich an ätherischen Ölen, schwefelhaltigen Verbindungen, sekundären Pflanzenstoffen, Vitaminen und Zink.
  • Auch Obst und Gemüse enthalten wichtige Ballaststoffe sowie Antioxidantien, die cholesterinsenkend wirken. Um möglichst viele Vitamine und Ballaststoffe aufzunehmen, sollte die Schale beim Verzehr nicht entfernt werden.
  • Pflanzliche Öle wie Olivenöl, Leinsamen-, Walnuss- und Weizenkeimöl. Sie enthalten wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die das Herz-Kreislauf-System unterstützen. Sie sollten bei der Zubereitung bestenfalls nicht erhitzt werden.

Wunder vollbringen können die genannten Lebensmittel zwar nicht, wohl aber einen wertvollen Beitrag zur täglichen Ernährung leisten. Wichtig für die Cholesterin-Balance ist eine insgesamt gesunde Ernährung. 

Ausführlich: Wie viel Cholesterin steckt in welchem Lebensmittel?

Gesunde Cholesterinwerte brauchen Bewegung

Ebenfalls wichtig für einen ausgewogenen Cholesterinspiegel ist Bewegung. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft hilft die Gefäße elastisch zu halten und sie mit Sauerstoff zu versorgen. Da vor allem Übergewicht zu erhöhten Cholesterinwerten führen kann, helfen Sport und ausgewogene Ernährung, den Fettstoffwechsel anzuregen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu senken.

Ausführlich: So senken Sie Ihren Cholesterinspiegel natürlich 

Vorsicht mit cholesterinsenkenden Medikamenten

Für Patienten, bei denen natürliche Methoden keine Wirkung zeigen oder der Cholesterinspiegel schon zu hoch ist, gibt es medizinische Alternativen. Die gängigsten Medikamente gegen erhöhten Cholesterinspiegel sind Simvastatin und Lovastatin. Auch wenn Ärzte schnell dazu neigen, ihren Patienten die Statin-enthaltenen Medikamente zu verschreiben, sollte die Einnahme vorab gründlich überlegt sein, denn sie können Nebenwirkungen mit sich bringen.

Ausführlich: Ab wann sind cholesterinsenkende Medikamente sinnvoll?

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