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Studie zeigt: Gene können süchtig nach Alkohol machen

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Gen schützt vor Alkoholsucht

20.10.2010, 13:42 Uhr | dapd

Studie zeigt: Gene können süchtig nach Alkohol machen. Schützt ein bestimmtes Gen vor Alkoholsucht? (Foto: dpa)

Schützt ein bestimmtes Gen vor Alkoholsucht? (Foto: dpa)

Ob ein Mensch zu Alkoholabhängigkeit neigt oder nicht, ist zum Teil im Erbgut verankert: Eine bestimmte Genvariante sorgt dafür, dass sich ihre Träger bereits nach den ersten Drinks berauscht fühlen und verringert dadurch das Suchtrisiko. Diesen Zusammenhang konnten US-amerikanische Forscher durch Tests und Genanalysen nachweisen. Die Ergebnisse legen zudem nahe, dass das typische Rauschgefühl beim Alkoholgenuss anders entsteht als bislang angenommen. Über ihre Resultate schreibt das Team um Kirk Wilhelmsen von der University of North Carolina in Chapel Hill im Fachmagazin "Alcoholism: Clinical and Experimental Research".

Für die Studie mussten sich 200 Studenten betrinken

Frühere Studien haben gezeigt, dass Menschen, die nach geringem Alkoholkonsum schnell betrunken waren, mit geringerer Wahrscheinlichkeit Alkoholiker wurden. Für ihre Studie beobachteten die Forscher die Reaktionen von über 200 Studenten auf Alkohol. Die Gruppe der Versuchsteilnehmer bestand aus Geschwisterpaaren, von denen ein Elternteil alkoholkrank war. Die Versuchsteilnehmer selbst durften jedoch nicht abhängig sein. Nachdem sie mehr als drei Gläser einer Mischung aus Kornbrand und Limonade getrunken hatten, sollten die Probanden beschreiben, ob sie sich betrunken oder schläfrig fühlten. Die Wissenschaftler unterschieden anhand dieses Tests zwischen alkoholempfindlichen Teilnehmern und solchen, bei denen die hochprozentigen Getränke nur eine geringe Wirkung zeigten. Im Anschluss führten sie eine Analyse des Erbguts durch und suchten nach genetischen Grundlagen für diese Eigenschaft.

Löst ein Gen den Rauschzustand im Gehirn aus?

Bei den Probanden, die stärker auf Alkohol reagierten, fanden die Forscher ein bestimmtes Gen namens CYP2E1. Es trägt den Bauplan für einen Eiweißstoff, der Alkohol abbauen kann. Der größte Teil des Alkohols, den ein Mensch konsumiert abgebaut. Das Gen wirkt jedoch nicht nur in der Leber, sondern auch im Gehirn des Menschen. Es baut den Alkohol über andere Wege ab als Eiweiße und bildet dabei sogenannte freie Radikale. Sie sind reaktionsfreudige chemische Verbindungen, die die empfindlichen Strukturen des Gehirns angreifen und beschädigen können. Möglicherweise sind es gerade solche Schäden, die das Rauschgefühl nach Alkoholgenuss auslösen, spekulieren die Forscher.

Weitere Studien müssen Theorie jetzt bestätigen

Ob aber die freien Radikale tatsächlich der Grund für die erhöhte Alkoholempfindlichkeit sind, müsse noch in weiteren Studien untersucht werden, betont das Team. Bisher gingen die Wissenschaftler davon aus, dass Alkohol die Arbeit der chemischen Botenstoffe beeinträchtigt, die Informationen zwischen den Nervenzellen im Gehirn austauschen. "Aber unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass es weitaus komplexer ist", sagt Studienleiter Wilhelmsen.

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