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Herzrhythmusstörungen: Wenn das Herz aus dem Takt gerät

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Herzstolpern  

Wenn das Herz aus dem Takt gerät

03.11.2014, 11:55 Uhr | tze

Herzrhythmusstörungen: Wenn das Herz aus dem Takt gerät. Das Herz in einer schematischen Darstellung (Grafik: Deutsche Herzstiftung)

Das Herz in einer schematischen Darstellung (Grafik: Deutsche Herzstiftung)

60 bis 100 Mal pro Minute schlägt das Herz - im Normalfall. Doch wenn die lebenswichtige Pumpe aus dem Takt gerät, kann dies dem gesamten Organismus schaden. Herzstolpern hat fast jeder mal im Lauf seines Lebens. Tückisch ist, dass die Grenze zwischen harmlosem Stolpern und lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen fließend ist. Herzrhythmusstörungen sind keine Krankheit, sondern meist das Symptom einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Hier erfahren Sie, welche Varianten es gibt und wie sie sich bemerkbar machen.

"Wie Fehlzündungen eines Motors"

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Professor Thomas Meinertz, vergleicht Herzrhythmusstörungen mit Fehlzündungen eines Motors. Er erklärt: "Normalerweise bilden die elektrischen Taktgeber im Herzen regelmäßig ihre Impulse." Aber: "Die Taktgeber sind störanfällig, und Störungen können zu Extraschlägen führen. Sie können auch in ihrer Funktion versagen, vorübergehend, oder ganz." Der Kardiologe erklärt, dass Herzrhythmusstörungen nach neuestem Stand der Medizin nicht grundsätzlich gefährlich sind. Behandelt werden müssten sie nur, wenn ein Risiko für Schlaganfall oder plötzlichem Herztod bestehe oder wenn sie den Patienten durch Unwohlsein belaste, beziehungsweise seine Leistungsfähigkeit einschränke. Gewissheit bekommt man aber nur, wenn ein Herzspezialist untersucht, warum das Herz aus dem Takt gerät. Aufschluss darüber ergibt beispielsweise ein Elektrokardiogramm (EKG).

Oft steckt Bluthochdruck dahinter

Erste Anzeichen für Herzrhythmusstörungen sind plötzlich auftretendes Herzrasen, Schwindel oder Bewusstlosigkeit. Schlägt das Herz viel zu schnell oder zu langsam, kann das Blut nicht richtig fließen und der Kreislauf sackt ab. Oft seien Herzrhythmusstörungen die Folge von Bluthochdruck, einer koronaren Herzkrankheit oder Herzklappenfehlern. Auch eine Überfunktion der Schilddrüse könne sich auf den Herzschlag auswirken, teilt die Deutsche Herzstiftung mit. Deshalb wird zunächst die Grunderkrankung gesucht und behandelt.

Herzstolpern nicht immer gefährlich

Der Volksmund sagt Herzstolpern, die Mediziner sagen Palpitation. Der Begriff sagt nur aus, dass das Herz unregelmäßig, langsamer oder schneller schlägt. Ausgelöst wird es meistens durch Extraschläge aus den Vorhöfen oder Herzkammern. Typische Anzeichen für ein Stolperherz sind Herzklopfen, Kurzatmigkeit, Schwitzen, Druckgefühl in der Brust, Übelkeit und Schwindel. Bei gesunden Menschen kann es durch Stress, Aufregung, Angst oder Freude ausgelöst werden. Auch Alkohol, Koffein und Nikotin lassen das Herz stolpern. Allerdings kann Herzstolpern auch eine Begleiterscheinung ernster Herzerkrankungen sein und beispielsweise auf Vorhofflimmern hinweisen.

Vorhofflimmern kann zu Schlaganfall führen

Das Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Davon sind in Deutschland rund eine Millionen Menschen betroffen. Das Risiko nimmt im hohen Alter zu. Normalerweise gibt der Sinusknoten den Takt des Herzens vor. Bei Vorhofflimmern bilden sich jedoch auch so genannte Erregungsfronten in den Vorhöfen - vereinfacht gesagt "elektrisches Chaos". Die Folge: Die Herzvorhöfe ziehen sich nicht mehr regelmäßig zusammen. Dadurch können sich Blutgerinnsel bilden. Werden sie vom Blutstrom mitgeschwemmt, besteht die Gefahr, dass sie Blutgefäße im Gehirn verstopfen und einen Schlaganfall auslösen. Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung ist Vorhofflimmern die Ursache für rund 30.000 Schlaganfälle pro Jahr. Das Leiden ist daran zu erkennen, dass das Herz völlig außer Takt ist: Es schlägt chaotisch und rast mit einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro Minute, manchmal sogar schneller. Damit einher gehen Unruhe, Angstgefühle, Abgeschlagenheit, Atemnot oder Leistungseinschränkungen.

Gutartiges Herzjagen

Plötzlich rast das Herz, Schwindel bereitet sich aus, der Kopf dröhnt und scheint zu platzen. Was bei sehr großer Anstrengung oder Aufregung ganz normal ist, erleben manche Menschen aus heiterem Himmel. Rund 100.000 Deutsche leiden am so genannten gutartigen Herzrasen. Es ist nicht lebensbedrohlich, schränkt den Alltag aber erheblich ein, weil die Anfälle jederzeit auftreten können. Das kann beispielsweise beim Autofahren gefährlich werden. Die Herzfrequenz steigt auf 140 bis 220 Schläge pro Minute - manchmal so hoch, dass der Puls kaum noch fühlbar ist. Charakteristisch für gutartiges Herzrasen ist, dass es auch im Ruhezustand auftritt, so plötzlich beginnt wie es endet. Oft sich das jagende Herz beruhigen, indem man ein Glas Wasser in raschen Zügen trinkt, tief einatmet oder die Bauchmuskulatur anspannt.

Um das gutartige Herzjagen von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen zu unterscheiden, muss der Arzt herausfinden, ob der Betroffene körperlich normal belastbar ist. Dies kann unter anderem ein Belastungs-EKG zeigen. Leichte Fälle sind durch spezielle Atemtechniken in den Griff zu bekommen und gegen heftigere Anfälle gibt es Medikamente. Wenn das gutartige Herzjagen dem Betroffenen erhebliche Beschwerden verursacht, kann es durch eine Hochfrequenz-Kathetherablation dauerhaft behoben werden.

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