Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome > Herz-Kreislauf >

Bluthochdruck senken ohne Pillen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Blutdruck senken  

Bluthochdruck: "Der fitte Patient hat die bessere Prognose"

19.11.2010, 09:06 Uhr | dapd

Bluthochdruck senken ohne Pillen. Bluthochdruck: Bluthochdruck wird oft nicht erkannt. (Foto: Archiv)

Bluthochdruck wird oft nicht erkannt. (Foto: Archiv)

In keinem anderen europäischen Land steht die Bevölkerung so unter Druck: In Deutschland leiden 16 Millionen Menschen an Bluthochdruck (Hypertonie), betroffen ist jeder zweite Bundesbürger im Alter über 60. Die meisten von ihnen schlucken dagegen mehrere Medikamente. Aber auch mit anderen Mitteln könnten viele Patienten den Blutdruck senken und die Zahl oder zumindest die Dosis ihrer Arzneimittel deutlich verringern.

Eine Krankheit, viele Ursachen

Das Problem kann viele Ursachen haben: Alkohol, Stress, Schlafstörungen, Nierenbeschwerden oder hormonelle Probleme können den Blutdruck in die Höhe treiben, meist in Verbindung mit einer genetischen Veranlagung. Und weil auch das Alter zu Bluthochdruck beiträgt, rechnen Experten angesichts der demographischen Entwicklung in den kommenden Jahren mit deutlich mehr Patienten. Schon jetzt zählt Hypertonie, also ein Wert ab 140 zu 90, zu den häufigsten Gründen für Arztbesuche.

Bluthochdruck, der "lautlose Mörder"

Dass die Erkrankung zunächst kaum akute Beschwerden verursacht - Hinweise sind allenfalls Nervosität, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen - hat ihr den Ruf als "lautloser Mörder" eingetragen. Denn dass der hohe Druck maßgeblich zu Herzinfarkten und vor allem zu Schlaganfällen beiträgt, steht außer Frage. Ausgehend von einem oberen, systolischen Wert von 115 steigert jede weitere Erhöhung um 20 Punkte die Mortalität durch Herz-Kreislauferkrankungen etwa um das Doppelte. Mediziner erklären dies damit, dass Bluthochdruck Ablagerungen in den Blutgefäßen fördert.

Zu viele Medikamente sind problematisch

Zur Behandlung einer Hypertonie setzen Ärzte und Patienten meist auf Medikamente. Fünf verschiedene Wirkstoffklassen der ersten Wahl zeugen zwar von einer überaus üppigen pharmakologischen Auswahl. Aber nur selten genügt ein Präparat, um den Blutdruck in den Normbereich zu bringen. "Der Patient, der mit einer Tablette auskommt, ist die Ausnahme", sagt Egbert Schulz vom Blutdruckinstitut Göttingen. "Eine Blutdrucktherapie basiert auf durchschnittlich drei Medikamenten." Die Einnahme mehrerer Arzneien ist nicht unproblematisch. Sämtliche Wirkstoffe können Nebenwirkungen haben, und die Therapie läuft gewöhnlich lebenslang. Daher raten Fachgesellschaften eindringlich, Medikamente durch andere Ansätze zu ergänzen.

"Entscheidend ist die körperliche Fitness"

Dass mitunter schon die Ernährung ausreicht, zeigt das Beispiel einer jungen Frau aus Göttingen, bei der zunächst jede Therapie versagte. Erst nach mehreren gescheiterten Versuchen entdeckte Schulz, dass die Patientin täglich drei Packungen Lakritze verschlang. Er verordnete ein striktes Verbot. Das half. Der Fall ist allerdings eine Ausnahme. Meist müssen Patienten ihr Leben stärker umstellen. "Entscheidend ist die Verbesserung der körperlichen Fitness", erläutert Hans-Georg Predel von der Deutschen Sporthochschule Köln. Regelmäßiger Ausdauersport drückt Studien zufolge den oberen, systolischen Wert im Mittel um sieben bis zehn Punkte, wobei manche Menschen sogar doppelt so stark profitieren.

Abnehmen und weniger Alkohol trinken

Bei übergewichtigen Patienten wirkt meist auch ein Gewichtsverlust. Eine Abnahme um zehn Kilo senke den oberen Blutdruckwert um etwa 20 und den unteren, diastolischen Wert um zehn Punkte, sagt Predel. "Das kann sich mit den wirksamsten Medikamenten messen", betont der Experte. "Am effektivsten ist die Abnahme des Bauchfetts." Auch wer täglich mehr als 50 Milligramm Alkohol trinkt - das entspricht einem knappen Liter Bier - kann bei Drosselung des Konsums auf Besserung hoffen. Eine Salzreduktion nützt dagegen nur jenen Menschen, die darauf sensibel reagieren - laut Predel etwa jeder zweite Patient.

Vorsicht bei "Wundermitteln" aus dem Internet

Dass überdies auch Entspannung den Blutdruck senkt, lässt sich mit einem Messgerät leicht im Selbstversuch nachprüfen. Ob derartige Übungen aber dauerhaft gegen Hypertonie helfen, ist nicht gesichert. Unklar ist auch, ob sich die Wirkungen der verschiedenen Ansätze summieren. "Es scheint additive Effekte zu geben", meint Predel vorsichtig. Schulz stimmt zu: "Man sollte sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen." Skepsis angebracht ist dagegen bei jenen Ergänzungspräparaten, die Anbieter - vor allem im Internet - gegen Bluthochdruck anpreisen. Kürzlich ergab eine Studie der kalifornischen Stanford Universität, dass Patienten sich das Geld etwa für den als Wundermittel beworbenen Kiefernrindenextrakt buchstäblich sparen können.

"Der fitte Patient hat immer die bessere Prognose"

Dennoch: Mit nicht-medikamentösen Ansätzen könnten die meisten Patienten die Zahl der Medikamente oder zumindest deren Dosis senken. "Deutlicher Bluthochdruck lässt sich nur selten ganz ohne Medikamente einstellen", sagt Schulz. Aber Menschen mit moderatem Bluthochdruck, also bis zu einem oberen Wert von etwa 160, können mitunter ganz auf Arzneien verzichten. Allerdings reagiert nicht jeder Betroffene auf Sport, Diät oder Alkoholverzicht - ebenso wenig wie auf ein Medikament. Doch selbst wenn Ausdauertraining die Blutdruckwerte nicht bessern sollte, empfiehlt Predel körperliche Aktivität. "Sport beeinflusst viele Körperfunktionen günstig", sagt er. "Im Vergleich zu einem passiven Hypertoniker hat der fitte Patient immer die bessere Prognose."

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages


shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017