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Demenz: Jeder Dritte wird im Alter dement

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Studie  

Jedem Dritten droht im Alter Demenz

10.08.2011, 10:17 Uhr | dapd, dapd

Demenz: Jeder Dritte wird im Alter dement. Verwirrt und hilflos - jeder Dritte wird im Alter von Demenz betroffen sein. (Foto: imago)

Von Demenz wird jeder Dritte wird im Alter betroffen sein. (Foto: imago)

Demenz - vor dieser Diagnose fürchtet man sich, weil sie bedeutet, im Alter zunehmend verwirrt und hilflos zu werden. Aber auf diesen Zustand muss sich fast jede zweite Frau und jeder dritte Mann einstellen. Dies geht aus dem aktuellen Pflegereport der Krankenkasse Barmer GEK hervor. Dafür haben Wissenschaftler die Daten von im Jahr 2009 verstorbenen Versicherten über 60 Jahre analysiert: 29 Prozent der Männer und 47 Prozent der Frauen waren zum Zeitpunkt ihres Todes dement.

Immer mehr alte Menschen brauchen Pflege

Experten gehen davon aus, dass die Zahl verwirrter alter Menschen in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten dramatisch steigen wird - von heute 1,2 Millionen auf 2,5 Millionen im Jahr 2060. Hintergrund ist eine immer längere Lebenserwartung. Je höher das Alter, desto größer die Wahrscheinlichkeit, gebrechlich, vergesslich und verwirrt zu werden. Deshalb steigt nach Darstellung der Krankenkasse auch die Zahl der Menschen, die vor ihrem Tod Pflege brauchten: 2009 waren es 47 Prozent der Männer und 67 Prozent der Frauen. 2001 hatten die Quoten erst bei 40 und 60 Prozent gelegen. Insgesamt braucht mehr als jeder Zweite vor dem Tod Pflegeleistungen.

Warum mehr Frauen dement werden

Die meisten Menschen erfreuen sich auch im Alter noch relativ guter Gesundheit. Deshalb wird intensive Pflege im meistens erst in der letzten Lebenszeit nötig. Das heißt auch: Weil Frauen länger leben, ist bei ihnen Demenz und Pflegebedürftigkeit häufiger. Anders gesagt: Männer erreichen das ganz hohe Alter seltener, in dem sich Gebrechlichkeit und Demenz dramatisch häufen.

Zahl der Alzheimer-Kranken wächst rasant

Eine Form der Demenz ist die Alzheimer. Weltweit erkranken jährlich rund 250.000 Menschen an der unheilbaren Krankheit, die Hirnzellen absterben lässt, das Gedächtnis zerstört und das Wesen verändert. Die Zahl der Betroffenen wächst rasant. Die Kranken können sich zeitlich und räumlich nicht mehr orientieren. Sie werden inaktiv, hilflos und brauchen rund um die Uhr Betreuung. Demenzkranke können nicht mehr auf früheres Wissen zurückgreifen, viel Erlerntes verschwindet einfach. Sie wissen am Ende nicht mehr, wer sie sind und erkennen ihre Liebsten nicht mehr.

Pflege zu Hause ist eine enorme Belastung

Für Angehörige ist das eine harte Belastung, weiß Sabine Jansen von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG). "Nach Schätzungen werden rund 60 Prozent der Demenzkranken zu Hause gepflegt, manchmal jahrelang. Das ist so kräftezehrend für die Angehörigen, dass sie oft selbst erkranken." Deshalb wird das Bedarf an professioneller Pflege steigen. "Die Demenz ist ein Hauptgrund für die Pflegebedürftigkeit", erklärte der Autor der Krankenkassenstudie, Heinz Rothgang. Von denen, die Gedächtnis und Orientierung verlieren, kommen ganz wenige ohne Hilfe aus: 86 Prozent der Männer und 94 Prozent der Frauen mit der Diagnose Demenz bekommen auch Pflegeleistungen.

Ein Demenzkranker kostet jährlich 10.000 Euro mehr

Ein Demenzkranker kostet die Kranken- und Pflegeversicherung jährlich rund 10.000 Euro mehr als ein Gleichaltriger, der noch geistig fit ist. Rein rechnerisch bedeuten 100.000 zusätzliche Demenzkranke also eine Milliarde Euro zusätzliche Kosten pro Jahr. "Demenz ist die zentrale Herausforderung für die Pflege und die Pflegeversicherung", betont Barmer-GEK-Vorstand Rolf-Ulrich Schlenker. "Es bedarf einer tragfähigen Lösung für die Pflege von morgen." Rothgang und Schlenker mahnten dringend eine Finanzreform der Pflegeversicherung an.

Ist eine Kapitalrücklage die Lösung?

Der Lösungsansatz der Regierungskoalition ist Aufbau einer Kapitalrücklage. Aber die Experten der Krankenkasse sind skeptisch. Mit Finanzproblemen der Pflegekassen sei spätestens ab 2013 zu rechnen, sagte Rothgang. Deshalb helfe eine Kapitalrücklage kurzfristig nicht. Stattdessen könnte man beim bisherigen System bleiben und die Beitragssätze einfach steigen lassen, rechnete er vor. Nötig wäre vermutlich ein Beitragssatz von bis zu vier Prozent, anteilig getragen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Heute liegt der Satz bei 1,95 Prozent (2,25 Prozent für Kinderlose).

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