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Diabetes: Arzneimittel gegen Zuckerkrankheit unter Krebsverdacht

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Diabetes  

Diabetesmittel unter Krebsverdacht

10.06.2011, 09:38 Uhr | dpa

Frankreich hat am Donnerstag ein auch in Deutschland zugelassenes Mittel gegen Diabetes wegen Krebsverdachts vom Markt genommen. Der Wirkstoff Pioglitazon stehe unter Verdacht, bei Männern das Blasenkrebsrisiko zu erhöhen, teilte die Französische Agentur zur Sicherung von Gesundheitsprodukten (AFSSAPS) mit. Hintergrund der Entscheidung sei eine umfassende Studie. Auch das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn empfahl, die Zulassung von pioglitazonhaltigen wie "Actos" und "Competact" bis zur weiteren Klärung ruhen zu lassen.

Diabetes: Ärzte sollen Pioglitazon nicht mehr verschreiben

"Nach einer ersten Einschätzung der Ergebnisse kann nicht ausgeschlossen werden, dass Pioglitazon das Risiko für Blasenkrebs erhöht", berichtete das BfArM. Ärzte sollten derzeit keinen neuen Patienten Pioglitazon verschreiben. Patienten, die zurzeit ein pioglitazonhaltiges Arzneimittel einnehmen, sollten die Anwendung jedoch nicht ohne vorherige Beratung durch ihren Arzt beenden. Wegen der Möglichkeit eines unkontrollierten Anstiegs der Blutzuckerkonzentration bestünden andernfalls gesundheitliche Risiken.

Studie: Blasenkrebsrisiko steigt um 20 Prozent

Die französischen Behörden beriefen sich auf eine Untersuchung, die die Zahl von Blasenkrebsfällen unter 155 535 mit Pioglitazon behandelten Diabetikern mit einer Vergleichsgruppe von rund 1,3 Millionen anderen Diabetikern verglichen hatte. Das Erkrankungsrisiko war in der ersten Gruppe um rund 20 Prozent höher.


Großes Geschäft mit Actos und Competact

Der Wirkstoff wird zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt - umgangssprachlich Altersdiabetes. Er macht die Körperzellen wieder empfindlicher für Insulin. In der Folge ist weniger Insulin nötig, um Zucker aus der Nahrung in die Zellen zu schaffen, und der Blutzuckerspiegel sinkt. Die beiden Medikamente "Actos" und "Competact" mit dem Wirkstoff werden vom größten japanischen Pharmakonzern Takeda hergestellt. Das Unternehmen machte allein mit Actos im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 47,9 Milliarden Yen (etwa 411 Millionen Euro). Die deutsche Tochter Takeda Pharma GmbH hat ihren Sitz in Aachen.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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