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Bluthochdruck: Millionen Deutsche wissen nicht von ihren schlechten Werten

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Unerkannt und verharmlost - "Stiller Killer" Bluthochdruck

19.08.2011, 17:08 Uhr | jlu/Deutsche Herzstiftung

Bluthochdruck: Millionen Deutsche wissen nicht von ihren schlechten Werten. Bluthochdruck: Zehn Millionen Deutsche wissen nicht, dass sie betroffen sind. (Foto: Archiv)

"Stiller Killer": Unbehandelt, kann Bluthochdruck lebensgefährliche Folgen haben. (Foto: Archiv)

Bluthochdruck, eine der häufigsten Krankheiten, gibt Rätsel auf. Er ist gut behandelbar, kann aber fatale Folgen haben, wenn er unbehandelt bleibt. Dann drohen Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herzschwäche. Er wird deshalb auch „stiller Killer“ genannt. Hinzu kommt: Schätzungsweise sieben bis zehn Millionen Deutsche wissen nicht, dass sie betroffen sind. Wie ist das möglich? Und was hilft gegen zu hohen Blutdruck? Professor Bernhard Schwaab, Kardiologie an der Klinik Höhenried am Starnberger See, beantwortet die wichtigsten Fragen.

Warum wissen viele Deutsche nicht, dass ihr Blutdruck zu hoch ist?

Schwaab: "Der hohe Blutdruck ist in Deutschland zahlenmäßig der höchste Risikofaktor für Herz- und Gefäßerkrankungen. Das hat auch mit den Veränderungen unseres Lebensstils zu tun. Schlimm ist, dass der hohe Blutdruck von den Patienten lange nicht gespürt wird. Im Gegenteil. Die Patienten, die einen hohen Blutdruck haben, fühlen sich lange besonders vital, besonders leistungsfähig, sind eher weniger müde und besonders im Leben engagiert. Der hohe Blutdruck fällt häufig erst auf, wenn er Schäden an den Organen verursacht. Erst dann wird er in das Bewusstsein der Patienten gerückt. Manchmal gibt es erste Hinweise auf den Bluthochdruck, rote Gesichtsfarbe, Klopfen in den Schläfen, leichte Kopfschmerzen, Luftnot bei Belastung. Aber sie werden nicht richtig gedeutet und deshalb übergangen."

Da man den hohen Blutdruck nicht spürt, kann er nur durch Messen erkannt werden. Doch viele kontrollieren ihre Werte nicht.

Schwaab: "Das stimmt. Jeder sollte die Höhe seines Blutdrucks kennen. Allerdings: Mit einer einmaligen Blutdruckmessung im Lauf des Lebens ist es nicht getan. Wenn man in jungen und mittleren Jahren einen normalen oder niedrigen Blutdruck hat, kann man sich nicht darauf verlassen, dass das so bleibt. Denn der Blutdruck steigt mit dem Alter, unter anderem weil die Gefäße ihre Elastizität verlieren. Ab 60 hat jeder zweite einen zu hohen Blutdruck."

Wann sollte der Blutdruck gemessen werden?

Schwaab: "Bei allen regulären Untersuchungen, etwa bei Kinder- und Jugendvorsorgeuntersuchungen und bei Einstellungsuntersuchungen - vor allem bei allen Besuchen, die wir beim Hausarzt aus ganz anderen Gründen absolvieren. Auch Fachärzte, Augenärzte, Gynäkologen und Urologen sollten routinemäßig den Blutdruck messen. Die Empfehlung geht dahin: Ab 40 Jahren sollte jedes Jahr mindestens einmal der Blutdruck gemessen werden, ab 60 Jahren halbjährlich. Wer in der Familie Geschwister, Eltern oder Großeltern hat, bei denen Bluthochdruck aufgetreten ist, sollte seinen Blutdruck schon mit 30 Jahren oder sogar früher jedes Jahr messen."

Wann muss der Blutdruck behandelt werden?

Schwaab: "Wenn der Blutdruckwert in Ruhe höher ist als 140/90 mmHg. Leider wird aus erhöhten Blutdruckwerten häufig keine Konsequenz gezogen, sondern man bleibt im Vagen, Unverbindlichen. Wenn der Arzt sagt: „150/90 mmHg, das ist ein bisschen hoch, wir sollten danach mal schauen.“ Dann glaubt der Patient, das sei nicht so schlimm, und alles verläuft im Sande. Die fehlende Konsequenz, den Blutdruck zu messen und die fehlende Konsequenz, aus der Messung Folgerungen zu ziehen - das sind die großen Schwachstellen beim Umgang mit Bluthochdruck."

Wie tief soll der Blutdruck gesenkt werden?

Schwaab: "Im Allgemeinen unter 140/90mmHg. Bei Patienten über 80 Jahren wird 150mmHg systolisch (oberer Wert) als ausreichend erachtet. Strenger wird bei Patienten vorgegangen, die bereits Gefäßschäden, Diabetes, koronare Herzkrankheit oder Nierenerkrankungen haben."

Glauben Sie, dass man einen mäßig erhöhten Blutdruck, bis 160mmHg, allein mit Lebensstiländerungen ausreichend behandeln kann?

Schwaab: "Ja, davon bin ich überzeugt, wenn beeinflussbare Risikofaktoren vorliegen und die Patienten es schaffen, den gesunden Lebensstil in ihren Alltag zu integrieren und das auch jeden Tag im großen und ganzen durchhalten. Dann kann man bei einem mäßigen Bluthochdruck zunächst eine Therapie mit Medikamenten vermeiden. Oft wird man aber auf Dauer nicht ohne Blutdruckmedikamente auskommen."

Bluthochdruckmedikamente sind unbeliebt. Unbeliebter als etwa Antibiotika oder Schmerzmittel, die meist ohne Bedenken eingenommen werden.

Schwaab: "Da der Bluthochdruck keine Beschwerden macht, empfinden ihn die Patienten nicht als Krankheit. Wozu dann Medikamente? Wenn man den Blutdruck behandelt, ist es ein großer Fehler, zu hart, zu schnell vorzugehen, um den Blutdruck rasch zu senken. Dann brechen die Patienten die Therapie oft ab. Sie sagen: „Mit dem hohen Blutdruck ging es mir gut, da habe ich mich wohl gefühlt, war leistungsfähig. Seit der Arzt meinen Blutdruck senkt, bin ich müde, habe Schwindelanfälle, keine Energie, keinen Antrieb und 'fühle mich unter der Therapie schlechter als vorher'. "

Wie kann man das ändern?

Schwaab: "Der Körper, vor allem das Gehirn, brauchen Zeit, sich an den niedrigeren Druck zu gewöhnen. Die Behandlung sollte mit sehr niedriger Dosierung der Blutdruckmedikamente beginnen. Der gewünschte Zielblutdruck sollte erst in Wochen, ja Monaten mit langsam steigenden Dosierungen erreicht werden. Trotz dieser Vorsicht können sich die Patienten in den ersten Tagen oder Wochen etwas gedämpft fühlen. Das geht vorbei. Wenn man die Patienten vorher darauf aufmerksam macht, können Sie damit umgehen."

Mehr Infos rund ums Herz finden Sie bei der Deutschen Herzstiftung.

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