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Kreuzallergie bei Heuschnupfen: Das müssen Allergiker wissen

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Was ist eigentlich eine Kreuzallergie?

02.05.2016, 13:33 Uhr | dpa-tmn, dpa-tmn

Kreuzallergie bei Heuschnupfen: Das müssen Allergiker wissen. Kreuzallergie: Birkenpollenallergiker reagieren oft allergisch auf Äpfel. (Foto: imago)

Kreuzallergie: Birkenpollenallergiker reagieren oft allergisch auf Äpfel. (Foto: imago)

Der Biss in einen Apfel löst ein unangenehmes Kribbeln im Mund aus und nach dem Verzehr von Mango juckt die Haut. Solche Reaktionen auf ein Lebensmittel können die Folge einer bereits vorhandenen Pollenallergie sein. Experten sprechen von einer sogenannten Kreuzallergie. Plötzlich allergisch: Die fünf häufigsten Kreuzallergien.

Kreuzallergie kommt vor allem bei Erwachsenen vor

Wer auf Pollen allergisch reagiert, verträgt häufig auch bestimmte Nahrungsmittel nicht. Pollenassoziierter Nahrungsmittelallergie oder Kreuzallergie nennen Mediziner diese Reaktion des Körpers: Das Immunsystem ist auf ein Pollenallergen sensibilisiert, reagiert aber auch auf ähnliche Strukturen anderer Pflanzen. "Im Erwachsenenalter spielen Kreuzallergien eine große Rolle", sagt Jörg Kleine-Tebbe von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGKAI).

Birkenpollenallergiker reagieren allergisch auf Äpfel

Wie es zu einer Kreuzallergie kommt, wird am Beispiel der Birkenpollenallergie deutlich. "Fünf bis zehn Prozent der Deutschen leiden darunter", schätzt Kleine-Tebbe. Verantwortlich dafür ist ein Eiweiß, mit dem sich die Birke gegen Viren, Bakterien und Umweltstress schützt. Das Problem: Es steckt in ähnlicher Form auch in anderen Baumpollen und pflanzlichen Lebensmitteln. Auf diese Weise wird das Immunsystem getäuscht. "70 Prozent der Birkenpollenallergiker reagieren deshalb allergisch auf Äpfel, Haselnüsse, Kirschen, Pfirsiche, Karotten, Sellerie und sogar auf Soja." Damit kommen kommen Kreuzallergienen, die von Birkenpollen ausgelöst werden, hierzulande am häufigsten vor.

Kreuzallergien oft durch rohe Lebensmittel

Dann kämen Allergien, die auf einer Reaktion auf Latex beruhen, erklärt Thomas Werfel, Professor für Dermatologie und Venerologie an der Medizinischen Hochschule in Hannover. Auch Reaktionen auf Beifuß seien häufig: Das Kraut kann zu Nahrungsmittelallergien auf exotische Früchte, Sellerie oder Gewürze hervorrufen. Oft lösen nur rohe Lebensmittel Kreuzreaktionen hervor. Durch Kochen werden die allergieauslösenden Eiweiße zerstört. "Es kommt meist zu lokalen Reaktionen wie Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz der Schleimhaut im Mund und Rachen. Man spricht auch vom Oralen Allergiesyndrom", sagt Werfel. Anders als bei klassischen Nahrungsmittelallergien sind Reaktionen wie Asthmaanfälle vergleichsweise selten. "Sie können im Einzelfall jedoch auch sehr gefährlich werden, wenn zum Beispiel der Hals komplett zuschwillt", warnt Kleine-Tebbe.

Auf verdächtige Nahrungsmittel verzichten

Eine Kreuzallergie kann in jedem Alter beginnen. "Viele Patienten entwickeln den Heuschnupfen auf Birkenpollen und gleichzeitig die Nahrungsmittelallergie", sagt Werfel. Außerdem gebe es viele Patienten, bei denen die Symptome der Nahrungsmittelallergie in den Jahreszeiten auftreten, in denen die zugrundeliegenden Pollen fliegen. "Bei Heuschnupfen wird üblicherweise eine Pollendiagnose gemacht. Die Nahrungsmittel werden dabei leicht vernachlässigt", warnt Sabine Schnadt vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Es habe jedoch keinen Sinn, auf alle verdächtigen Lebensmittel zu verzichten. "Dies könnte zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen führen", sagt sie.

Bei jeder Allergie gilt: "Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist die eindeutige Diagnose", ergänzt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Der erste Schritt ist eine ausführliche Anamnese. "Dabei kann ein Ernährungstagebuch mit Aufzeichnungen über verzehrte Nahrungsmittel und körperliche Reaktionen ein wichtiges Hilfsmittel sein."

Bei manchen Kreuzallergien ist eine Ernährungsberatung hilfreich

Schritt zwei ist der Nachweis der Sensibilisierung. Bei Erwachsenen werde häufig zuerst ein Pricktest auf der Haut durchgeführt, sagt Kleine-Tebbe. Die Alternative ist der sogenannte IgE-Test, diese Blutuntersuchung lehnt die DGAKI nachdrücklich als Diagnose-Instrument ab. Wenn die Anamnese und die Testergebnisse nicht übereinstimmen, wird eine Provokation mit Nahrungsmitteln durchgeführt. Wer unter schweren Symptomen leidet, kommt um antiallergische Medikamente oft nicht herum.

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