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Hilft warmes Bier bei Erkältung? Welche Mythen nicht stimmen

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Erkältungsmythen auf dem Prüfstand  

Hilft warmes Bier bei Schnupfen und Husten?

24.01.2016, 17:47 Uhr | vdb/cme, dpa

Hilft warmes Bier bei Erkältung? Welche Mythen nicht stimmen. In Maßen genossen, kann warmes Bier bei Erkältungen einen positiven Effekt zeigen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In Maßen genossen, kann warmes Bier bei Erkältungen einen positiven Effekt zeigen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Hals kratzt, die Nase läuft und der Husten nervt: Hat uns die Erkältung im Griff, weiß so mancher Rat und empfiehlt diverse Hausmittel, die angeblich immer helfen. Was aber hat es mit dem warmen Bier und anderen Tipps auf sich? Erkältungs-Mythen unter der Lupe.

Hilft warmes Bier?

Bei Fieber ist Alkohol tabu. Doch ansonsten gilt: Wer bei einer Erkältung zum aufgewärmten Bier greift, tut sich tatsächlich etwas Gutes. Der Hopfen im Bier enthält ätherische Öle und Bitterstoffe, die den Schlaf fördern. Zudem wirken die Bitterstoffe antibakteriell und das hilft gegen Krankheitserreger. Um diesen Effekt zu verstärken, wird das Bier warm, in kleinen Schlucken und am besten mit etwas Honig getrunken.

Allerdings sollten Sie es maximal auf 40 Grad erhitzen. Sonst verflüchtigen sich die guten Inhaltsstoffe. Weniger gut ist natürlich der Alkohol. Deshalb sollten Sie nicht zu viel warmes Bier trinken und eine Biersorte wählen, die einen geringen Alkoholgehalt hat. Denn zu viel Alkohol schwächt das Immunsystem. Zudem entzieht der Alkohol dem Körper Wasser, was bei einer Erkältung einen negativen Effekt mit sich bringt. Allerdings sollte Bier nie die alleinige Maßnahme bei einer Erkältung sein.

Heiße Milch mit Honig ist überbewertet

"Bei trockenem Husten kann warme Milch mit Honig zwar reizlindernd wirken - weniger jedoch bei schleimproduzierendem Husten, da Milch selbst schleimproduzierend wirkt", sagt Ernährungswissenschaftlerin Anja Markant vom Fachbereich für Ökotrophologie an der Fachhochschule Münster.

Mit Honig kann man nichts falsch machen, allerdings ist laut Markant dessen antibakterielle und antivirale Wirkungen nicht hinreichend belegt. "Mit ein bis zwei Teelöffeln kann man zudem nicht viel von den positiven Wirkstoffen aufnehmen." Werde das Getränk über 40 Grad erhitzt, würden sie sogar abgebaut. Richtig sei aber, dass warme Getränke das Reizgefühl im Rachen lindern könnten.

Heiße Zitrone ist nutzlos

Oft wird auch zu heißem Zitronensaft geraten. Doch: "Vitamin C kann die meisten Menschen nicht vor Erkältungen schützen", sagt Markant. "Natürlich brauchen wir Vitamin C. Aber eigentlich nehmen wir mit der täglichen Nahrung genug auf." Zudem könnten die Säuren der Zitrone die Rachenschleimhaut reizen.

Ingwer ist gut gegen Erkältung

Da ist tatsächlich etwas dran. "Er enthält ätherische Öle und sogenannte Scharfstoffe", sagt die Expertin. Letztere hätten etwa eine schmerzlindernde Wirkung. Zudem rege Ingwer die Durchblutung an – und sorge so auch für warme Hände und Füße.

Alkohol schadet

Abgesehen vom bereits besprochenen warmen Bier gilt: Zu viel Alkohol schwächt das Immunsystem und entzieht dem Körper Wasser. Das von vielen empfohlene "Erkältungs-Schnäpschen" bringt also nichts.

Hühnersuppe hilft kaum

Zwar kann der Dampf einer leckeren Hühnersuppe die Schleimhäute befeuchten und die Hitze Viren töten. Dass Zink im Hühnerfleisch das Immunsystem stärkt, ist Expertin Markant zufolge aber nicht belegt – ebenso wenig wie die Wirkung der darin enthaltenen Aminosäure, die das Heranreifen weißer Blutkörperchen unterstützt und das Immunsystem stärken soll. Daher hilft die leckere Hühnersuppe höchsten der Stimmung und dem Wohlgefühl.

Kommt die Erkältung wie der Name sagt von Kälte?

"Man kann in experimentellen Studien zeigen, dass Menschen, die kalt geworden sind, sich etwas leichter infizieren", erläutert Professor Stefan Wilm, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Uniklinik Düsseldorf. Insgesamt sei der Einfluss von Kälte aber gering.

Drei Tage kommt es, drei Tage bleibt es und drei Tage geht es

Eine andere Variante dieses Mythos lautet: "Ohne Arzt dauert eine Erkältung eine Woche, mit Arzt sieben Tage." Die Faustregel sei nicht gänzlich abwegig, sagt Wilm, der auch Hausarzt sowie Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin ist. "Es gibt aber Atemwegsinfekte, die man schon nach fünf Tagen wieder los ist." Hartnäckiger Husten nach Virusinfekten könnte indes bis zu sechs Wochen anhalten.

Ab in die Sauna

Viele schwören bei Erkältungen auf die Sauna. Ob ein Saunagang während oder bei einer sich anbahnenden Erkältung sinnvoll ist – daran scheiden sich die Geister. Auch Mediziner haben keinen klaren Rat: "Das muss jeder für sich wissen", sagt Wilm. Generell könnten aber zumindest regelmäßige Saunagänge die Häufigkeit von Infekten vermindern und vorbeugen. Bei Fieber aber ist die Sauna tabu!

Schadet ein bisschen Sport?

"Ob Sport möglich ist oder nicht, hängt von der Schwere der Erkältung ab", sagt Sportwissenschaftler Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. "Bei einem leichten Schnupfen ist es nicht zwangsläufig notwendig, eine Sportpause einzulegen."

Im Zweifel sei Bewegung an frischer Luft besser für die Schleimhäute als trockene Heizungsluft. Wer sich schlapp fühle, sollte aber eine Trainingspause einlegen. "Absolutes Sportverbot gilt bei erhöhter Körpertemperatur" ergänzt Froböse.

Nasenspray macht abhängig

Das ist kein Mythos, denn die Gefahr besteht tatsächlich. Wilm rät, es nur wenige Tage zu benutzen. Gegen die Dauer des Schnupfens könne es nichts ausrichten. "Aber wenn die Nase nachts frei ist, schläft man besser."

Schützen Vitamin C und Echinacea vor Erkältungen?

Um Erkältungen vorzubeugen, greifen viele Menschen zu Vitamin C oder Echinacea-Präparaten. Lange Zeit galten beide Mittel als gute Vorbeugung gegen die Erkältung. Doch neue Studien belegen, dass weder Vitamin C noch Echinacea die Virenerkrankung verhindern können. Dagegen haben sich regelmäßige Nasenspülungen mit Salzwasser zur Vorbeugung bewährt. Die fertige Mischungen gibt es in der Apotheke, aber man kann sie auch selbst herstellen (ein Teelöffel Salz auf einen Liter Wasser).

Schlaf ist die beste Medizin

"Man hat dann in der Tat ein erhöhtes Schlafbedürfnis", sagt Professor Wilm. "Was der Körper verlangt, kann nicht falsch sein." Allerdings gebe es keine klinischen Studien, die die heilende Wirkung des Schlafs untersuchen.

Wie unterscheide ich eine Erkältung von einer Grippe?

"Mich hat die Grippe erwischt", sagt so mancher, wenn der Hals kratzt und der Kopf brummt. Ohne Frage ist eine Erkältung unangenehm. Allerdings darf sie nicht mit der echten Virusgrippe (Influenza) verwechselt werden. Die gefährliche Krankheit geht immer mit hohem Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen einher und dauert manchmal Wochen. In Deutschland sterben in jedem Winter mehrere tausend Menschen an der Grippe. Meist sind es alte oder immunschwache Menschen. Den besten Schutz vor der Influenza bietet eine rechtzeitige Grippeimpfung. Im Oktober und November ist die beste Zeit dafür - allerdings dürfen Sie bei der Impfung nicht erkältet sein.

Kann ich gegen Erkältungen vorbeugen?

Nicht die kalte Luft draußen, sondern die Heizungsluft drinnen zählt zu den größten Erkältungsfallen. Die Schleimhäute trocknen aus und können Viren nicht mehr richtig abwehren. Drehen Sie daher die Heizung, vor allem nachts, nicht zu hoch. 18 Grad reichen völlig aus. Viel frische Luft und ausreichend Flüssigkeit halten die Schleimhäute intakt. Eine gesunde Ernährung mit viel Frischkost stärkt das Immunsystem. Vorsicht vor Diäten: Wer jetzt abnimmt, schwächt sein Immunsystem und wird für Viren anfälliger. Neben regelmäßigen Saunagängen ist zur Vorbeuge auch Ausdauersport wie Laufen, Radeln oder auch schnelles Gehen an der frischen Luft empfehlenswert. Meiden Sie außerdem Stress, Partynächte, Alkohol und besonders das Rauchen. Es ist der ideale Komplize von Erkältungsviren.

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